Heute erscheint die Printausgabe 3-2017

22.09.17 09:41

Treasurer Kurt Schäfer über Daimlers Blockchain-Deal

Von Markus Dentz

Wenige Woche sind vergangen, seitdem Daimler erstmals eine Schuldscheintransaktion via Blockchain simulierte. Im Interview mit DerTreasurer äußert sich nun Treasury-Chef Kurt Schäfer über die Hintergründe der Transaktion. Im Magazin findet sich daneben der Schwerpunkt Cash Management.

Daimler-Treasury-Chef Kurt Schäfer sprach mit DerTreasurer über die Hintergründe der Blockchain-Transaktion.

Jens Küsters

Daimler-Treasury-Chef Kurt Schäfer sprach mit DerTreasurer über die Hintergründe der Blockchain-Transaktion.

Die Blockchain ist das Thema der Stunde, zumindest wenn man den Downloadzahlen dieser Website glauben schenkt. Die Themenseite und Artikel rund um die Blockchain fanden in diesem Jahr am meisten Beachtung bei unseren Lesern. Die Erwartungen an die neue Technologie sind riesengroß, wirklich belastbare Fallstudien im Bereich Treasury existieren aber kaum.

Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Schuldscheintransaktion von Daimler Ende Juni besonders hohe Aufmerksamkeit erhielt. Der Stuttgarter Autobauer hatte gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erstmals einen Schuldschein mit der neuen Technologie platziert. Der Test fand unter Laborbedingungen statt, lediglich eine Handvoll Investoren war eingebunden.

Die Fantasie ist aber groß, dass diese Technologie die Platzierung von Wertpapieren und damit auch einen Teil der Unternehmensfinanzierung revolutionieren könnte. Daimler-Treasurer Kurt Schäfer hat uns Anfang September einen Einblick in die Überlegungen des Autobauers gegeben. „Die Blockchain hat sehr viele Vorteile bei der Automatisierung“, sagt Schäfer im Gespräch mit dieser Publikation. Experten der LBBW glauben, dass für die Bank eine Effizienzsteigerung in der Abwicklung von bis zu 50 Prozent möglich ist. Das rührt daher, dass alle an der Blockchain Beteiligten in Echtzeit über denselben Informationsstand verfügen.

Die neue Technologie war aber nicht das einzige Thema des Gesprächs: Insbesondere die Mitarbeiterentwicklung liegt Schäfer am Herzen. Wie sich die Profile im Daimler-Treasury ändern, erklärte er im Interview in Stuttgart. Denn gerade die Automobilindustrie steht bekanntlich unter hohem Veränderungsdruck – selbst im Finanzbereich.

Neue Initiativen und Innovationen verändern das Cash Management

Neue Technologien dürften in den kommenden Jahren  auch die Art, wie Unternehmen Cash Management und Zahlungsverkehr betreiben, deutlich verändern. Als nächster Schritt steht die Einführung von Instant Payments unmittelbar bevor. Im November wird es so weit sein, wenn Experten auch erst für das kommende Jahr mit einer breiteren Nutzung der Echtzeitzahlungen rechnen.

Der Schwerpunkt Cash Management beschäftigt sich dieses Mal mit Themen wie virtuellem Cash Management, der Bedeutung des Point of Sale und auch Payment-as-a-Service-Lösungen. Zwei Beiträge widmen sich der GPI-Initiative von Swift. Der Finanznachrichtendienstleister hatte diese Anfang 2016 ins Leben gerufen, um durch einheitliche Standards im Korrespondenzbankengeschäft den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr für Firmenkunden zu vereinfachen und zu beschleunigen. Inzwischen fordern auch verstärkt Unternehmen die Umsetzung der Standards.

Treasurer kämpfen mit der Geldanlage im Niedrigzinsumfeld

Auch aus den Bereiche Software & IT, Asset Management und Finanzierung hält die neue Ausgabe Themen bereit. Insbesondere das Thema Geldanlage treibt viele Treasurer derzeit um wie kein zweites – ob bei kurzfristigen Laufzeiten, wo die Banken bei höheren Anlagesummen mit Strafzinsen drohen. Oder auch bei den Pensionsgeldern, für die Treasurer häufig zuständig sind. Gleichzeitig droht die Zinswende wie ein Damoklesschwert. Wie der Industriegasekonzern Linde mit diesem Dilemma umgeht, berichte Christoph Schlegel, Head of Pensions.

Dentz[at]derTreasurer.de

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