Volkswagen meldet sich mit einer Hybridanleihe zurück.

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16.06.17
Finanzen & Bilanzen

VW kehrt an den Hybridmarkt zurück

Volkswagen hat zum ersten Mal seit Beginn des Dieselskandals eine neue Hybridanleihe platziert. 3,5 Milliarden Euro sammelte der Autokonzern in einer Dual-Tranche-Emission ein.

Nach langer Abwesenheit kehrt Volkswagen an den Markt für Hybridanleihen zurück. Der Autokonzern hatte im März bereits seine erste unbesicherte Anleihe am Euro-Bondmarkt seit Ausbruch des Dieselskandals platziert. Mit dem Hybrid-Bond über 3,5 Milliarden Euro setzt das Haus nun die Normalisierung seiner Finanzierung fort.

Die Hybrid-Transaktion, die von der Tochter Volkswagen International Finance platziert wurde und von VW garantiert wird, teilt sich in zwei Tranchen. Ein Papier über 1,5 Milliarden Euro ist nach fünfeinhalb Jahren zum ersten Mal kündbar. Der Kupon liegt bei 2,7 Prozent. Die zweite Tranche hat eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren und wird mit 3,875 Prozent verzinst. Volkswagen konnte die Konditionen letztlich unter der Preisspanne festlegen, die zunächst angepeilt war.

Grund dafür war das hohe Investoreninteresse. „Das Orderbuch erreichte ein Volumen von mehr als 11 Milliarden Euro“, kommentierte Christoph Paul, der die Transaktion von Seiten der Crédit Agricole Corporate and Investment Bank begleitete. Weitere Bookrunner waren Bank of America Merril Lynch, MUFG, HSBC und Goldman Sachs.

VW nutzt gutes Zeitfenster für Hybridanleihen

Insgesamt biete der Markt derzeit ein gutes Zeitfenster für die Emission von Hybridanleihen, sagt Christoph Paul. „Bei den Konditionen liegen die Abstände zwischen Senior Bonds und Hybridanleihen derzeit bei rund 200 Basispunkten. Im vergangenen Jahr hatte sich das zum Teil auf 300 bis 400 Basispunkte ausgeweitet“, erklärt der DCM-Experte. Durch ihre nachrangige Struktur sind Hybridanleihen anfälliger für Volatilität als normale Bonds.
 
Trotz der guten Bedingungen ist Volkswagen in diesem Jahr das erste deutsche Unternehmen, das sich mit einer Hybridanleihe an den Markt gewagt hat. Das geringe Angebot bei hoher Nachfrage dürfte dem Autokonzern deshalb bei der Preisfindung des Bonds zugutegekommen sein.

Zu den anderen Emittenten zählte unter anderem im Januar das österreichische Bauunternehmen Porr und im März der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet, der als erstes Unternehmen überhaupt einen Green Hybrid platzierte.

Koegler[at]derTreasurer.de

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