Der neue Kreditvertrag von Atotech gliedert sich in einen US-Dollar-Term-Loan, einen Euro-Term-Loan sowie eine revolvierende Multi-Währungs-Kreditlinie.

Atotech

26.03.21
Finanzen & Bilanzen

Atotech nutzt IPO für günstigere Refinanzierung

Einen Monat nach seinem Börsengang in New York hat sich Atotech refinanziert. Beim Pricing und bei der Laufzeit der neuen Kredite profitierte der Spezialchemiekonzern vom IPO. So werden die Kredite verzinst.

Der Spezialchemiekonzern Atotech hat seine vorrangig besicherte Kreditlinie refinanziert. Der neue Kreditvertrag beinhaltet einen Term Loan über 1,35 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 1,13 Milliarden Euro) sowie einen Term Loan in Höhe von 200 Millionen Euro, die beide vorrangig besichert sind. Hinzu kommt eine revolvierende Multi-Währungs-Kreditlinie (RCF) über 250 Millionen US-Dollar. Die Term Loans laufen bis März 2028, der RCF bis März 2026.

„Wir freuen uns, dass wir die Refinanzierung so schnell nach unserem IPO im vergangenen Monat abschließen konnten“, sagt Peter Frauenknecht, Finanzvorstand von Atotech. Der Berliner Spezialchemiekonzern hatte Anfang Februar etwa 15 Prozent seiner Aktien in New York an die Börse gebracht und dabei knapp 500 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Der PE-Investor Carlyle, der Atotech Ende 2016 für rund 3,2 Milliarden US-Dollar vom französischen Ölkonzern Total erworben hatte, ist nach dem IPO mit etwa 80 Prozent immer noch größter Anteilseigner. Ursprünglich hatte der Investor das Unternehmen schon früher an die Börse bringen wollen, den IPO aber wegen des Marktumfelds zunächst auf Eis gelegt.

Atotech verringert nach IPO Verschuldung

Mit dem IPO-Erlös hat Atotech einen Teil seiner Schulden zurückgezahlt: So sank das Verhältnis der Nettofinanzschulden zum bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjusted Ebitda) von 5,1x Ende 2020 auf pro forma 3,9x nach Verwendung des Emissionserlöses.

Davon profitierten die Berliner auch bei der Refinanzierung: Der Zins und die verlängerten Laufzeiten der Kredite spiegelten die verringerte Verschuldung infolge des Börsengangs sowie die guten Geschäftsaussichten von Atotech wider, ist CFO Frauenknecht überzeugt. „Vorausgesetzt, die Zinsen bleiben stabil, sollte unsere neue Schuldenstruktur zu einer deutlichen Senkung des jährlichen Zinsaufwands führen“, so der Finanzchef.

Die Kredite werden variabel verzinst. So wird der Dollar-Term-Loan mit 250 Basispunkten über dem Referenzzinsatz Libor verzinst, für den Euro-Term-Loan liegt die Rate bei Euribor plus 275 Basispunkte. Bei einer Verbesserung des Leverage sinkt die Verzinsung auf Euribor plus 250 Basispunkten. Für den RCF fällt eine Commitment Fee in Höhe von 37,5 Basispunkte an, die Verzinsung liegt bei Libor plus 200 Basispunkte.

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