Top-Finanzierung

22.07.15 08:05

VWFS weitet ABS-Programm in China aus

Von Jakob Eich

VWFS hat sein ABS-Programm Driver China ausgeweitet und Autokreditverträge über 283 Millionen Euro verbrieft. Für Volkswagen wird die lokale Refinanzierung in China immer wichtiger.

Volkswagen Financial Services hat über Driver China Two Auto-ABS verbrieft.

Volkswagen

VW-Autostadt in Wolfsburg: Der Autobauer drängt in den chinesischen Markt.

Der Autobauer Volkswagen hat sein Programm für Asset Backed Securities (ABS) in China ausgeweitet. Dafür hat das Unternehmen über die lokale Tochter der Volkswagen Financial Services (VWFS) zum zweiten Mal Autokredite verbrieft und an Investoren verkauft. Lead Underwriter der Transaktion war CITIC Securities, als Co-Lead Underwriter agierte die China Merchant Securities. Als Financial Advisor diente die Shanghai Banking Corporation.

Das ABS-Programm Driver China Two kommt auf ein Volumen von 1,9 Milliarden Renminbi (283 Millionen Euro). Die Platzierung erfolgte in zwei Tranchen. Tranche A ist 1,66 Milliarden Renminbi schwer, die Verzinsung beträgt dabei 3,8 Prozent. Das Rating liegt bei AA (Fitch) und Aa3 (Moody’s). Die Tranche B umfasst lediglich 104 Millionen Renminbi und hat einen Kupon von 5,2 Prozent, bei Ratings von A- (Fitch) und Baa1 (Moody’s). Die Verbriefung entspricht dem deutschen Verbriefungsstandard „TSI“. Der Pool der Forderungen besteht aus 31.000 Finanzierungsverträgen, der durchschnittliche finanzierte Wert pro Fahrzeug beläuft sich auf rund 62.000 Renminbi, also circa 9.000 Euro.

Die Transaktion ist laut VW die erste, die unter dem Registrierungsverfahren der China Banking Regulatory Commission (CBRC) und dem Antragsverfahren der chinesischen Zentralbank (PBoC) vergeben wird. Die Tochter VWFS gehöre somit zu den ersten drei Unternehmen, die von der PBoC auf diese Weise zugelassen wurde. Im vergangenen Juli hatte VW erstmals im Zuge eines Pilotprojekts Autokreditverträge im Wert von 800 Millionen Renminbi verbrieft. Die jetzige Transaktion ist die erste unter den offiziellen Regeln der CBRC und PBoC.

Chinesische Auto-ABS für VW immer wichtiger

Autokreditverträge tragen einen immer größeren Anteil zur lokalen Refinanzierung der VW in China bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 hat das Unternehmen mit 406.000 Fahrzeugen beinahe doppelt so viel finanziert wie im Vorjahr. „China gewinnt für die Volkswagen Financial Services zunehmend an Bedeutung. Unser Portfolio wächst beständig, sodass wir mittlerweile rund 580.000 Finanzierungsverträge im Bestand haben“, sagt Frank Fiedler, CFO bei VWFS. Deshalb müsse VWFS die Refinanzierungsstrategie auch lokal umsetzen, wofür der Ausbau des ABS-Programms ein wichtiger Schritt sei. „Zudem prüfen wir derzeit weitere Kapitalmarktoptionen, wie zum Beispiel die Begebung einer Anleihe.“

Auto-ABS stellen einen wichtig Anteil der diversifizierten Refinanzierung der VWFS dar. Per Ende 2014 machte das refinanzierte Volumen des Bereichs Finanzdienstleistung bei dem Automobilkonzern Volkswagen mit 21 Milliarden Euro beinahe ein Sechstel der Bilanzsumme aus.

Eich[at]derTreasurer.de