25.01.19
Finanzen & Bilanzen

Vonovia schließt besichertes Darlehen ab

Der Immobilienkonzern Vonovia hat mit zwei Banken ein besichertes Darlehen abgeschlossen. Treasury-Chef Olaf Weber verrät einige Hintergründe zu dieser Transaktion.

Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat ein neues Darlehen über 500 Millionen Euro abgeschlossen. Die pbb Deutsche Pfandbriefbank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stellen den neuen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren jeweils zur Hälfte bereit. „Wir sind stolz darauf, dass wir mit dieser Transaktion erneut unsere Fähigkeit unter Beweis stellen konnten, flexibel und im Sinne des Unternehmens und seiner Stakeholder auf Veränderungen im Finanzmarkt reagieren zu können und auch große Volumina heben zu können“, sagt Olaf Weber, seit Sommer 2017 Leiter Finanzen und Treasury bei Vonovia, zu DerTreasurer.

Der Hintergrund zu den Veränderungen im Finanzmarkt: Im Immobiliensektor gab es Marktkreisen zufolge in den vergangenen Jahren die Situation, dass besicherte Finanzierungen zum Teil deutlich teurer waren als unbesicherte. Das hat Experten zufolge unterschiedliche Gründe: die hohe Liquidität am Kapitalmarkt, das vergleichsweise geringe Angebot unbesicherter Anleihen gerade im Immobiliensektor und die Risikoneigung der Investoren.

Besicherte Kredite und unbesicherte Anleihen bei Vonovia

Diesmal hat sich Vonovia für ein besichertes Darlehen entschieden. Der Kredit, den die Bochumer für „allgemeine Geschäftszwecke“ verwenden wollen, ist durch ein nahezu vollständig vermietetes Wohnportfolio in Dresden mit einer Gesamtmietfläche von rund 800.000 Quadratmetern, das aus rund 13.400 Wohneinheiten sowie über 200 Gewerbeeinheiten besteht, besichert.

Wie hoch die Zinsen sind, die der Dax-Konzern für das Darlehen bezahlen muss, ist nicht bekannt. Nur so viel verrät Treasury-Chef Weber: „Der Konditionsvorteil der besicherten Finanzierung gegenüber einer unbesicherten Anleihe liegt derzeit bei gut 100 Basispunkten bei einer Laufzeit von zehn Jahren.“ Allerdings strebt der Immobilienkonzern laut Weber „kein konkretes Verhältnis“ zwischen besicherten und unbesicherten Instrumenten an. Vielmehr ist „uns wichtig, das für unser Unternehmen optimale Instrument zur gegebenen Zeit auswählen zu können“, sagt der Treasury-Chef weiter.

Derzeit hat das Kreditportfolio der Bochumer eigenen Angaben zufolge ein Volumen von insgesamt rund 20 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 14 Milliarden Euro auf unbesicherte Anleihen. Der größte Teil des übrigen Portfolios bestehe aus besicherten bilateralen Krediten.

Paulus[at]derTreasurer.de

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