Zwei Unternehmen kämpfen noch um die Rückzahlung der Genussrechte

09.08.12 13:54

Preps 2005-1 wird zurückbezahlt

Von Markus Dentz

Investoren von Preps 2005-1 haben schon lange auf den 6. August 2012 hingefiebert. Am wichtigsten Zahltag haben Anleger rund 220 Millionen Euro an Zinsen und Tilgung erhalten, wie Der Treasurer erfahren hat.

Die Anleger von von Preps 2005-1 können sich über eine Rückzahlung freuen.

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Die Anleger von von Preps 2005-1 können sich über eine Rückzahlung freuen.

Die Transaktion, die die Schweizer Capital Efficiency Group (CEG) vor sieben Jahren gemeinsam mit der HypoVereinsbank aufgelegt hat, umfasste ursprünglich einen Genussrechts-Pool mit einem Volumen von 313 Millionen Euro. 51 Unternehmen aus Deutschland und Österreich nahmen teil. Wie andere Mezzanine- Programme auch kämpfte Preps 2005-1 mit vorzeitigen Insolvenzen und Betrugsfällen. Das prominenteste Beispiel ist der bayerische Plüschtierhersteller Nici, bei dem 2006 ein massiver Betrug mit anschließender Insolvenz ans Tageslicht gekommen war.

 

Allen Unkenrufen zum Trotz haben nach Ablauf der sieben Jahre die meisten Unternehmen das ausstehende Kapital jetzt zurückbezahlt. Glimpflich davongekommen sind deswegen die Investoren der gerateten Tranchen Class A1 und Class A2. Trotz mehrerer Ratingherabstufungen haben sie die eingesetzten 235 Millionen Euro nebst Zinsen vollständig zurückerhalten. Bangen müssen hingegen Anleger der Class B, die von Moody’s inzwischen nur noch mit Caa3 bewertet wird. Sie erhalten zunächst nur rund 96 Prozent der Zinsen und des Kapitals zurück. Zwei Portfoliounternehmen, die namentlich nicht bekannt sind, kämpfen noch um die Refinanzierung. Zahlen sie wie angekündigt in den nächsten Monaten, dann sollten beim nächsten Zahlungstermin (Februar 2013) die ausstehenden Gelder an die Class B überwiesen werden können. In einem weiteren Fall hoffen die Initiatoren um die CEG nach eigenen Angaben noch auf einen positiven Erlös durch den Verkauf des Genussrechts eines kriselnden Unternehmens. Investitionen in die gerateten Tranchen waren besonders für diejenigen Investoren ertragreich, die am Sekundärmarkt eingestiegen sind.

 

Schlechter sieht es für die Zeichner der ungerateten Junior Note aus, die zu Beginn 31 Millionen Euro umfasste. Getroffen haben die Unternehmensinsolvenzen und Zahlungsausfälle besonders diese Investorenklasse: Von den investierten 31 Millionen Euro haben sie über die Laufzeit gerade einmal 4,6 Millionen Euro zurückerhalten. Damit schlägt sich Preps 2005-1 deutlich schlechter als die bereits ausgelaufenen Transaktionen Preps 2004-1 und 2004-2, bei denen die Zeichner der Hochrisikotranche immerhin noch – eine wenn auch kleine – positive Rendite erzielten.

 

Im August stehen weitere Mezzanine- Programme zur Rückzahlung an: Heat Mezzanine 1-2005, (HSBC Trinkaus) und Gemit (DZ Bank und Buchanan).

Dentz[at]derTreasurer.de