Ilka-Patricia Bernhart, Bereichsleiterin Treasury & Corporate Finance, über die vierte Schuldscheinemission der Klinikgruppe.

Sana Kliniken AG/Esther Neuman

23.07.14
Finanzen & Bilanzen

Sana: „Wir wollten unsere Hedge Ratio weiter optimieren“

Ilka-Patricia Bernhart, Bereichsleiterin Treasury & Corporate Finance, spricht mit DerTreasurer über die vierte Schuldscheinemission der Klinikgruppe.

Die private Klinikgruppe Sana (Umsatz 2013: 2 Mrd. Euro) hat erneut den Schuldscheinmarkt angezapft. Bereits zum vierten Mal griff der Münchener Konzern auf dieses kapitalmarktnahe Instrument zurück. „Eine Anleihe wäre für uns deutlich teurer und aufwendiger gewesen“, sagt Ilka-Patricia Bernhart. Die Bereichsleiterin Treasury & Corporate Finance ist bereits seit zehn Jahren bei den Sana Kliniken, hat das zentral ausgerichtete Treasury des Klinikkonzerns aufgebaut und alle bisherigen Schuldscheinemissionen begleitet. „Der größte Vorteil des Schuldscheins ist, dass auch die Altbanken der von uns übernommenen Krankenhäuser über kleinere Tickets an der Sana-Finanzierung partizipieren können und wir die Beziehung nicht vollständig kappen müssen“, sagt Bernhart. Die Transaktion haben die Kernbank Helaba als Lead-Manager und die Apo-Bank als strategischer Partner aus dem Gesundheitswesen als Co-Lead-Manager begleitet.

Sana-Schuldschein um das Sechsfache überzeichnet

Die Nachfrage nach dem neuen Sana-Schuldschein war riesengroß, das Papier um das Sechsfache überzeichnet. Den Münchenern dürfte dabei geholfen haben, dass die Klinikgruppe ein stabiles, nichtzyklisches Geschäftsmodell hat. Ursprünglich wollte die Klinikgruppe nur 75 bis 100 Millionen Euro einsammeln, erhöhte aber das Emissionsvolumen wegen der Nachfrage schließlich auf insgesamt 300 Millionen Euro. „Rund 100 Millionen Euro sind dabei FreshMoney, das wir für Investitionen und weiteres Wachstum benötigen“, sagt die Bereichsleiterin Treasury & Corporate Finance von Sana. „Mit dem restlichen Emissionserlös werden wir alte Schulden tilgen.“ Durch diesen Schritt könne die Klinikkette ihren jährlichen Zinsaufwand um einen hohen sechsstelligen Betrag reduzieren.

„Wir liegen bei allen Laufzeiten mit Zins plus Marge zwischen 100 und 200 Basispunkten“, sagt Bernhart, die sich nicht konkreter zum Pricing äußern wollte. In dem Sana-Schuldschein ist – wie bisher auch – die Leverage-Ratio als Covenant enthalten. Im Moment liegt der Nettoverschuldungsgrad (Net Debt/Ebitda) bei der Klinikgruppe bei 1,5.

Ein weiterer Pluspunkt des Schuldscheins ist das Spiel mit den Laufzeiten. Sana hat den Schuldschein in vier Tranchen mit drei, fünf, sechs und sieben Jahren Laufzeit platziert, die alle variabel verzinst werden. „Wir wollten unsere Hedge Ratio weiter optimieren“, sagt Bernhart. Bislang war Sana zu über 90 Prozent fix verzinst. „Durch die neue Schuldscheinemission reduziert sich unser Verhältnis von fixer und variabler Gesamtverschuldung auf 80 Prozent.“ Da der Konzern nach IFRS bilanziert, musste die Klinikgruppe frühzeitig die Transaktion auf die bestehenden Zinsabsicherungen ausrichten, um das Hedge-Accounting nicht zu gefährden.

Viele bekannte Investoren erneut beim Schuldschein dabei

Mehr als 50 Prozent des Transaktionsvolumens haben dabei bereitsbekannte Investoren gezeichnet. Die 30 privaten Krankenkassen, die den Gesellschafterkreis der Sana-Gruppe bilden, haben sich dabei bewusst nicht am Schuldschein beteiligt. Erst kürzlich hatte der Gesellschafterkreis den Sana Kliniken 100 Millionen Euro an Eigenkapital bewilligt und unterstützt den Konzern auch schon mit Gesellschafterdarlehen. Daneben stehen Sana noch Kontokorrentlinien in Höhe von 70 Millionen Euro als weitere Liquiditätsreserve zur Verfügung.

Nach der Schuldscheinemission will sich das fünfköpfige Sana-Treasury im zweiten Halbjahr insbesondere auf die Liquiditätsplanung konzentrieren, die gemeinsam mit Controlling und Rechnungswesen nicht nur für einen kurzfristigen Planungshorizont, sondern auch auf Drei-Jahres-Basis erstellt wird. „Wir verwenden ein Drittel unserer Zeit auf die Liquiditätsplanung“, sagt Bernhart. Daneben liegt noch das Cash Pooling und –Management, die externe Refinanzierung sowie die Intercompany-Finanzierung und das Zins- und Risikomanagement beim Sana-Treasury.

Paulus[at]derTreasurer.de