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01.03.19
Finanzen & Bilanzen

Working Capital wird unterschätzt

Unternehmen vernachlässigen in einem guten wirtschaftlichen Umfeld ihr Forderungsmanagement. Das zeigt eine aktuelle Analyse der LBBW.

In dem guten wirtschaftlichen Umfeld der vergangenen Jahre ist bei Unternehmen das Working Capital Management auf der Prioritätenliste nach unten gerutscht, wie eine aktuelle Analyse der LBBW zeigt. „Insbesondere das Forderungsmanagement wird nicht konsequent umgesetzt“, kommentiert der Autor der Analyse, Martin Dresp.

Aufgrund der guten konjunkturellen Lage sei dies derzeit auch kein besonders großes Problem. Doch das könnte sich ändern: „Unternehmen mit schwachem Working Capital laufen bei steigenden Zinsen und abkühlender Konjunktur Gefahr, in Liquiditätsengpässe zu geraten“, so Dresp. Die LBBW betrachtet für die Analyse die Bilanzen von rund 400 deutschen Unternehmen mit Umsätzen zwischen 5 Millionen und 1 Milliarde Euro.

Geldumschlagszeit deutlich angestiegen

Wie effizient das Working Capital gemanagt wird, misst die LBBW mit der Geldumschlagszeit, die sich aus der Lagerdauer, der Debitoren- und der Kreditlaufzeit zusammensetzt. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass diese Zeitspanne länger geworden ist. 2010 lag sie bei 41,8 Tagen, 2017 bereits bei 45,8 Tagen. Die Zahlen für 2018 sind nicht erfasst.

Der Anstieg verlief allerdings nicht graduell. Zwischen 2010 und 2011 stieg die Geldumschlagsdauer sprunghaft um rund vier Tage an. Im Laufe der Zeit habe vor allem die Lagerdauer zugenommen. Diese Entwicklung erklärt die LBBW damit, dass Unternehmen in Erwartung einer sich verbessernden Konjunktur Lagerbestände aufgebaut haben, um in der Hochkonjunktur lieferfähig zu bleiben.

Koegler[at]derTreasurer.de

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