Deutliche Überzeichnung bei Syndizierung

13.10.16 12:15

Monsanto-Deal: Bayer syndiziert Akquisitionsfinanzierung

Von Sabine Paulus

Bayer hat die Akquisitionsfinanzierung für die Monsanto-Übernahme erfolgreich syndiziert. Sven Vorstius, Head of Capital Markets beim Dax-Konzern, dürfte sich nun bald daran machen, die Refinanzierung des Brückenkredits über den Kapitalmarkt sicherzustellen.

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer hat seine Akquisitionsfinanzierung für die Monsanto-Übernahme erfolgreich syndiziert.

Bayer

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer hat seine Akquisitionsfinanzierung für die Monsanto-Übernahme erfolgreich syndiziert.

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer hat seine Akquisitionsfinanzierung über 56,9 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Monsanto erfolgreich syndiziert. Bereits vor Ankündigung der Monsanto-Akquisition haben die Bank of America Merrill Lynch, die Credit Suisse, Goldman Sachs, die HSBC und JP Morgan den Leverkusener den Brückenkredit zugesagt. Die fünf Banken würden jeweils annähernd 12 Milliarden Dollar finanzieren, hieß es in Medienberichten.

Nun wurde die vereinbarte Akquisitionsfinanzierung im erweiterten Kreis der Partnerbanken von Bayer syndiziert. Mehr als 20 weitere Banken hätten sich beteiligt, was zu einer Überzeichnung von rund 40 Prozent führte, teilte Bayer mit: „Die Banken waren eingeladen worden, dem Kredit als Bookrunner und Mandated Lead Arranger mit einer Zusage von 4,5 Milliarden US-Dollar oder als Lead Arranger mit einer Zusage von 1,125 Milliarden US-Dollar beizutreten.“ Zu Konditionen und Bedingungen machte der Dax-Konzern keine Angaben.

Ausfinanzierung: Bayer wird Hybridanleihen platzieren

Der Refinanzierungsplan für den nun syndizierten Brückenkredit steht bereits fest. Die Leverkusener wollen ihn mit einem Mix aus Eigen- und Fremdkapital ablösen. Der Eigenkapitalanteil der Finanzierung soll sich auf rund 19 Milliarden Dollar belaufen. Bayer will dafür eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht platzieren und Pflichtwandelanleihen ausgeben.

Der Fremdkapitalanteil soll aus langfristigen Krediten, die in Finanzkreisen auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar geschätzt werden, und Anleihen bestehen. Damit muss Bayer noch rund 25 Milliarden Euro über Unternehmens- und Hybridanleihen aufnehmen.

Die Finanzabteilung des Dax-Konzerns dürfte damit einiges zu tun bekommen – allen voran Sven Vorstius, der seit 2012 Head of Capital Markets bei Bayer ist. Er hat für die Leverkusener schon Hybridanleihen platziert, zuletzt im März 2015 für allgemeine Unternehmenszwecke. Im Jahr davor hatte der Konzern die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co ebenfalls mit zwei Hybridbonds refinanziert.

Der Hybrid ist für Bayer dabei ein gutes Mittel zum Zweck. „Man kann das Instrument im Rahmen der M&A-Finanzierungen betrachten, aber auch als permanentes Element in der Kapitalstruktur, was bei den derzeitigen Kuponlevels sicherlich sinnvoll ist“, sagte Vorstius im Juni 2015 zu DerTreasurer. Während die Kosten für Hybridanleihen in den vergangenen Monaten stark gestiegen waren, hat sich das Preisniveau jetzt wieder auf dem Niveau von Mitte des vergangenen Jahres eingependelt.

Bei Akquisitionsfinanzierung sämtliche Optionen möglich

Vorstius kommt bei der Ausfinanzierung das derzeitige Umfeld am Kapitalmarkt entgegen. „Durch die hohe Liquidität auf den Kapitalmärkten steht Unternehmen gegenwärtig die volle Klaviatur von Finanzierungsoptionen zur Verfügung“, sagte Martin Hörstel, Bereichsvorstand Banking Corporates und International Coverage bei der HSBC kürzlich zu DerTreasurer. „Auch alternative Finanzierungsinstrumente wie Hybrid- oder Wandelanleihen werden vom Kapitalmarkt stark nachgefragt“, ergänzte Lars G. Möller, Director Debt Capital Markets bei der Credit Suisse in London – das dürfte auch Sven Vorstius von Bayer sehr entgegen kommen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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