Treasurer können höhere Flexibilität durchsetzen

28.05.18 10:00

Standardverfall bei Leveraged Loans

Von Antonia Kögler

Covenant-lite-Deals sind mittlerweile zum Marktstandard geworden. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Ratingagentur Moody’s.

Bei Leveraged Loans lockern sich die Kreditstandards immer weiter. Treasurer können sich das zunutze machen.

pinkomelet/iStock/Thinkstock/Getty Images

Bei Leveraged Loans lockern sich die Kreditstandards immer weiter. Treasurer können sich das zunutze machen.

Der Markt für Leveraged Loans läuft rund. Seit 2012 wurden in einem ersten Quartal nicht mehr so viele dieser riskanteren Unternehmenskredite ausgegeben wie zum Auftakt dieses Jahres. Und wenn es nach den Investoren geht, ist weiteres Potential für Wachstum da. Die Nachfrage läge immer noch über dem Angebot, beschreibt Analystin Tanya Savkin von Moody's in einer aktuellen Analyse. Und den Umstand können sich Treasurer derzeit gut zunutze machen: Financial Covenants und andere Schutzvorkehrungen für Investoren werden immer mehr aufgeweicht.

„Sogenannte Covenant-lite-Deals sind inzwischen weitläufig akzeptiert, sogar für kleinere Transaktionen, und werden unserer Ansicht nach weiterhin der Marktstandard bleiben“, so Savkin. Wie normal Convenant-lite-Deals inzwischen geworden sind, zeigt ein Blick in die Statistik: Laut Moody's enthielten 75 Prozent aller Leveraged-Finance-Transaktionen mit einer Term-Loan-B-Fazilität keine Financial Covenants mehr. Der Abbau der Standards ging schnell: 2016 waren es nur 47 Prozent, im Jahr davor sogar nur 27 Prozent.

Dokumentation bei Leveraged Loans erlaubt mehr

Die Ratingagentur stellt ebenfalls fest, dass Unternehmen, die sich über Leveraged Loans finanzieren, mittlerweile deutlich einfacher die eigene Verschuldung hochfahren können, ohne dafür das Einverständnis ihrer Kreditgeber einholen zu müssen. Das ist für Investoren besonders riskant, da diese Finanzierungsform ohnehin meist von Unternehmen mit hoher Verschuldung genutzt wird. Auch die Summe, die ohne Zustimmung zusätzlich eingesammelt werden kann, sei gestiegen, so Moody's. Der Anteil der Kreditvereinbarungen, bei denen diese Freisumme in Multiples gesprochen mehr als 1x Ebitda beträgt, ist von 12 Prozent im Jahr 2016 auf 20 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.

 Damit sind nur einige Stellschrauben in der Dokumentation genannt, die in den vergangenen Jahren gelockert wurden. Moody's nennt in der Analyse weitere. Das Gesamtbild ist klar: Die Standards wurden deutlich aufgeweicht. Für Investoren steigen damit die Risiken, sollte es bei den Unternehmen einmal nicht so rund laufen. Das könnte vor allem dann problematisch werden, wenn es nicht nur einzelne Häuser trifft, sondern sich die wirtschaftliche Lage insgesamt verschlechtert.

Koegler[at]derTreasurer.de

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