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02.11.18
Finanzen & Bilanzen

Schuldschein und Handelsfinanzierung: Braucht es Blockchain oder nicht?

Die Zahl der Plattformen für Schuldscheinemissionen und Handelsfinanzierungen ist kaum noch zu überblicken. Dass es eine Digitalisierung dieser Instrumente braucht, ist unstrittig – aber ist dafür die Blockchain nötig? Die Glaubensfrage spaltet die Banker-Community.

Es war eine Premiere, die Signalwirkung haben könnte: Die österreichische Erste Group hat vergangene Woche als erste Bank einen Schuldschein ausschließlich über eine Blockchain-Plattform am Markt platziert. Der herkömmliche papierbasierte Platzierungsprozess entfiel. Die Transaktion von Erste Group und dem österreichischen Autobahnbetreiber Asfinag ist vermutlich noch nicht der Durchbruch für die Blockchain-Technologie bei Schuldscheinemissionen. Klar ist aber: Die zivil- und aufsichtsrechtlichen Hürden für den Einsatz der neuartigen Technologie werden kleiner.

Auch die Gespräche mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin machen offenbar Fortschritte. Zumindest hat die LBBW, die mit ihren Schuldscheinen für Daimler und Telefónica Deutschland die technische Machbarkeit derartiger Blockchain-Deals demonstrierte, einen konkreten Fahrplan: „Wir wollen im ersten Halbjahr 2019 den ersten Schuldschein auf der Blockchain durchführen, der ohne den parallelen papierbasierten Prozess auskommt“, erklärt Joachim Erdle, Leiter Corporate Finance bei der LBBW, auf Anfrage von DerTreasurer.

LBBW glaubt weiter an die Blockchain

Im gleichen Atemzug wolle die Bank die Blockchain-Technologie mit der Schuldscheinplattform Debtvision verheiraten, erklärte Erdle. Die Landesbank hatte Debtvision im Juni gemeinsam mit der Börse Stuttgart gegründet. Debütemittent war damals der Agrarhändler Baywa. Derzeit arbeitet die LBBW daran, Investoren an die Plattform anzubinden.

Schuldschein und Handelsfinanzierung: Braucht es die Blockchain oder nicht?

Die Erste Group hat vergangene Woche als erste Bank einen Schuldschein ausschließlich über eine Blockchain-Plattform platziert. Ist diese Transaktion der Durchbruch für die Blockchain-Technologie bei Schuldscheinemissionen?

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Der Wettstreit der Schuldscheinplattformen ist auch eine Glaubensfrage: Bringen die Eigenschaften der dezentralen Datenbank einen echten Mehrwert für solche Plattformen, oder reicht es, den Schuldschein mit bereits bekannten Technologien zu digitalisieren? Diese Frage spaltet die Treasury- und Banker-Community weiterhin. Ähnlich stellt sich die Lage in der Handelsfinanzierung dar.

Wie verschiedene Banken die Glaubensfrage Blockchain beantworten, das erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von DerTreasurer.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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