Vonovia

06.09.19
Finanzen & Bilanzen

Vonovia platziert Bonds und digitalen Schuldschein

Der Immobilienkonzern Vonovia zapft den Bondmarkt an und platziert zudem einen Schuldschein über eine Digitalplattform.

Der Immobilienkonzern Vonovia hat bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bondmarkt angezapft. Nach einer Transaktion im Januar über 500 Millionen Euro platzierte der Dax-Konzern diesmal 1 Milliarde Euro. Ein Bond über 500 Millionen Euro mit zehnjähriger Laufzeit wird mit 0,5 Prozent verzinst. Eine weitere gleich große Tranche läuft über 15 Jahre und hat einen Kupon von 1,125 Prozent. Das Orderbuch war dreifach überzeichnet.

Gleichzeitig bietet der Bochumer Konzern den Gläubigern der beiden 2015 begebenen Anleihen, die im kommenden Jahr fällig werden, einen Rückkauf an. Die beiden Bonds werden mit 0,875 beziehungsweise 1,625 Prozent verzinst. Das insgesamt ausstehende Fremdkapitalvolumen beziffert Vonovia per 30. Juni 2019 auf 20,5 Milliarden Euro.

Vonovia wählt Digitalplattform Firstwire

Doch der Bondmarkt ist nicht der einzige Finanzierungsweg, den der Konzern in diesem Jahr nutzt. Nachdem Vonovia im Mai eine Kapitalerhöhung abschloss, folgte nun das Debüt am Schuldscheinmarkt. Der Konzern warb über die Digitalplattform Firstwire 50 Millionen Euro mit sieben Jahren Laufzeit von einem institutionellen Investor ein.

„Wir wollten bewusst eine bankenunabhängige Plattform testen“, sagt Olaf Weber, Leiter Finanzen und Treasury bei Vonovia. „Die intuitive Benutzeroberfläche, gepaart mit dem wenig aufwendigen Onboarding-Prozess, haben den Ausschlag für Firstwire gegeben.“ Auch der Automobilzulieferer Grammer hatte diese Plattform kürzlich genutzt.

Vonovia digitalisiert weiter

Mit 50 Millionen Euro hat der Schuldschein für den Großkonzern eine überschaubare Größe, doch es könnten weitere Transaktionen folgen. „Wir sehen in der Plattform Potential. Firstwire ist auf einem guten Weg, und wir haben mit dem Management vereinbart, basierend auf unseren Erfahrungen die Weiterentwicklung zu begleiten“, erklärt Weber.

Der Konzern will mit der Transaktion die Digitalisierung seiner Finanzierungsstrategie einleiten. Dazu zählt auch das Thema digitale Signatur: Vonovia befinde sich seit gut einem Jahr in einem intensiven Prozess, den Unterschriftenprozess im Garantiegeschäft zu digitalisieren, erläutert Weber. „Garantien sind bei uns zwar kein riesiges Thema, es dient uns und der Bank aber als Pilot auch für weitere Themen“, so der Treasurer.

Koegler[at]derTreasurer.de


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