Besonders in Asien, dem Nahen Osten und Afrika will Standard Chartered Firmenkunden unterstützen, sagt Deutschlandchef Heinz Hilger.

Standard Chartered

13.04.17
Finanzen & Bilanzen

Standard Chartered will Kunden in „Footprint-Märkte“ begleiten

Standard Chartered ist in Deutschland auf Wachstumskurs. Gerade in Asien, dem Nahen Osten und Afrika will die britische Bank Firmenkunden unterstützen.

Standard Chartered will in Deutschland weiter wachsen. Die britische Bank will Kunden vor allem in ihre „Footprint-Märkte“ begleiten, wie Deutschlandchef Heinz Hilger es nennt. Anleihen in Indien, ABS in China, ein Konto in Angola – besonders in Asien, dem Nahen Osten und Afrika will Standard Chartered Firmenkunden unterstützen. Der Bank hilft es, dass sich Wettbewerber wie die Royal Bank of Scotland (aus Asien) oder Barclays (aus Afrika) zurückgezogen haben.

Konzernweit hat Standard Chartered wegen Restrukturierungen im vergangenen Jahr zwar rote Zahlen geschrieben. Ein Rückzug aus einzelnen Regionen oder eine Reduzierung des Deutschlandgeschäfts stehe aber nicht zur Debatte. „Wir haben hier bereits Sparmaßnahmen umgesetzt und wollen nun neue Kunden gewinnen“, sagt Hilger.

Standard Chartered kooperiert mit BayernLB

Bereits im vergangenen Jahr ist eine besondere Kooperation bekanntgeworden: Standard Chartered hat eine Partnerschaft mit der BayernLB im internationalen Handel besiegelt. Konkret geht es dabei um die Abwicklung von Akkreditiven, Risikoübernahmen und Garantien im Außenhandel – und dort vor allem um den Handel mit Asien. Suchen deutsche Unternehmen dort nach einem Akkreditivgeber, spricht die BayernLB präferiert Standard Chartered an und umgekehrt.

„Die Kooperation kann auch den KYC-Prozess unheimlich erleichtern“, sagt Hilger. Da Standard Chartered in Deutschland fast ausnahmslos Großkonzerne anspricht, überlappen sich die Kundengruppen der beiden Institute kaum.

Standard Chartered stockt personell leicht auf

Personell hat die Bank in den vergangenen Monaten leicht aufgestockt. Seit Anfang Januar ist Carmen Müller als Managing Direktor verantwortlich für internationale Large-Cap-Kunden. Für das Transaction Banking Nordics, Deutschland und Schweiz ist Marion Reuter zuständig, die den Bereich von Jan Willem de Vreeze übernommen hat, der zwischenzeitlich dort tätig war.

In Zukunft könnte es deutlich mehr Zugänge geben, muss die in London residierende Standard Chartered doch wegen des Brexit in der Euro-Zone eine Niederlassung mit umfangreicher Banklizenz haben. Dublin und Frankfurt sind laut Medienberichten im Gespräch, wobei die Mainmetropole als mit 100 Mitarbeitern größte Niederlassung und wegen der Nähe zu den Regulatoren einige Vorteile hätte. Das letzte Wort sei in dieser Hinsicht aber noch nicht gesprochen. „Die Gespräche laufen noch“, sagt Hilger, der sich für Frankfurt einsetzt. Weitere Punkte, die für Deutschland sprechen, seien das erstklassige Länderrating und die Nähe zur Wirtschaft.

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