Siemens

11.09.18
Finanzen & Bilanzen

Siemens platziert milliardenschwere Anleihe

Nach jahrelanger Abwesenheit war Siemens wieder am Euro-Kapitalmarkt aktiv. Der Technologiekonzern profitierte davon, dass er nach der Sommerpause zu den ersten Emittenten gehörte.

Der Technologiekonzern Siemens hat nach fünf Jahren Abstinenz nun wieder den Euro-Kapitalmarkt angezapft. Die Münchener haben über ihre niederländische Finanzierungsgesellschaft eine Anleihe in drei Tranchen über insgesamt 2,75 Milliarden Euro begeben. Die erste Tranche hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro, läuft fünf Jahre und wird mit 0,375 Prozent verzinst. Die zweite Tranche über 750 Millionen Euro hat eine Laufzeit von neun Jahren und ist mit einem Kupon von 1 Prozent ausgestattet. Die dritte Tranche über ebenfalls 1 Milliarde Euro läuft zwölf Jahre und hat einen Zinssatz von 1,375 Prozent. Das Closing war am vergangenen Donnerstag.

Das Orderbuch lag Unternehmensangaben zufolge bei insgesamt 6,8 Milliarden Euro. Damit waren die „Anleihen 2,5-fach überzeichnet“, erklärte Siemens auf Anfrage von DerTreasurer. „Dadurch, dass wir nach der Sommerpause zu den ersten Emittenten zählten, konnten wir sehr gute Konditionen erzielen.“ Bei der Preisfixierung lagen die Emissionsrenditen bei allen Laufzeiten Unternehmensangaben zufolge im Schnitt um 20 Basispunkte unter den anfänglichen Indikationen. Mit dem Emissionserlös will Siemens allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren. 

Siemens will mit Anleihe auch Privatanleger ansprechen

Alle drei Anleihen sind geratet: S&P bewertet sie mit A+ und Moody’s mit A1, was auch den Unternehmensratings der Münchener entspricht. Zudem weisen die Anleihen eine 1.000-Euro-Stückelung auf. Damit konnten auch Privatanleger die Papiere zeichnen. Einige Unternehmen hatten zuletzt von der Vermarktung an Privatinvestoren Abstand genommen, da die beiden seit Anfang dieses Jahres geltenden Regularien, die Finanzmarktregulierung Mifid II und die Richtlinie für alle verpackten Anlageprodukte Priips, solche Emissionen komplexer gemacht haben.

Für Siemens war das kein Hinderungsgrund: „Privatinvestoren waren und sind stets ein wichtiger und stabiler Teil der Investoren in Deutschland, die wir gerne einbinden wollen“, teilte der Konzern hierzu mit. Morgan Stanley hat die Emission als Global Coordinator koordiniert. Joint Bookrunners waren neben Morgan Stanley Commerzbank, ING, Société Générale und Unicredit. Als Co-Manager waren DZ-Bank und LBBW beteiligt.

Rathgeb: Kapitalmarktdebüt als neuer Siemens-Treasurer

Mit dieser milliardenschweren Anleihe hat Peter Rathgeb als neuer Group Treasurer von Siemens ein erfolgreiches Kapitalmarktdebüt gegeben. Rathgeb hatte den Treasury-Posten am 1. Juli dieses Jahres von Hans-Peter Rupprecht übernommen, der nach 46 Berufsjahren in den Ruhestand gegangen ist.

Allerdings ist der Kapitalmarkt für den neuen Group Treasurer von Siemens kein unbekanntes Terrain: Der gebürtige Österreicher ist bereits seit dem Jahr 2000 für den Dax-Konzern tätig. Zunächst leitete Rathgeb den Bereich Risk Controlling & Credit Rating bei der Finanzsparte Siemens Financial Services. 2010 übernahm der gelernte Banker und promovierte Ökonom dann den CFO-Posten der Siemens-Bank.


Paulus[at]derTreasurer.de

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