Merz-Zentrale in Frankfurt am Main

Merz Pharma GmbH & Co. KGaA

23.06.15
Finanzen & Bilanzen

Merz schließt Konsortialkredit ab

Das Pharmaunternehmen Merz hat zum ersten Mal eine größere Fremdfinanzierung abgeschlossen. Das Unternehmen will sich durch den neuen Kredit Freiraum für unternehmerische Entscheidungen schaffen.

Das Pharmaunternehmen Merz sichert sich erstmals eine größere Fremdfinanzierung. Dafür hat CFO Beat Neukom einen Konsortialkredit über 200 Millionen Euro abgeschlossen, der jedoch bei Bedarf auf bis zu 500 Millionen Euro aufgestockt werden kann. Die Kreditvereinbarung läuft über fünf Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Die Deutsche Bank und die HSBC führten das Konsortium der beteiligten Banken an. Ebenfalls beteiligt waren die Frankfurter Sparkasse, die BNP Paribas und die DZ Bank. Merz beschäftigt derzeit über 2.700 Mitarbeiter weltweit und hat im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 994 Millionen Euro erwirtschaftet.

Das neue Darlehen soll dazu dienen, dem Unternehmen in Zukunft viel Spielraum für unternehmerische Entscheidungen zu geben, teilt das Unternehmen mit.

Bereits in der Vergangenheit haben die Frankfurter M&A-Transaktionen getätigt, diese aber aus liquiden Mitteln bezahlt. Ein konkretes Projekt in dieser Größenordnung hat Merz derzeit dem Vernehmen nach nicht im Auge. Erst vor wenigen Tagen hat der Konzern allerdings mitgeteilt, dass er 25 Millionen Euro an Venture Capital für die Ästhetik-Branche bereitstellen will. Merz will in Start-ups und Forschungsprojekte zum Beispiel in den USA, Europa und Israel investieren. Auch innerhalb des eigenen Hauses spielt dieser Bereich bei den Investitionen eine große Rolle: Fast 15 Prozent des Umsatzes hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt darin investiert und das Segment auch durch Zukäufe gestärkt.

Traditionelles Finanzierungsinstrument

In früheren Zeiten hatte der ehemalige CFO Matthias Vogt bereits über externe Fremdfinanzierungen nachgedacht. Sogar eine Öffnung gegenüber dem (erweiterten) Kapitalmarkt durch eine Anleihe oder einen Schuldschein schien möglich, erklärte er im Jahr 2012 gegenüber FINANCE-TV. Diese Pläne verfolgte der Konzern aber nicht weiter, man setzte stattdessen auf die gestiegene Innenfinanzierungskraft. Bis jetzt: Merz hat sich unter Leitung von Beat Neukom, der den CFO-Posten seit knapp einem Jahr besetzt, mit dem Konsortialkredit für ein traditionelles Finanzierungsinstrument entschieden, das besonders Familienunternehmen lieber wählen als den Kapitalmarkt und die damit verbundene Publizität.

Koegler[at]derTreasurer.de