Zwei Anleihen im Januar und März

02.05.18 13:51

Vonovia-Treasurer Weber über die Finanzierung der Buwog-Übernahme

Von Desiree Backhaus

Mit zwei Anleihetransaktionen hat Vonovia die Übernahme von Buwog so gut wie ausfinanziert. Wie der Immobilienkonzern dabei das Kapitalmarktumfeld erlebt hat und unter welchen Umständen der Dax-Konzern den Markt nochmal anzapfen muss, erklärt Treasury-Chef Olaf Weber im Interview.

Vonovia

„Investoren machen nicht mehr alles mit“, beobachtet Olaf Weber, Leiter Finanzen und Treasury bei Vonovia.

Der Immobilienkonzern Vonovia ist längst eine gut geölte Dealmaschine: Mitte Dezember gab der Dax-Konzern bekannt, den österreichischen Wettbewerber Buwog übernehmen zu wollen. Bereits drei Monate später hat sich Vonovia nicht nur 74 Prozent der Anteile gesichert, auch die Ausfinanzierung über den Kapitalmarkt ist weitestgehend abgeschlossen: Im Januar sammelte Vonovia zunächst 1 Milliarde Euro am Euro-Anleihemarkt ein, Mitte März folgte dann der zweite Bond über 2,1 Milliarden Euro: „Mit der Emission ist uns die zweitgrößte Euro-Transaktion im Immobiliensektor überhaupt gelungen“, berichtet Olaf Weber, Leiter Finanzen & Treasury bei den Bochumern nicht ohne Stolz.

Den mit 3 Milliarden Euro größten Immobilien-Bond hatte Ende 2015 noch sein Vorgänger Lars Schnidrig  eingefädelt, der im vergangenen Sommer als CFO zum Investmentmanager Corestate wechselte. Die Finanzierung der Buwog-Übernahme war nun die erste Bewährungsprobe für den neuen Treasury-Chef Weber.

Vonovia profitiert von steigenden Immobilienbewertungen

Bereits bei der Bekanntgabe der Übernahmepläne kurz vor Weihnachten hatte Vonovia angekündigt, den Mehrheitserwerb komplett fremdfinanzieren zu wollen. Hauptgrund ist der boomende Immobilienmarkt: „Unser Verschuldungsgrad nach Loan-to-Value war vor allem durch den Anstieg der Immobilienbewertungen zum Jahresende unter die Marke von 40 Prozent gefallen“, erklärt Weber. Diesen Luxus nutzte Vonovia bei der Buwog-Übernahme, die den Leverage wieder in die angestrebte Spanne von 40 bis 45 Prozent erhöhen wird.

Warum Vonovia die 2,65 Milliarden Euro schwere Brückenfinanzierung frühzeitig ausfinanzieren wollte und wie Treasury-Chef Weber das aktuelle Kapitalmarktumfeld beurteilt, das erfahren Sie im aktuellen E-Magazin.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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