Nachhaltigkeit ist längst in den Unternehmen angekommen. Und die Entwicklung dürfte noch weitergehen.

Voith

24.03.20
Finanzen & Bilanzen

Nachhaltigkeitstrend kommt in der Unternehmenswelt an

Eine neue Studie von LBBW und FINANCE zeigt deutlich, dass der Stellenwert einer nachhaltigen Unternehmensführung immer weiter wächst. Das ist gut so, denn auch der Regulator zieht die Zügel an.

Das Thema Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Faktor in der deutschen Unternehmenswelt geworden. Auch in den Chefetagen ist diese Erkenntnis längst angekommen, wie der jetzt veröffentlichte zweite Teil einer Umfrage zeigt, die FINANCE und die LBBW unter Geschäftsführern, Vorständen und Nachhaltigkeitsmanagern durchgeführt hat. Mehr als 95 Prozent der 344 Befragten halten eine nachhaltige Unternehmensführung für "wichtig" oder "sehr wichtig". Zudem gehen 87 Prozent davon aus, dass sich der Stellenwert von Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren für die Unternehmen noch erhöhen wird.

EU-Aktionsplan erhöht den Druck

Die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitsfaktoren geht auch an den Finanzabteilungen nicht spurlos vorbei. Dafür sorgt vor allem der Regulator: Die EU hat mit dem Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen bereits ordentlich Schwung in die Entwicklung gebracht. Private Kapitalströme sollen in Aktivitäten geleitet werden, die einer nachhaltigeren Wirtschaft zuträglich sind. Der Plan umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen, wie die Entwicklung einer Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten sowie höhere Anforderungen an Investoren und Banken bei der Berücksichtigung von ESG-Risiken.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung sich auf die Fahnen geschrieben, Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort zu machen. Der erste Zwischenbericht ihres Sustainable-Finance-Beirats, dem unter anderem Vertreter der Realwirtschaft - auch Treasurer - angehören, wurde in der vergangenen Woche veröffentlicht und sorgte direkt für Diskussionen.

Klassifizierungssystem für alle Finanzprodukte?

Zu den Empfehlungen gehört unter anderem die Entwicklung eines verpflichtenden Klassifizierungssystems für alle Finanzprodukte, das deren Beiträge zu den Sustainable Development Goals und den Pariser Klimazielen deutlich macht. Der Vorschlag baut auf der Entwicklung der EU-Taxonomie auf, geht aber darüber hinaus. Zudem schlägt der Beirat vor, die nachhaltigkeitsbezogene Berichterstattung schrittweise auf alle Unternehmen auszuweiten, auch auf kapitalmarktferne sowie kleine und mittlere Unternehmen.

Wie die Reaktionen auf den Plan des Beirats ausfielen und wie Treasurer und Finanzentscheider sich dem Thema Green Finance nähern, lesen Sie in unserem E-Magazin 05/2020.

Koegler[at]derTreasurer.de

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