Einbeziehung in den Börsenhandel vorgezogen

18.02.15 08:00

NZWL schließt Orderbuch für neuen Mini-Bond vorzeitig

Von Antonia Kögler

Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig hat eine neue Mittelstandsanleihe begeben. Der Mini-Bond stieß auf großes Interesse. Das Orderbuch wurde bereits nach einer Stunde geschlossen.

NZWL schließt Orderbuch für neuen Mini-Bond vorzeitig

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Die Neue ZWL setzt ein Zeichen für Mini-Bonds.

Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig hat eine neue Anleihe über 25 Millionen Euro begeben. Der sechsjährige Bond mit einem Kupon von 7,5 Prozent konnte bei den Investoren großes Interesse wecken. Nach nur einer Stunde am ersten Zeichnungstag hat der Getriebehersteller das Orderbuch wegen deutlicher Überzeichnung bereits wieder geschlossen. Damit setzt der Getriebehersteller ein positives Zeichen am Mini-Bondmarkt, der in der letzten Zeit unter schlechten Nachrichten gelitten hat. Die Einbeziehung der Anleihen in den Freiverkehr der Deutschen Börse war für den 17. Februar geplant, fand aber aufgrund der schnellen Platzierung bereits einen Tag nach dem vorzeitigen Ende der Zeichnungsfrist statt.

Bereits im Februar des vergangenen Jahres konnte NZWL eine Mittelstandsanleihe über 25 Millionen Euro innerhalb einer Stunde platzieren. Schon damals wurde die Emission von Diacama als Financial Advisor und Steubing als Sole Global Coordinator und Bookrunner begleitet. Sogar der Kupon der vorherigen Anleihe war der gleiche, obwohl sich das Rating der Leipziger verschlechtert hat. Im Januar hat Creditreform das Unternehmensrating von BB- auf B+ herabgestuft. Ein Grund ist die Verschlechterung der Finanzkennzahlen durch die Aufnahme von neuen Schulden. Außerdem hat die Herabstufung auch damit zu tun, wie die NZWL die neuen Mittel verwenden will.

NZWL gibt Erlöse an Schwesterunternehmen weiter

Rund 40 Prozent des Emissionserlöses wollen die Leipziger als Darlehen an das Schwesterunternehmen NZWL International in China weiterreichen. Damit soll der dortige neue Produktionsstandort erweitert und das Working Capital einer Tochtergesellschaft finanziert werden. Nach Einschätzungen von Creditreform entstehen dadurch neue Risiken für die NZWL in ihrer Finanzierungsfunktion. Weitere 45 Prozent des Erlöses will die Gesellschaft für Investitionen an europäischen Standorten verwenden. Der Getriebehersteller hält sich darüber 15 Prozent für anorganisches Wachstum vor. Die Investitionen gehen in diesem Jahr also weiter. Ab 2016 sollen erste Erträge daraus fließen, sagte CEO Hubertus Bartsch im TV-Interview gegenüber der Schwesterpublikation FINANCE.

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