HSH Nordbank: Zahl der Transaktionen steigt

21.03.17 08:30

Niedrige Risikoaufschläge bei Schuldscheinen

Von Antonia Kögler

Am Schuldscheinmarkt hat es in den ersten Monaten des Jahres verstärkt kleinere Transaktionen gegeben. Ein besonders günstiges Finanzierungsumfeld lockt die Unternehmen.

Schuldscheine sind nach wie vor beliebt. Was sich an dem Markt tut, hat die HSH Nordbank analysiert.

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Schuldscheine sind nach wie vor beliebt. Was sich an dem Markt tut, hat die HSH Nordbank analysiert.

Der Schuldscheinmarkt lockt mit immer attraktiveren Bedingungen. Das geht aus einer Analyse der HSH Nordbank hervor, in der die Bank bereits die Zahlen für das gesamte erste Quartal aufführt, obwohl erst zwei Monate vergangen sind. Die Transaktionen der nächsten März-Wochen seien bereits absehbar, erklärt die Bank.

Im ersten Quartal 2017 gibt es demnach mit 19 Transaktionen bereits mehr Schuldscheine als in ersten drei  Monaten 2016 (12 Schuldscheine). „Wir sehen im ersten Quartal vermehrt kleinere Transaktionen“, sagt Analyst Thomas Miller von der HSH Nordbank. Das führt zu einem sinkenden Marktvolumen. Es liegt bei 2,7 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum 4,2 Milliarden Euro).

Die Emittenten müssen etwas seltener als in der Vergangenheit Financial Covenants akzeptieren. Im Quartalsvergleich ist der Anteil von  Schuldscheinen mit Finanzklauseln von 50 auf 47 Prozent leicht gesunken. Beim durchschnittlichen Verhältnis von Verschuldungsgrad zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zeigt sich keine Veränderung. Der Wert liegt durchschnittlich bei 3,4.

Spreads bei Schuldschein-Transaktionen sinken weiter

Die HSH Nordbank beobachtet zudem, dass Unternehmen sich 2017 noch günstiger am Schuldscheinmarkt finanzieren können. Die durchschnittlichen Risikoaufschläge liegen deutlich unter dem Durchschnitt des gesamten vergangenen Jahres. 2016 lag der durchschnittliche Spread bei einer fünfjährigen Tranche bei 126 Basispunkten über dem sechsmonatigen Euribor. In den ersten Wochen dieses Jahres liegt der Wert nur noch bei 106 Basispunkten. Zu diesen Zahlen kommt die Bank durch die Auswertung der Angebote, die ihr zur Partizipation vorgelegt wurden.

Jan Eibich, Leiter Debt Capital Markets bei dem Institut, geht allerdings nicht davon aus, dass diese Entwicklung mittelfristig so weiter gehen wird: „Bei Emittenten mit schwächeren Bonitäten sehen wir bereits höhere Vermarktungsspannen von über 200 Basispunkten bei fünf Jahren.“

Koegler[at]derTreasurer.de

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