Julia Schwager / Commerzbank

13.05.16
Finanzen & Bilanzen

Treasurer sehen Commerzbank in Übergangsphase

Martin Blessing hat die Commerzbank durch die Finanzkrise geführt. Wie steht die Bank nach seinem Abgang da? Treasury-Chefs ziehen ein gemischtes Fazit.

Die Commerzbank hat ein neues Kapitel aufgeschlagen: Nach acht Jahren an der Spitze des zweitgrößten deutschen Geldhauses hat Martin Blessing Anfang Mai den Staffelstab an den bisherigen Privatkundenchef Martin Zielke weitergegeben. Der Machtwechsel war seit längerem geplant, dennoch wird ein solcher Führungswechsel naturgemäß auch von den Firmenkunden der Bank genau verfolgt.

Die meisten Treasurer und Finanzchefs sehen die Personalie allerdings entspannt. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE im April unter 135 CFOs, Leiter Finanzen und Leiter Treasury durchgeführt hat. Rund 85 Prozent der Befragten schätzen den Wechsel als neutral ein. Unter den übrigen halten sich positive und negative Einschätzungen etwa die Waage. Die Gelassenheit hat vermutlich den Grund, dass Zielke selbst einige Zeit im Firmenkundenbereich tätig war.

Die Commerzbank hat ein Kostenproblem

Blessing hat die Commerzbank nach der Finanzkrise in ruhiges Fahrwasser zurückgeführt. Dennoch sieht die überwiegende Mehrheit der Finanzexperten die Bank in einer Übergangsphase: „Die deutsche Bankenbranche hat generell ein Kostenproblem, das gilt auch für die Commerzbank“, sagt der Treasury-Chef eines MDax-Unternehmens. Er stimmt – wie 60 Prozent der Befragten – der Aussage zu, die Commerzbank sei stabilisiert, habe allerdings noch Hausaufgaben vor sich. 14 Prozent der Befragten sehen die Bank, an der der Staat noch knapp 16 Prozent hält, gar akut im kritischen Bereich und meinen, die Bank müsse „ihr Geschäftsmodell noch finden“.

Wie das internationale Geschäft der Bank in der Umfrage abschneidet, das lesen Sie im Aufmacher des aktuellen E-Magazins.

Dentz[at]derTreasurer.de