Weitere Bank stößt zur Initiative

17.10.17 13:14

Trade Finance: Start der Blockchain-Plattform verzögert sich

Von Sabine Paulus

Neuigkeiten zur Digital Trade Chain: Die Blockchain-Plattform für Handelsfinanzierungen wird künftig unter einem neuen Markennamen auftreten. Doch ihr Start kommt etwas später als ursprünglich geplant.

Digital Trade Chain, eine Blockchain-Plattform für Handelsfinanzierungen, tritt künftig unter einem neuen Markennamen auf.

Maersk

Digital Trade Chain, eine Blockchain-Plattform für Handelsfinanzierungen, tritt künftig unter einem neuen Markennamen auf.

Fast täglich kursieren neue Nachrichten aus der Blockchain-Welt. Jetzt sind weitere Details zur geplanten Plattform Digital Trade Chain bekanntgeworden. Die Blockchain-Lösung für Handelsfinanzierungen wird künftig unter dem Markennamen we.trade auftreten. Das teilten die Deutsche Bank und die Hypovereinsbank, die zur italienischen Unicredit gehört, unabhängig voneinander mit.

Wegen der Expansion und der weiteren Internationalisierung der Plattform hätten sich die Gründungspartner entschieden, künftig einen neuen Markennamen zu nutzen, begründen die Banken die Umfirmierung. „We.trade“ werde deshalb den Namen „Digital Trade Chain“ ersetzen.

Sieben Banken – Deutsche Bank, HSBC, KBC, Natixis, Rabobank, Société Générale und Unicredit – hatten die Blockchain-Plattform zu Jahresbeginn initiiert. Ihr Ziel ist es, inländische und grenzüberschreitende Handelsfinanzierungen für europäische Unternehmen zu erleichtern. Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen sollen davon profitieren und ihre Handelstransaktionen schneller und effizienter durchführen können.

Zeitplan für Blockchain-Plattform Digital Trade Chain verzögert sich

Wie nun ebenfalls bekannt wurde, ist die Banco Santander kürzlich als achte Gründungsbank dem Konsortium beigetreten. Die acht Banken wollen noch in diesem Jahr ein Joint Venture mit Sitz in Irland gründen, das der Eigentümer der Marke we.trade sein wird. Das Gemeinschaftsunternehmen wird den Banken zufolge die Plattform, die auch für weitere Kreditinstitute offensteht, betreiben und vermarkten.

Der Zeitplan für den Start der Blockchain-Plattform für Handelsfinanzierungen verzögert sich allerdings. Ursprünglich hätte Digital Trade Chain im Dezember an den Start hätte gehen sollen. Nun sollen Testkunden die Blockchain-Lösung ab Februar kommenden Jahres nutzen können, der offizielle Start ist für das zweite Quartal 2018 vorgesehen.

Konkurrenz für Trade-Finance-Plattform formiert sich

Doch die Initiative ist nicht die einzige Blockchain-Lösung für Handelsfinanzierungen, die derzeit entwickelt wird. Erst vor wenigen Tagen sind die Commerzbank, die österreichische Erste Group, die spanische Caixa Bank sowie die kanadische Bank of Montreal einer Blockchain-Initiative von UBS und IBM beigetreten. Diese entwickelt ebenfalls eine Blockchain-basierte Plattform für inländische und grenzüberschreitende Handelsfinanzierungen entwickeln. Erste Pilottransaktionen mit Kunden sollen Anfang 2018 stattfinden.

Langfristig dürfte sich allerdings nur eine der beiden Blockchain-Lösungen für Handelsfinanzierungen durchsetzen. Der Erfolg der Plattformen hängt schließlich von der Anzahl der beteiligten Importeuren, Exporteuren, Banken, Zoll- und Steuerbehörden sowie Regulatoren und Kreditversicherer ab – und kaum eine der beteiligten Parteien wird auf zwei Plattformen gleichzeitig aktiv sein wollen.

Handelsfinanzierung gilt als Paradebeispiel für Blockchain

Die Handelsfinanzierung ist Experten zufolge neben dem Schuldschein und der Wertpapierabwicklung für die Anwendung der Blockchain-Technologie prädestiniert, da dadurch die Risiken bei internationalen Handelsgeschäften minimiert und die Handelsprozesse vereinfacht werden können. Denn über die Blockchain als dezentrale Datenbank sind Importeur, Exporteur und die involvierten Banken und Transporteure direkt miteinander verbunden.

Zudem können die Handelsprozesse deutlich schneller abgewickelt werden, da eine papierbasierte Dokumentation nicht mehr notwendig ist. Stattdessen findet die Interaktion quasi in Echtzeit statt. Alle Vertragsbestandteile wie die Bestellung, die Rechnungsstellung und die Zollunterlagen können über die Blockchain abgebildet werden. Das schafft für alle beteiligten Parteien volle Transparenz, Sicherheit und Datenintegrität. In einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium könnten auch Akkreditive, Warenkreditversicherungen und andere Supply-Chain-Finance-Instrumente über die Blockchain-Plattform vertrieben werden.

Paulus[at]derTreasurer.de

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