ZF Friedrichshafen hat als weiteren Baustein zur Ausfinanzierung der Wabco-Übernahme noch Anleihen begeben.

ZF Friedrichshafen

18.10.19
Finanzen & Bilanzen

ZF platziert Anleihen über 2,7 Milliarden Euro

ZF Friedrichshafen hat die Refinanzierung der Wabco-Übernahme abgeschlossen. Nach einem Rekordschuldschein folgte nun eine milliardenschwere Anleihe.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat die Refinanzierung der geplanten Übernahme des Nutzfahrzeugbremsenherstellers Wabco erfolgreich abgeschlossen. Die Friedrichshafener gingen dabei fast schon in bewährter Form vor und platzierten – wie bei der Übernahme von TRW Automotive vor vier Jahren – zunächst einen Schuldschein. Anfang Oktober wurde das Papier in Höhe von 2,1 Milliarden Euro im Rahmen eines „Multi-Channel-Ansatzes“ auf klassischem Weg und über die beiden digitalen Plattformen VC Trade und Debtvision begeben, wie DerTreasurer berichtete.

ZF begibt Anleihe in vier Tranchen

Danach folgten jetzt als weiterer Baustein zur Ausfinanzierung noch Anleihen im Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Euro. Die vierjährige Tranche über 500 Millionen Euro wird mit 1,25 Prozent verzinst, die sechsjährige Tranche über 900 Millionen Euro mit 2 Prozent und die achtjährige über 600 Millionen Euro mit 2,5 Prozent. Der Kupon der zehnjährigen Tranche in Höhe von 700 Millionen Euro liegt bei 3 Prozent.

Der Autozulieferer hatte keine Probleme, die Anleger zu überzeugen, die Nachfrage war hoch: Unternehmensangaben zufolge waren die Bonds „mehrfach überzeichnet“. Das Orderbuch war dem Vernehmen nach rund 10 Milliarden Euro groß. „Trotz des herausfordernden Marktumfelds ist die Emission der Euro-Anleihen bei den Investoren auf sehr großes Interesse gestoßen“, lässt sich ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer zitieren. BNP Paribas, Bank of America, Citibank, Deutsche Bank und JP Morgan haben die Transaktion als aktive Bookrunner begleitet.

Ratingagenturen sehen ZF-Bonds im Investmentgrade

Von Moody's erhielten die Bonds mit Baa3 ein Investmentgrade-Rating und von Standard & Poor's ein BBB-. Beide Ratings haben einen negativen Ausblick, was zum einen an der gestiegenen Verschuldung liegt. Der Leverage soll laut Moody's nach der Wabco-Übernahme auf das 4-fache Ebitda steigen. Zum anderen reflektiert dieser auch das negative Automobilumfeld, das Hersteller und Zulieferer nahezu global unter Druck setzt.

Sollte ZFs Profitabilität weiter sinken oder der Leverage nachhaltig bei dem über Dreifachen bleiben, könnte eine Herabstufung ins Non-Investmentgrade drohen. Bessere Margen und eine sinkende Verschuldung würden das Rating hingegen stabilisieren. Für ZF spricht sicher, dass der Konzern im Nachgang der TRW-Übernahme einen positiven Track Record zur Schuldensenkung aufbauen konnte.

Hintergrund der aktuellen Finanzierung: Im Frühjahr dieses Jahres hatte ZF im zweiten Anlauf ein 7 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den amerikanisch-belgischen Bremsenhersteller Wabco vorgelegt, einen direkten Wettbewerber des Münchener Konzerns Knorr-Bremse. ZF zahlt 136,50 US-Dollar je Aktie für Wabco. Die Übernahme soll in den ersten Monaten kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Paulus[at]derTreasurer.de

Keine Neuigkeiten aus dem Treasury mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos unser E-Magazin und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen im Treasury auf dem Laufenden.