Am IPO-Markt sah es 2016 mau aus. Auch der Mega-IPO konnte daran nichts ändern.

innogy SE

18.01.17
Finanzen & Bilanzen

Wenige IPOs wegen politischer Unsicherheit

Im vergangenen Jahr haben sich wenige Unternehmen aufs Parkett getraut. Auch der milliardenschwere Innogy-Börsengang konnte den Markt nicht retten.

Mit 4,5 Milliarden Euro Emissionsvolumen war der IPO der RWE-Abspaltung Innogy der größte Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren. Bei einem Emissionsvolumen von insgesamt 5 Milliarden Euro ist klar, wie stark das RWE-Spin-off den Markt im Gesamtjahr dominiert hat. Doch selbst mit dem Mega-IPO verzeichnet der Markt für Börsengänge beim gesamten Emissionsvolumen einen Rückgang um 25 Prozent im Vergleich zu 2015, wie aus einer aktuellen PwC-Analyse hervorgeht.

Ein Blick auf die Art der Transaktionen macht das Bild noch deutlicher. 2016 gab es lediglich sieben echte IPOs, also Börsennotierungen mit einem Emissionserlös. Einer davon wurde als Privatplatzierung durchgeführt. Im Rekordjahr 2015 waren es 15 echte Börsengänge. Darüber hinaus gab es im vergangenen Jahr neun Notierungsaufnahmen und einen Transfer innerhalb der Marktsegmente. Die Zahl der Transaktionen ohne Erlös blieb damit auf dem gleichen Niveau wie 2015.
 
„Das Börsenjahr 2016 war von ei¬nem anhaltend niedrigen Zinsumfeld und vielen Unsicherheiten geprägt“, kommentiert der Kapitalmarktexperte Christoph Gruss von PwC die Entwicklungen im vergangenen Jahr. Die große Verunsicherung lässt sich auch am Volatilitätsindex für den Dax ablesen (VDax New). Der zeigte zu Jahresbeginn aufgrund der Sorgen um die chinesische Wirtschaft eine hohe Volatilität. Ebenso wuchs die Unsicherheit Ende Juni im Vorfeld des Brexit-Referendums und im November vor der US-Präsidentschaftswahl. Laut PwC gab es ein so volatiles Börsenjahr zuletzt 2011.

Zurückhaltende Prognose für IPO-Markt 2017

Die Finanzmärkte hoffen nun auf positive Impulse durch den neu gewählten US-Präsidenten. Alle Unsicherheiten sind allerdings laut PwC-Experten Christoph Gruss nicht ausgeräumt: „Fraglich ist beispielsweise, wie sich die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit den USA, einem von Deutschlands größten Handelspartnern, in der Zukunft entwickeln.“
 
Für das kommende Jahr seien jedoch schon einige Börsengänge geplant, heißt es in der Analyse weiter. Es werde weiterhin einen Trend zur Abspaltung einzelner Geschäftsbereiche aus Großkonzernen geben. Außerdem gäbe es Chancen für kleine, gut entwickelte, innovative Unternehmen. Insgesamt rechnet PwC deshalb mit sieben bis zehn echten Börsengängen in diesem Jahr.

Koegler[at]derTreasurer.de

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