Siemens hat es erneut geschafft, beim Schuldenmachen Geld zu verdienen.

Siemens AG

28.02.20
Finanzen & Bilanzen

Siemens platziert Bond mit negativer Rendite

Der Technologiekonzern Siemens begibt Milliardenbonds und nutzt dabei das Niedrigzinsumfeld für sich. Gleichzeitig zapfte das Unternehmen auch einen Markt außerhalb der Euro-Zone an.

 

Bereits zum zweiten Mal gelingt dem Technologiekonzern Siemens ein Kunststück am Bondmarkt: Die Münchener verdienen beim Schuldenmachen teils Geld. Insgesamt hat der Dax-Konzern Anleihen über 5 Milliarden Euro begeben, wovon 4 Milliarden Euro auf Euro-Tranchen entfallen. Die Laufzeiten dieser Papiere liegen bei drei, sechs, neun und zwölf Jahren.

Die Tranche mit der kürzesten Laufzeit ist Medienberichten zufolge negativ verzinst: Bei dem dreijährigen Papier liegt der Kupon bei 0 Prozent, die Negativrendite bei 0,145 Prozent. Damit liegt die Rendite nicht so tief unter der Nulllinie wie im vergangenen September, als Siemens sich Negativrenditen auf Rekordniveau sicherte. Für einen zweijährigen Bond lag die Rendite damals bei minus 0,315 Prozent, bei einem fünfjährigen Bond noch bei minus 0,207 Prozent.

Diesmal liegt „nur“ eine Tranche der Münchener im negativen Bereich. Für den sechs Jahre laufenden Bond, der ebenfalls mit null Prozent verzinst wird, liegt die Rendite mit 0,015 Prozent knapp im Positiven. Bei den Bonds über neun und zwölf Jahre können die Anleger etwas mehr einsammeln. Bei diesen Papieren liegt die Rendite bei rund 0,27 Prozent beziehungsweise 0,51 Prozent.

Siemens begibt Pfund-Anleihe

Über die Euro-Emission hinaus platzierte Siemens eine Anleihe über 850 Millionen Britische Pfund (rund 1 Milliarde Euro). Bei diesem Bond, der über fünf Jahre läuft, lag die Rendite bei der Emission bei 1,037 Prozent. Der Aufschlag gegenüber den entsprechenden Gilts lag bei 60 Basispunkten. Nach Informationen von DerTreasurer stammte der überwiegende Teil der Investoren bei der Pfund-Transaktion aus Großbritannien und Irland. Bei den Euro-Bonds griffen hingegen etwa die Hälfte der Investoren aus Deutschland und Österreich zu.

Die Münchener, die ihr Portfolio durch den geplanten Börsengang für Siemens Energy in diesem Jahr weiter umbauen wollen, profitieren von erstklassigen Ratings. Diese liegen bei A1 (Moody's) und A+ (Standard & Poor's). Die Bond-Transaktion wurde nach Informationen von DerTreasurer von BNP Paribas als Global Coordinator sowie von Citi, HSBC, JP Morgan, LBBW und Mizuho begleitet.

Koegler[at]derTreasurer.de

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