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19.03.19
Finanzen & Bilanzen

Mehr Zeit für Reform der Referenzzinssätze

Die EU nimmt etwas Druck aus der Umstellung der Referenzzinssätze und verlängert die Frist. Zudem geht der Administrator des Euribor bei dessen Reform einen Schritt voran.

Eigentlich hätte 2019 das letzte Jahr für Eonia und Euribor in ihrer jetzigen Form sein sollen. Nun haben sich EU-Parlamentarier und Vertreter der Mitgliedsstaaten darauf geeinigt, die Deadline nach hinten zu schieben. Bis zum 31. Dezember 2021 haben die Anbieter dieser Referenzzinssätze nun Zeit, ihre Zinssätze so zu reformieren, dass sie der EU-Benchmark-Verordnung entsprechen.

Auch Referenzzinssätze, die außerhalb der EU erstellt werden, dürfen bis zu diesem Datum verwendet werden. Die Verordnung war nach den Manipulationsskandalen rund um die Referenzzinsen ins Leben gerufen worden. Mit dem Schritt passt sich die EU der Zeitschiene an, die für die Umstellung des Libor gilt – auch dieser Zinssatz kann in seiner jetzigen Form nur bis Ende 2021 bestehen.

Moody’s begrüßt Fortschritte bei Euribor-Reform

Die Zukunft des Euribor ist noch offen. Das European Money Market Institute (Emmi), das den Zinssatz veröffentlicht, hat im Februar ein Update zu den Reformplänen bekanntgegeben. Das Institut veröffentlichte Testergebnisse und das Feedback der Marktteilnehmer zu der vorgeschlagenen hybriden Berechnungsmethode. Die EU fordert, dass die Referenzzinssätze nicht mehr allein auf Einschätzungen der Banken, sondern auch auf Transaktionsdaten beruhen sollen. Transaktionsdaten alleine, wie ursprünglich angestrebt, reichen mangels Masse nicht aus.

Die Ratingagentur Moody's begrüßte die ersten Testergebnisse. Daraus gehe hervor, dass die neue Methodik nicht zu wesentlichen Änderungen bei dem Zinssatz führen würde. Moody's spricht von möglichen marginalen Veränderungen beim Level und der Volatilität der Benchmark.

Damit steigt die Hoffnung, dass eine Reform des Euribor doch noch gelingen kann. Das Institut will im zweiten Quartal um Genehmigung der neuen Benchmark-Berechnung bitten. Daran anschließend soll die Umstellung der Panelbanken auf die neue Methodik erfolgen. Emmi geht davon aus, dass dieser Prozess vor Ende des Jahres abgeschlossen sein wird.

Koegler[at]derTreasurer.de

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