Pharmakonzern sammelt Geld für Sigma-Aldrich-Übernahme ein

16.12.14 10:30

Merck begibt eine Hybridanleihe über 1,5 Milliarden Euro

Von Antonia Kögler

Merck hat für die Finanzierung der bevorstehenden Sigma-Aldrich-Übernahme eine Hybridanleihe begeben. Der Pharmakonzern sammelt mit dem 60-jährigen Bond 1,5 Milliarden Euro ein.

© Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Merck hat mit einer 60-jährigen Hybridanleihe 1,5 Milliarden Euro eingesammelt.

Zur Finanzierung des größten Zukaufs der Firmengeschichte hat  der Pharmakonzern Merck eine Hybridanleihe über 1,5 Milliarden Euro  begeben. Für die bevorstehende  Sigma-Aldrich Akquisition sei diese  Hybridtransaktion ein sehr  wichtiger Teil der Finanzierungsstruktur, sagt Merck-CFO Marcus Kuhnert. Es sei  „ein klares Zeichen an die  Kapitalmärkte, dass Merck  seine konservative Finanzpolitik beibehält“.  Der Kaufpreis von 17 Milliarden US-Dollar (etwa 13,1 Milliarden Euro) für  das US-amerikanische  Life-Science-Unternehmen  wurde bisher über eine  Brückenfinanzierung und bestehende  Barmittel finanziert.

Die Hybridanleihe  wurde in zwei Tranchen emittiert, jeweils mit einer Laufzeit von 60 Jahren.  Die erste Tranche mit einem Volumen  von 1 Milliarde Euro wird mit 2,625  Prozent verzinst. Das Darmstädter Unternehmen behält sich eine Option vor,  das Papier nach 6,5 Jahren vorzeitig  zurückzuzahlen. Die zweite kleinere  Tranche über 500 Millionen Euro hat  einen Kupon von 3,375 Prozent und  kann von Merck nach zehn Jahren vorzeitig getilgt werden. Nach Angaben  des Konzerns war die Emission deutlich überzeichnet. Das Papier wurde  hauptsächlich von institutionellen Investoren aus Deutschland, Frankreich  und Großbritannien gezeichnet. Darunter waren Fondsmanager, Versicherungen und Banken.

Merck: 78 Prozent der Sigma-Aldrich-Aktionäre stimmen Übernahme zu

Wie DerTreasurer erfahren hat, bewerten die Investoren  vor allem den Familienhintergrund positiv. Kuponzahlungen können nicht  einfach ausgesetzt werden, ohne dass  auch die Dividenden blockiert werden. Die Hybridanleihe ist  allen anderen finanziellen  Verpflichtungen von Merck  untergeordnet und wird  von den Ratingagenturen  S&P und Moody’s teilweise  dem Eigenkapital zugerechnet. Das vorläufige Rating der Hybridanleihe von  Moody’s liegt bei Baa3.  Das entspricht der Vorgabe  von Moody’s, nachrangige  Instrumente zwei Notches  schlechter als den Emittenten zu bewerten. Merck meldete, dass 78 Prozent  der Sigma-Aldrich-Aktionäre der bevorstehenden Übernahme zugestimmt  haben. Merck erwartet, dass die Transaktion Mitte 2015 vollzogen werden  kann.  

Koegler[at]derTreasurer

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war der Kupon der zweiten Tranche der Hybridanleihe versehentlich mit 6,5 Prozent angegeben. Der richtige Wert ist 3,375 Prozent.