gguy44/iStock/Thinkstock/Getty Images

04.09.18
Finanzen & Bilanzen

Moody's rechnet 2018 mit leichtem Rückgang bei Anleihen

Die Ratingagentur Moody’s glaubt, dass das Anleihevolumen in diesem Jahr leicht unter dem Rekordwert von 2017 liegen wird. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Deutsche Unternehmen werden nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's in diesem Jahr weniger Anleihen begeben als im Vorjahr. „Bond-Emissionen werden sich in Deutschland 2018 zwar weiter robust entwickeln“, schreibt Matthias Hellstern, Managing Director Corporate Finance bei Moody's, in einem aktuellen Bericht. „Wir gehen jedoch davon aus, dass das Gesamtvolumen dieses Jahr geringfügig unter dem Rekordwert des vergangenen Jahres von 105 Milliarden Euro liegen wird.“ Grund hierfür sei unter anderem das erwartete Auslaufen des Anleihekaufprogramms der EZB.

Die Währungshüter haben im Juni in Aussicht gestellt, ihr monatliches Anleihekaufvolumen ab Oktober etwas zu drosseln und die Käufe bis zum Jahresende sogar ganz einzustellen, sofern sich die Wachstums- und Inflationaussichten nicht stark eintrüben.

Unternehmen nutzen noch das derzeitige Umfeld

Weitere Gründe für den wahrscheinlich leichten Rückgang bei den diesjährigen Anleiheemissionen sieht Moody’s in den weltweit steigenden Handelsspannungen, möglichen Brexit-Folgen und politischen Unwägbarkeiten in Europa.

Deshalb nutzen derzeit noch einige Unternehmen das Marktumfeld. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte der Dax-Riese Bayer den Bond-Markt mit Anleihen in zweistelliger Milliardenhöhe „geflutet“ und damit die Ausfinanzierung der Monsanto-Übernahme abgeschlossen. Treibende Kräfte am deutschen Anleihemarkt dürften in den kommenden Monaten insbesondere die Autohersteller und große Chemieunternehmen sein, glaubt Ratinganalyst Hellstern.

Moody’s: Schuldscheine ebenfalls unter 2017er Rekord

Auch am Schuldscheinmarkt rechnet Moody's in diesem Jahr nur mit einem kurzzeitigen Rückgang. Das Volumen am Markt für Schuldscheindarlehen werde zwar unter den im vergangenen Jahr aufgestellten Rekordwert von 27 Milliarden Euro fallen. Aber schon im kommenden Jahr könnte es eine „Wiederbelebung“ geben, glaubt die Ratingagentur. Der Grund liegt in der Struktur des Instruments: Einfachheit, Flexibilität und Diversifikation von Schuldscheindarlehen machten diese auch künftig zu einer attraktiven Finanzierungsquelle deutscher Unternehmen, heißt es in dem Bericht weiter.

Paulus[at]derTreasurer.de

Keine Neuigkeiten aus dem Treasury mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos den DerTreasurer-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.