US-Tochter finanziert sich eigenständig

13.03.18 11:36

Wacker Neuson begibt ersten US-Dollar-Schuldschein

Von Desiree Backhaus

Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson will in den USA wachsen. Zur Finanzierung hat das SDax-Unternehmen jetzt einen 100-Millionen-Dollar schweren Schuldschein platziert.

Wacker Neuson

Wacker Neuson begibt sein drittes Schuldscheindarlehen - erstmals in US-Dollar.

Wacker Neuson hat erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Schuldschein in US-Dollar platziert: Der Münchener Baumaschinenhersteller hat mit dem Finanzinstrument insgesamt 100 Millionen US-Dollar bei fünf Investoren eingesammelt, wie DerTreasurer exklusiv erfuhr.

Die Laufzeiten des Schuldscheins liegen bei fünf und sieben Jahren. Die variablen Tranchen, die 40 Prozent des Gesamtvolumens des Papiers ausmachen, hat Wacker Neuson mit Derivaten abgesichert. Als Arrangeur fungierte die Helaba – wie schon beim 125-Millionen-Euro schweren Schuldschein, den der SDax-Konzern im Februar 2017  platziert hatte. Insgesamt ist es der dritte Schuldschein für die Münchener nach ihrem Debüt im Jahr 2012.

Wacker Neuson löst konzerninterne Darlehen ab

Bislang hat Wacker Neuson sein wichtiges US-Geschäft von Deutschland aus über konzerninterne Darlehen finanziert. Nun stellt der Baumaschinenhersteller, der 2016 einen Umsatz von 1,36 Milliarden Euro erzielte, die Finanzierung der lokalen Tochtergesellschaft auf eigene Beine und adressiert damit auch das Währungsrisiko. „Mit dieser Emission setzen wir die Idee um, unsere Finanzierungsstruktur langfristig sicherzustellen“, erklärt Andreas Karpati, der seit knapp einem Jahr die Treasury-Abteilung des SDax-Unternehmens leitet. Die US-Tochter ist Emittentin des Schuldscheindarlehens, die Dokumentation erfolgte allerdings nach deutschem Recht.

Zu den Konditionen wollte sich Karpati nicht äußern. Im Vergleich zu ähnlichen US-Dollar-Emissionen seien sie aber „ausgezeichnet“ und hätten am unteren Ende der Vermarktungsspanne gelegen. „Das verdeutlicht die weiterhin exzellente Bonität und Reputation der Wacker Neuson Gruppe“, sagt der Leiter Treasury. Financial Covenants seien in der Dokumentation keine enthalten.

Kein externes Rating, aber solide Finanzkennzahlen

Über ein externes Rating verfügt der börsennotierte Baumaschinenhersteller, dessen Anteile immer noch mehrheitlich bei den Familien Wacker und Neunteufel liegen, nicht. Die Kennzahlen sind allerdings sehr solide: So konnten die Münchener ihre Nettofinanzverschuldung bis Ende September 2017 auf rund 200 Millionen Euro senken. Das Verhältnis zum operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab Wacker Neuson vor der jüngsten Schuldscheinemission mit 0,8 an.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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