Schaeffler ist einen großen Schritt in Richtung reine Investmentgrade-Finanzierung gegangen.

Schaeffler

22.03.19
Finanzen & Bilanzen

Schaeffler begibt erstmals Investmentgrade-Anleihen

Schaeffler hat zum ersten Mal Investmentgrade-Bonds platziert. Damit ist der Auto- und Industriezulieferer auf dem Weg zu einer reinen Investmentgrade-Finanzierung.

Erfolgreiche Premiere für Schaeffler: Der Auto- und Industriezulieferer hat erstmals in seiner Unternehmensgeschichte Investmentgrade-Anleihen begeben und damit auf einen Schlag 2,2 Milliarden Euro eingesammelt. Die Transaktion gliedert sich in drei Tranchen auf: Die erste Tranche über 750 Millionen Euro läuft drei Jahre und wird mit 1,125 Prozent verzinst. Das zweite Papier hat ein Volumen in Höhe von 800 Millionen Euro, wird 2024 fällig und ist mit einem Kupon von 1,875 Prozent ausgestattet. Die dritte Tranche über 650 Millionen Euro läuft acht Jahre und wird mit 2,875 Prozent verzinst. Als aktive Joint Bookrunner mandatierte Schaeffler die Bank of America Merrill Lynch, die BNP Paribas, die Commerzbank und die Deutsche Bank.

„Die erstmalige Begebung von Investmentgrade-Anleihen ist für die Schaeffler AG ein wichtiger Schritt in unserem Bestreben, die Gruppe langfristig im Investmentgrade zu positionieren“, sagt Schaeffler-CFO Dietmar Heinrich. Der Autozulieferer wird von den drei Ratingagenturen Fitch (BBB-), Moody’s (Baa3) und Standard & Poor’s (BBB-) seit Spätsommer 2018 im Investmentgrade eingestuft. Der Ausblick der drei Agenturen ist stabil.

Schaeffler legte für Anleihen extra Programm auf

Bis zu dieser Transaktion bestand Schaefflers Konzernfinanzierung aus Bankkrediten sowie aus teilweise vorzeitig kündbaren High-Yield-Anleihen. Es verwundert nicht, dass der Konzern diese teureren Verbindlichkeiten nun zum Teil refinanzieren möchte. Zum einen plant der Automobilzulieferer, einen Bankkredit um 500 Millionen Euro zu reduzieren, zum anderen sollen drei kündbare Anleihen der Schaeffler Finance B.V. in einem Volumen von etwa 1,4 Milliarden Euro vorzeitig am 15. Mai 2019 zurückgezahlt werden.

Die nun begebenen Anleihen waren Unternehmensangaben zufolge mehrfach überzeichnet. Im Vorfeld der Transaktion hatten die Herzogenauracher extra ein Emissionsprogramm mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro aufgelegt. Den hierfür notwendigen Prospekt hatte der Konzern bereits im vergangenen Herbst vorbereitet und von der Aufsichtsbehörde in Luxemburg billigen lassen.

Durchaus bemerkenswert dabei: Schaeffler stemmt die umfassende Refinanzierung mit einem Interims-Treasury-Chef. Marc Kagels, zuvor Head of Liquidity and Market Risk Management, leitet seit dem vergangenen Sommer das Schaeffler-Treasury. Ab Juli wird Dirk Schreiber, derzeit noch Chef-Treasurer bei Fresenius, die Leitung des Bereichs übernehmen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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