Zinsersparnis im Vergleich zu einer klassischen LBO-Finanzierung sehr hoch

16.11.17 12:29

VDM Metals Gruppe schließt neue Corporate-Finanzierung ab

Von Sabine Paulus

Die VDM Metals Gruppe sichert sich eine günstigere Finanzierung. Das Paket besteht aus mehreren Einzelteilen, die aufeinander aufbauen.

Der Nickellegierungenhersteller VDM Metals Gruppe hat ein neues Finanzierungspaket im Corporate-Stil abgeschlossen.

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Der Nickellegierungenhersteller VDM Metals Gruppe hat ein neues Finanzierungspaket im Corporate-Stil abgeschlossen.

Der Nickellegierungenhersteller VDM Metals Gruppe hat ein neues Finanzierungspaket abgeschlossen. Dieses besteht aus einer unbesicherten revolvierenden Kreditlinie über 150 Millionen Euro und einem langfristigen Darlehen in Höhe von 30 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Factoring-Programm mit einem Volumen von 100 Millionen Euro. Die Laufzeit beträgt, je nach Tranche, bis zu fünf Jahren.

Deutsche Bank, Unicredit – beide Bookrunner – HSBC Trinkaus & Burkhardt, LBBW und Helaba stellen die revolvierende Kreditlinie bereit. Die Factoring-Linie gewährt die Postbank, das langfristige Darlehen, das der Dividendenrefinanzierung dient, stellt die Mittelstandsbank IKB zur Verfügung.

VDM Metals erzielt deutliche Zinsersparnis

„Das Besondere an der Transaktion ist die Abfolge der einzelnen Bausteine“, sagt Marcel Herter, Gründer und Partner beim Finanzberater Herter & Co., der VDM Metals als alleiniger Debt Advisor beraten hat. Durch das Factoring sei die Bilanz VDM Metals deutlich verkürzt worden.

„Infolgedessen ist die Eigenkapitalquote von VDM Metals deutlich gestiegen, was wiederum zu einem besseren Rating bei den Banken geführt hat“, sagt Herter weiter. Schlussendlich habe sich VDM Metals eine Finanzierung im Corporate-Stile sichern können, obwohl mit Lindsay Goldberg der Eigentümer ein Finanzinvestor ist. „Die Zinsersparnis ist im Vergleich zu einer klassischen Leveraged-Buy-out-Finanzierung sehr hoch.“ Zu den genauen Konditionen äußert sich der Finanzberater aber nicht.

VDM Metals refinanziert Gesellschafterdarlehen

Mit den neuen Mitteln hat der Nickellegierungenhersteller aus Werdohl einen Teil seiner Gesellschafterdarlehen refinanziert und unter anderem die bestehende Akquisitionsfinanzierung, die im Zuge der Übernahme der VDM Metals durch den Finanzinvestor Lindsay Goldberg, entstanden war, vollständig abgelöst.

Der US-amerikanische Private-Equity-Investor hatte VDM Metals zum 1. August 2015 Thyssen Krupp abgekauft. Dabei setzte sich Lindsay Goldberg gegen den Luxemburgischen Stahlkonzern Aperam und einem Konsortium, bestehend aus der US-Investmentfirma The Gores Group und dem ehemaligen Schmolz + Bickenbach-Chef Benedikt Niemeyer, durch.

Über den Kaufpreis hatten die beteiligten Parteien zwar Stillschweigen vereinbart. Das „Handelsblatt“ hatte aber damals berichtet, dass Lindsay Goldberg bis zu 500 Millionen Euro für VDM Metals investiert haben soll. Thyssen Krupp selbst hatte erklärt, dass der Industriekonzern mit dem Verkauf von VDM einen positiven Effekt bei seinen Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags in Euro erzielen konnte und die Transaktion zu einer Buchwertberichtigung um 100 Millionen Euro geführt habe.

ThyssenKrupp hatte 2012 schon einmal versucht, VDM Metals zu verkaufen: Das Unternehmen aus Werdohl ging im Rahmen des Verkaufs der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu. Der deutsche Industriekonzern musste VDM aber im Frühjahr 2014 wieder von den Finnen im Tausch gegen einen Milliardenkredit zurücknehmen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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