Jens Küsters

24.06.16
Finanzen & Bilanzen

Pumas neue Lieferantenfinanzierung

Der Sportkonzern aus Herzogenaurach hat eine neue Lieferantenfinanzierung initiiert. Der Clou dabei: Diejenigen Zulieferer profitieren von günstigen Finanzierungskonditionen, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards besonders gut einhalten. Diesen und weitere spannende Fachbeiträge hält die neue Ausgabe unserer Zeitschrift bereit.

Die Vorrunde der EM ist gespielt und hielt die eine oder andere Überraschung bereit. Dazu gehörten auch zerrissene Schweizer Trikots im Gruppenspiel gegen EM-Gastgeber Frankreich, die Puma lieferte. Inzwischen ist die Ursache des Vorfalls, der als #Trikotgate in den sozialen Netzwerken die Runde machte, geklärt: falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit bei der Herstellung durch einen Lieferanten in der Türkei. Zum Trost für Puma zerplatzte auch ein EM-Ball, den der Widersacher Adidas herstellt.

Besonders die Sportartikelhersteller wollen von dem sportlichen Großereignis in Frankreich profitieren. Bei Puma sollten die Umsätze anziehen, die im vergangenen Jahr bei rund 3,4 Milliarden Euro lagen. Puma entwirft, bewirbt und vermarktet seine Waren aus Herzogenaurach heraus. Produziert werden die Trikots, Sportschuhe und Accessoires allerdings fast ausschließlich von externen Lieferanten. Diese finden sich zu 90 Prozent in Asien und damit meist in Ländern, in denen der Zugang zu Finanzierungen schwierig ist. Darauf hat Puma reagiert.

Puma initiiert Reverse Factoring

Seit kurzer Zeit bietet das SDax-Unternehmen seinen Lieferanten an, ihre Forderungen finanzieren zu lassen – eine Art Reverse Factoring. „Als erstes haben wir Länder angebunden, in denen der Zugang zu Finanzierungen erfahrungsgemäß besonders schwierig ist“, sagt Frank Wächter, der seit rund fünf Jahren als Senior Head of Treasury & Insurance bei Puma fungiert. Das spannende an dem Ansatz ist, dass besonders diejenigen Lieferanten finanziell profitieren, die eine positive Bewertung durch Pumas Auditierungsprogramm erhalten. „Damit erhalten die Lieferanten einen finanziellen Anreiz, unsere verpflichtenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards einzuhalten“, sagt Treasurer Wächter, der sich auch beruflich stets im legeren Puma-Outfit kleidet.

Wie der Treasurer das genau umgesetzt hat und mit welchen Banken er kooperiert, erfahren Abonnenten von DerTreasurer in der heute erscheinenden Zeitschrift – die übrigens schon vor #Trikotgate in Druck ging.

Schwerpunkt Finanzierungstrends: Schuldscheine und mehr

Neben Lieferantenfinanzierungen gibt es viele weitere Finanzierungstrends im Treasury – allen voran der Schuldschein. Warum die Treasurer von Porsche, HeidelCement und Stada sich ausgerechnet für das einstige Nischeninstrument entschieden haben, können Sie ebenfalls in der neuen Printausgabe lesen. Aber nicht nur das: Im aktuellen Niedrigzinsumfeld steigt die Frequenz, mit der Treasury-Abteilungen die Konditionen ihrer syndizierten Kredite nachverhandeln wollen. Inzwischen werden Trade-Finance-Linien und Cash-Management-Mandate nach einem ähnlichen Muster angepasst und verlängert wie syndizierte Kredite. Die Vorteile sind bekannt. Doch welche Nachteile kann das für die Bankbeziehungen haben?

Mehr zu Themen wie Green Bonds, Digitalisierung der Finanzabteilung und Transparenz von Bankgebühren erfahren Sie in der neuen Printausgabe, die Abonnenten heute erhalten.

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