Hypovereinsbank soll Sonderdividende überweisen

31.01.17 13:06

Unicredit weist Rekordverlust von 11,8 Milliarden Euro aus

Von Sabine Paulus

Großreinemachen bei der Unicredit: Die italienische Großbank schreibt faule Kredit ab, was zu einem historischen Verlust von etwa 11,8 Milliarden Euro führt. Mit einem Maßnahmenpaket stützen die Italiener nun die eigene Bilanz – auch die deutsche Tochter Hypovereinsbank ist davon betroffen.

Die italienische Großbank Unicredit muss aufgrund einer Reihe von Sondereffekten einen historisch tiefen Verlust von etwa 11,8 Milliarden Euro ausweisen.

Unicredit

Die italienische Großbank Unicredit muss aufgrund einer Reihe von Sondereffekten einen historisch tiefen Verlust von etwa 11,8 Milliarden Euro ausweisen.

Die Unicredit muss einen historisch hohen Verlust hinnehmen. Die Mutter der Hypovereinsbank rechnet mit Einbußen von etwa 11,8 Milliarden Euro. Grund hierfür sind einige Sondereffekte: Bereits im Dezember hatte die italienische Großbank eine Reihe von Belastungen bekannt gegeben. Zu den damals angekündigten Sondereffekten in Höhe von rund 12,2 Milliarden Euro kämen nun weitere negative Einmaleffekte über rund 1 Milliarde hinzu.

Die Mutter der deutschen Unicredit Bank AG („Hypovereinsbank“) belastet ein Berg fauler Kredite. Allein auf die NPLs schreibt die Unicredit 8,1 Milliarden Euro ab. Die Kapitalquote der Bank ist aufgrund hoher Abschreibungen Ende 2016 auf rund 8 Prozent gesunken. Infolgedessen unterschreiten die Italiener die individuellen Kapitalvorgaben der EZB um etwa 2 Prozentpunkte, was die Aufsicht jedoch zeitweise akzeptieren will.

„Bereinigt um diese Sondereffekte wäre das Finanzergebnis der Gruppe 2016 positiv gewesen“, teilte die Unicredit nun mit. Die konsolidierten Geschäftszahlen für das vergangene Jahr will die italienische Großbank am 9. Februar veröffentlichen.

Hypovereinsbank muss 3 Milliarden Euro an Unicredit zahlen

Um das Kapitalpolster wieder aufzustocken, plant die italienische Großbank noch im ersten Halbjahr eine Kapitalerhöhung über 13 Milliarden Euro. Dadurch soll die harte Kernkapitalquote bis 2019 auf über 12,5 Prozent steigen.

Wie aus dem gestern veröffentlichten Registrierungsdokument für die geplante Kapitalerhöhung hervorgeht, muss dabei auch die Hypovereinsbank ihrer kriselnden Mutter finanziell unter die Arme greifen: Die Unicredit zieht in diesem Jahr eine Sonderdividende von 3 Milliarden Euro von ihrer deutschen Tochter ab. Die österreichische Unicredit-Tochter Bank Austria überweist ebenfalls Kapital an die Mutter. Insgesamt erhält die italienische Großbank 4,1 Milliarden Euro von ihren Tochtergesellschaften.

Die Italiener haben zudem einiges verkauft: Der Vermögensverwalter Pioneer Investment ging beispielsweise für 3,5 Milliarden an den französischen Assetmanager Amundi. Auch die Mehrheit an der polnischen Tochter Pekao hat die Unicredit abgegeben.

In den kommenden drei Jahren will die italienische Großbank außerdem 14.000 Jobs streichen und 944 Filialen schließen. Der Konzernumbau soll 12,2 Milliarden Euro kosten. Im Zuge dessen soll auch der Bereich Corporate und Investment Banking an das Commercial Banking angeschlossen werden, wodurch sich einiges für die Firmenkunden der italienischen Großbank ändern dürfte.

Paulus[at]derTreasurer.de

Bleiben Sie über Trends im Cash Management, Updates bei der Treasury-Software, Treasurer-Wechsel und alle andere News auf dem Laufenden – mit unserer Xing-Gruppe.