Schwaches Wachstum in der Volksrepublik

25.11.15 08:00

S&P: Chemieunternehmen entgehen China-Schwäche

Von Jakob Eich

Die China-Flaute führt nicht zu Ratingherabstufungen für EMEA-Chemiekonzerne. Risiken gibt es für die Branche aber dennoch.

Die China-Flaute führt nicht zu Ratingherabstufungen für EMEA-Chemiekonzerne.

Thinkstock/Getty Images

Die China-Flaute führt nicht zu Ratingherabstufungen für EMEA-Chemiekonzerne.

Die zuletzt deutlich abflauende chinesische Wirtschaft hat für europäische Chemieunternehmen vorerst keine negativen Auswirkungen. „Die Chemieindustrie in EMEA ist im Vergleich zu anderen Sektoren widerstandsfähiger gegenüber einem verlangsamten Wirtschaftswachstum in China“, erklärt Andrey Nikolaev, Kreditanalyst bei Standard & Poor’s. Die Ratingagentur belässt den Ausblick der Branche daher auf stabil.

Rating der Chemieunternehmen nicht in Gefahr

S&P gibt verschiedene Beweggründe für diese Entscheidung an. Zum einen sei die Chemieindustrie vor allem in der relativ stabilen Konsumgüterindustrie aktiv. Zum anderen wiesen die meisten Chemiekonzerne in China nur ein moderates Geschäft auf. „Die meisten Unternehmen machen keine Angaben zu ihren Umsätzen in China. Wir gehen jedoch davon aus, dass China etwa 10 bis 15 Prozent des Asiengeschäfts der meisten Unternehmen ausmacht, inklusive Exporte nach China und der Produktion vor Ort“, führt Nikolaev weiter aus. Ihre Erträge in den beiden Schlüsselmärkten Europa und USA seien weitaus höher.

Dementsprechend gibt sich die Ratingagentur für den Ausblick optimistisch: Für 2015 geht das Unternehmen von moderaten Gewinnsteigerungen bei den Chemieunternehmen aus. Auch im Jahr 2016 werden die Konzerne in dem Sektor aus Sicht von S&P stabil profitabel sein – oder sogar noch einträglicher als angenommen.

S&P rechnet mit 6,3 Prozent Wachstum in China in 2016

Die Analysten der Ratingagentur gehen zudem davon aus, dass die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft nur moderat ausfallen werde und somit keine größeren Konsequenzen für den Chemiesektor haben dürfte. Für das laufende Kalenderjahr rechnet S&P noch mit 6,8 Prozent, für 2016 nur noch mit 6,3 Prozent.

Dennoch sieht das US-Ratinghaus für den Chemiesektor durchaus Risiken. Und zwar dann, wenn die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft stärker ausfallen sollte als erwartet. Das könne bei einigen Chemieprodukten zu weltweiten Überkapazitäten führen. Als Beispiel nennt S&P Basischemikalien. Zu diesen gehören beispielsweise Kunststoffe, Tenside oder auch Düngemittel.

Eich[at]derTreasurer.de