ProSiebenSat.1 spart Millionen mit Refinanzierung

ProSiebenSat.1 Media

25.04.14
Finanzen & Bilanzen

ProSiebenSat.1 spart Millionen mit Refinanzierung

ProSiebenSat.1 hat sich zu deutlich günstigeren Konditionen refinanziert, wodurch der Medienkonzern in den kommenden Jahren Millionen sparen wird.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat das derzeit günstige Umfeld an den Kapital- und Kreditmärkten genutzt und seine Finanzierung neu strukturiert. Über seine Holdinggesellschaft ProSiebenSat.1 Media hat das Unternehmen seine Kreditfazilitäten umfassend refinanziert. Der Medienkonzern hat eine unbesicherte Anleihe im Volumen von 600 Millionen Euro begeben, die mit 2,625 Prozent p.a. verzinst wird. Das Papier läuft sieben Jahre und ist ungeratet.

ProSiebenSat.1 platziert ungerateten Bond

Damit ist der Medienkonzern dem Beispiel des Maschinen- und Anlagenbaukonzerns Dürr gefolgt, der Ende März 2014 den ersten deutschen ungerateten Bond in diesem Jahr begeben hatte. Die Emission war Unternehmensangaben zufolge deutlich überzeichnet. Das zeigt, dass die Investoren weiterhin sehr hohe Liquidität haben und nach Anlagemöglichkeiten suchen.

ProSiebenSat.1 sieht deshalb auch keine Notwendigkeit, sich raten zu lassen: „Aktuell gibt es keine Überlegungen in diese Richtung“, sagt der stellvertretende Finanzvorstand des Medienkonzerns, Gunnar Wiedenfels. „Für ProSiebenSat.1 als bekanntem Börsenwert mit einem hohen Transparenzlevel würde ein Rating keine zusätzlichen Vorteile auf dem Kapitalmarkt bringen.“

Dem Unternehmen dürfte bei der Platzierung aber auch der 2013 erzielte neue Umsatz- und Ergebnisrekord geholfen haben. Der Umsatz wuchs um 10,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernjahresüberschuss erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 379,7 Millionen Euro. Gleichzeitig lag die Netto-Finanzverschuldung zum Jahresende bei rund 1,45 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad belief sich Ende Dezember auf den Faktor 1,8 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreswert von 2,0 leicht verbessert.

Unbesicherter Konsortialkredit für ProSiebenSat.1

Neben der Anleiheemission hat ProSiebenSat.1 zudem noch einen neuen, ebenso unbesicherten Konsortialkredit in Höhe von 2 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis April 2019 abgeschlossen. Die neue Kreditvereinbarung teilt sich in ein unbesichertes endfälliges Darlehen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro sowie in eine unbesicherte revolvierende Kreditfazilität mit einem Rahmenvolumen von 600 Millionen Euro auf.

Mit diesen beiden Finanzierungsinstrumenten löst der Medienkonzern besicherte endfällige Darlehen in Höhe von 1,86 Milliarden Euro deutlich vor der Zeit ab. Diese wären eigentlich erst im Juli 2018 fällig geworden. Zudem will ProSiebenSat.1 den neuen Konsortialkredit für allgemeine betriebliche Zwecke verwenden.

„Durch die Platzierung der Anleihe und die neue syndizierte Kreditvereinbarung können wir unsere Finanzierung weiter optimieren“, sagt Axel Salzmann, CFO der ProSiebenSat.1 Group. „Das Thema Sicherheiten stand für uns nicht im Vordergrund“, ergänzt Wiedenfels. „Mit der Refinanzierung haben wir vor allem das attraktive Marktumfeld mit seinem preiswerten Zinsniveau genutzt.“ So konnte ProSiebenSat.1 deutlich bessere Konditionen erzielen: Die Finanzierungskosten und der Cashflow (vor Steuern) verbessern sich Unternehmensangaben zufolge um rund 50 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.

Paulus[at]derTreasurer.de

Inklusive der neuen Anleihe hat die ProSiebenSat.1 Group bisher fünf Anleihen platziert:

1998: 250 Mio. Deutsche Mark
2001: 400 Mio. Euro
2002: 200 Mio. Euro
2004: 150 Mio. Euro
2014: 600 Mio. Euro