Refinanzierung von Tank & Rast besteht aus zwei vorrangigen Kredittranchen und zwei Anleiheemissionen

29.11.13 10:25

Tank & Rast refinanziert mehr als 2 Milliarden Euro

Von Sabine Paulus

Die Refinanzierung des Raststättenbetreibers Tank & Rast steht kurz vor dem Abschluss mehrerer Transaktionen. Mit zwei vorrangigen Kredittranchen und zwei Anleiheemissionen soll das Unternehmen einem Pressebericht zufolge seine Refinanzierung über mehr als 2 Milliarden Euro angehen.

Tank & Rast refinanziert mehr als 2 Milliarden Euro

Tank & Rast

Der Raststättenbetreiber Tank & Rast packt seine milliardenschwere Refinanzierung an. Wie die Börsen-Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, steht die Transaktion kurz vor dem Abschluss und besteht aus zwei vorrangigen Kredittranchen und zwei Anleiheemissionen. Das Darlehen soll sich in einen fünfjährigen Term Loan A über 830 Millionen Euro, der mit 3,5 Prozent über Euribor verzinst wird, und einen sechsjährigen Term Loan B über 570 Millionen Euro, den primär Investoren stellten und der mit 3,75 Prozent verzinst wird, aufteilen. Hinzukommen sollen nachrangige Secon Lien Notes in Höhe von 460 Millionen Euro, einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Kupon von 6,75 Prozent, sowie sogenannte Payment-in-Kind(PIK)-Notes über 247 Millionen Euro mit 12,5 Prozent p.a.

Die PIK-Note sei in der Kapitalstruktur auf Holdingebene angesiedelt, schreibt die Zeitung weiter, wohingegen die Senior-Kredite auf der operativen Ebene näher am Cashflow stünden. Morgan Stanley soll das ehemalige Staatsunternehmen beraten und die PIK-Note arrangiert haben, Koordinatoren des Second Lien sind dem Bericht zufolge Barclays, Deutsche Bank und RBS.

Finanzinvestor Terra Firma setzt keine Mittel ein

Damit nutzen die Bonner, die ein Ratingprofil von B- haben sollen, die nach wie vor günstigen Konditionen an den Finanzierungsmärkten. Zudem dürfte dem Raststättenbetreiber geholfen haben, dass fast alle der über 580 Lizenzverträge länger laufen als bis zum Jahr 2035, wodurch sich die künftigen Cashflows relativ gut prognostizieren lassen. Der britische Finanzinvestor Terra Firma, dem Tank & Rast zur Hälfte gehört, setzt der Zeitung zufolge keine Mittel ein. Die Nettofinanzschulden von Tank & Rast liegen bei rund 2,3 Milliarden Euro und belaufen sich Medienberichten zufolge auf das neunfache des Ebitda.

Der Private-Equity-Investor hatte Tank & Rast bereits Ende 2004 für 1,1 Milliarden Euro übernommen und dem Raststättenbetreiber dabei Reuters zufolge einen Schuldenberg von 820 Millionen Euro aufgebürdet. Dieser erhöhte sich 2006 noch durch eine fremdfinanzierte Sonderausschüttung an Terra Firma von rund 400 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro. Im Juni 2007 kaufte der Infrastrukturfond RREEF der Deutschen Bank dem britischen Finanzinvestor 50 Prozent von Tank & Rast für 1,2 Milliarden Euro ab. Dabei entstand die bisherige Schuldenstruktur über 2,27 Milliarden Euro, die aus vorrangig besicherten Krediten über 1,8 Milliarden Euro, 200 Millionen nachrangigen Krediten, einer Capex-Tranche über 250 Millionen Euro und einer revolvierenden Kreditlinie über 20 Millionen Euro zusammensetzt.

Tank & Rast hat seit Jahren stetig wachsende Umsatzerlöse

Zugute kommen dürfte Tank & Rast nun, dass Infrastrukturkredite deutlich günstiger sein dürften als klassische LBO-Finanzierungen. Zudem sind die Umsatzerlöse des Konzerns, die vor allem aus den Pachteinkünften der selbstständigen Raststättenbetreiber sowie umsatzabhängigen Provisionen stammen, in den vergangenen Jahren gestiegen. 2012 soll Tank & Rast einen Umsatz von rund 295 Millionen erzielt haben bei einem vergleichsweise hohen Ebitda von 217 Millionen Euro. 2007 setze der Raststättenbetreiber noch lediglich 272 Millionen Euro um.

Paulus[at]derTreasurer.de