Volkswagen Financial Services platziert zum ersten Mal einen Panda-Bond in China.

SeanPavonePhoto/Thinkstock/Getty Images

13.05.16
Finanzen & Bilanzen

VW Financial Services platziert Renminbi-Anleihe

Volkswagen Financial Services hat zum ersten Mal einen Renminbi-Bond in China platziert. Bisher hatte sich die Finanzsparte des Autobauers dort auf ABS-Transkationen beschränkt.

Volkswagen Financial Services hat zum ersten Mal über eine chinesische Tochter eine Renminbi-Anleihe in China platziert. In dieser Onshore-Emission hat die Finanzsparte des Automobilkonzerns 2 Milliarden Renminbi, umgerechnet 270 Millionen Euro, bei chinesischen Investoren platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit 3,6 Prozent verzinst. Der unbesicherte Bond war laut Volkswagen um etwas mehr als das Zweifache überzeichnet. Die relevante Bonitätseinstufung, das sogenannte China Chengxin International Credit Rating, lag bei AA+. Die Anleihe wurde von Morgan Stanley Huaxin Securities und der Bank of China vermarkted.

VW Financial Services hatte sich in China bisher vorwiegend über Verbriefungen finanziert. Der Konzern hat in dem Land bisher insgesamt drei ABS-Transaktionen platziert. „Die Tatsache, dass wir jetzt auch im unbesicherten Kapitalmarkt in China aktiv sind, nachdem wir unser ABS-Programm aufgebaut haben, ist eine Konsequenz unser klar definierten Refinanzierungsstrategie", sagt Frank Fiedler. Der CFO der Volkswagen Financial Services hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Emission einer unbesicherten Anleihe in China prüfen zu wollen.

Volkswagen Financial Services kehrt an den Bondmarkt zurück

Für Volkswagen Financial Services ist es nicht nur ein Debüt am chinesischen Anleihemarkt, sondern auch eine der ersten unbesicherten Anleihen seit Beginn des Dieselskandals. Zuvor hatte die Finanzsparte bereits unbesicherte Bonds in Indien platziert.

In den vergangenen Monaten hatte VW Financial Services verstärkt auf besicherte ABS-Transaktionen gesetzt, wie aus einem aktuellen Moody’s-Report hervorgeht. Insgesamt hat sich ihr Anteil an der Finanzierung in den vergangenen Jahren gesteigert. Im Finanzierungsmix lagen ABS-Finanzierungen 2015 bei 16 Prozent, im Jahr 2010 standen besicherte Finanzierungen lediglich für 10 Prozent. Der Anstieg in den vergangenen Monaten dürfte damit zusammenhängen, dass sich in der Folge des Abgasskandals die Spread Levels für unbesicherte VW-Bonds am Sekundärmarkt zeitweise deutlich ausgeweitet haben.

Die Bondemission in China ist ein Schritt hin zur Normalisierung  der Finanzierungsstrategie des Konzerns. Laut VWFS gehören zum strategischen Refinanzierungsmix des Konzerns Bankeinlagen, Asset-Backed Securities und als dritte Säule unbesicherte Kapitalmarktemissionen. Im vergangenen Jahr sammelte VWFS durch unbesicherte Kapitalmarktinstrumente rund 34,2 Milliarden Euro ein, was einem Anteil von etwa 22 Prozent der Refinanzierung von Volkswagen Financial Services entsprach. In diesem Jahr dürfte Volkswagen davon noch weit entfernt sein.

Koegler[at]derTreasurer.de