Neue Anleihe von Novartis: Eine der drei Tranchen läuft 20,5 Jahre.

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13.02.18
Finanzen & Bilanzen

Novartis begibt langlaufende Anleihen

Der Schweizer Konzern Novartis hat das günstige Kapitalmarktumfeld genutzt und Anleihen über insgesamt 2,25 Milliarden Euro emittiert. Eine Tranche läuft sogar länger als zwei Jahrzehnte.

Der Pharmakonzern Novartis hat Anleihen mit sehr langer Laufzeit begeben. Insgesamt drei Bonds im Volumen von jeweils 750 Millionen Euro hat das Unternehmen aus Basel über seine Finanzierungsgesellschaft emittiert. Eines der Papiere läuft 20,5 Jahre und ist mit einem Kupon von 1,7 Prozent ausgestattet. Die beiden anderen Tranchen laufen 12,5 und 5,5 Jahre und werden mit 1,375 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent jährlich verzinst. Längeren Laufzeiten seien durch das geringe Renditeniveau begünstigt, denn durch sie erzielten Investoren einen Renditezuschlag, ist aus Bankkreisen zu hören. Barclays, BNP Paribas und Deutsche Bank haben die Transaktion als Bookrunner begleitet.

Die Konditionen dieser Transaktion zeigen, wie händeringend Investoren im Moment nach guten Anlagemöglichkeiten, insbesondere im langfristigen Bereich, suchen. Zudem dürfte auch diese Emission vom Anleihekaufprogramm der EZB profitiert haben. Denn die Bonds des Pharmakonzerns gehörten in der Vergangenheit ebenfalls zu den Papieren, die die EZB im Rahmen ihres Corporate-Bond-Programms erworben hat.

Novartis profitiert von starkem Rating

Novartis zählt zu denjenigen Konzernen im deutschsprachigen Raum, die ein stabiles und sehr gutes Investmentgrade-Rating besitzen: S&P bewertet den Pharmakonzern mit AA-, Ausblick stabil. Moody’s sieht die Schweizer bei Aa3, Ausblick negativ, und Fitch geht in seiner Beurteilung der Bonität sogar mit AA eine Stufe höher als seine beiden Wettbewerber.

Allerdings senkte Fitch im vergangenen September den Ausblick auf negativ. Die Entscheidung spiegele die sich abschwächenden Kreditquoten infolge des Drucks auf Umsatzwachstum sowie Profitabilität gepaart mit Investitionen in die Restrukturierung der Division Alcon, begründeten die Analysten damals den Schritt. Moody’s setzte den Ratingausblick schon im Januar 2017 auf negativ. Der Grund: das für 2017 angekündigte und durch Fremdmittel finanzierte Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden US-Dollar.

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