Asklepios hat den Schuldscheinmarkt angezapft. CFO Hafid Rifi nutzte dafür erstmal eine Digitalplattform.

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06.11.20
Finanzen & Bilanzen

Asklepios refinanziert Zukauf mit Schuldschein

Asklepios hat einen Schuldschein über 730 Millionen Euro platziert, um den Zukauf der Rhön-Kliniken zu finanzieren. Erstmals nutzte der Klinikbetreiber auch eine Digitalplattform.

Für den Klinikbetreiber Asklepios war 2020 bislang ein spannendes Jahr. In der ersten Jahreshälfte sorgte die geplante Übernahme des Wettbewerbers Rhön-Klinikum für Turbulenzen. Der damalige Rhön-Großaktionär B. Braun wehrte sich heftig gegen den Deal. Doch Asklepios konnte den Widerstand überwinden, mittlerweile ist der Deal abgeschlossen, die Zeichen stehen auf Integration.

Auch bei der Finanzierung des Deals, bei dem Asklepios 28,46 Millionen Aktien für je 18 Euro erwarb, sind die Hamburger nun einen guten Schritt vorangekommen: Asklepios platzierte einen Schuldschein über 730 Millionen Euro. Ursprünglich waren nur 200 Millionen Euro geplant. Mit dem Erlös wird hauptsächlich die Akquisitionsfinanzierung der Übernahme abgelöst.

Asklepios nutzt VC Trade

Die Transaktion war trotz der Corona-Auswirkungen auf den Schuldscheinmarkt mehrfach überzeichnet. Die Pandemie hatte die Emissionsaktivitäten im zweiten und dritten Quartal gehemmt, auch die Preise legten zu. „Deshalb sind wir mit dem Ergebnis der Transaktion sehr zufrieden“, sagt Finanzchef Hafid Rifi im Gespräch mit DerTreasurer.

Die Transaktion teilt sich in Tranchen über fünf, sechs, sieben, acht, zehn und 20 Jahre. Letztere ist die längste Laufzeit, die Asklepios je am Schuldscheinmarkt emittiert hat. Die Tranche wurde wie bei solch langen Laufzeiten üblich in Form einer Namensschuldverschreibung begeben. Der Klinikbetreiber konnte alle Tranchen am unteren Ende der Preisspanne platzieren, Details wollte CFO Rifi aber nicht nennen. Man habe aber „trotz der aktuellen Marktbedingungen ein sehr gutes Resultat erzielen“ können.

Asklepios vermarktete den Schuldschein neben dem klassischen Weg auch über eine Digitalplattform. Das Unternehmen entschied sich dabei für die Plattform VC Trade. „Mich hat die hohe Transparenz über die Digitalplattform überzeugt“, berichtet der Finanzchef. „Wir konnten beispielsweise Investoren, mit denen wir bereits in anderem Zusammenhang im Austausch standen, auf diesem Weg unkompliziert auf unsere Transaktion aufmerksam machen.“

Koegler[at]derTreasurer.de

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