Die Pleite der Silicon Valley Bank hat den Finanzsektor rund um den Globus aufgescheucht. Alle relevanten News im Banken-Ticker von DerTreasurer.

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30.11.23
Finanzen & Bilanzen

Bankenkrise: Aktionärsvertreter sehen Größe der UBS kritisch

Mehrere Aktionäre äußern Unmut über die Größe der UBS nach der Fusion ++ Die CDS-Spreads von Banken haben sich im dritten Quartal seitwärts entwickelt ++ Diese und weitere News hier im Banken-Ticker.

30. Januar 2024

Aktionärsvertreter sehen Größe der UBS kritisch

Die Fusion der UBS mit der Credit Suisse stößt auf Bedenken bei Investoren. Einer der größten Aktionäre äußerte gegenüber dem Handelsblatt die Sorge, dass es wegen der Größe dauerhafte Konflikte mit den Regulierungsbehörden und der Politik geben könnte. Auch Ethos, die drei bis fünf Prozent der UBS-Aktien halten, warnten dem Medienbericht zufolge vor einem wachsenden Einfluss der Bank auf die Bankengesetzgebung.

8. November 2023

Entspannung bei CDS-Spreads von Banken

Die CDS-Spreads deutscher und ausländischer Banken haben sich im dritten Quartal 2023 im Durchschnitt stabil entwickelt. Wie aus dem neuen FCF Bank Monitor hervorgeht, liegen sie mit durchschnittlich 81,0 Basispunkten aber noch immer fast doppelt so hoch wie im Jahr 2021, als ein Allzeittief von 42,9 Basispunkte erreicht werden konnte.

Die als Krisenindikator geltenden CDS-Spreads waren insbesondere infolge des Bankenbebens zu Jahresbeginn in die Höhe geschossen. Dieser Trend scheint nun gestoppt. Bei deutschen Kreditinstituten konnten laut FCF vor allem die Deutsche Bank und HCOB von einem Rückgang der CDS-Spreads profitieren, während bei den ausländischen Instituten insbesondere die RBI noch immer auf sehr hohem Niveau handelt.

6. September 2023

Chef der Schweizer Finma tritt zurück

Urban Angehrn, Direktor der Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma), tritt Ende September 2023 zurück. Wie die Behörde gestern mitteilte, wird seine Stellvertreterin Birgit Rutishauser zum 1. Oktober 2023 den Chefposten der Behörde interimistisch übernehmen.

Angehrn, der seit 1. November 2021 als Direktor der Finma fungiert, werde noch für eine geordnete Übergabe aller Geschäfte und für Folgearbeiten nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zur Verfügung stehen, heißt es in der Mitteilung. Ob sein Rücktritt mit der Fusion der beiden Schweizer Großbanken zusammenhängt, ließ die Finma offen. „Es fällt mir sehr schwer, diese Aufgabe abzugeben, doch dies ist ein Schritt der Vernunft“, so Angehrn.

22. August 2023

S&P stuft mehrere US-Banken herab

Standard & Poor‘s (S&P) hat vier US-Banken herabgestuft sowie den Ausblick für zwei weitere Institute gesenkt. Als Ursachen für die Maßnahmen verweist die US-Ratingagentur auf hohe Einlagenabflüsse und das Zinsniveau. Vor rund zwei Wochen hatte bereits Moody’s insgesamt zehn Downgrades für US-Banken vorgenommen. Zudem stimmte Fitch vergangene Woche die Märkte auf umfangreiche Herabstufungen im US-Bankensektor ein.

21. August 2023

Immobilienrisiken treiben Landesbanken um

Deutsche Landesbanken wappnen sich zunehmend für potentielle Kreditausfälle bei Immobilienfinanzierungen. Laut Informationen von Bloomberg haben allein BayernLB und LBBW im ersten Halbjahr 2023 entsprechende Rücklagen in Höhe von rund 200 Millionen Euro gebildet. Zum Großteil handle es sich dabei aber um keine konkreten Einzelfälle, sondern pauschale Anpassungen. Beim Neugeschäft seien sowohl BayernLB als auch LBBW zuletzt sehr selektiv gewesen.

16. August 2023

Fitch nimmt US-Banken ins Visier

Die US-Ratingagentur Fitch erwägt offenbar eine umfassende Herabstufung von US-Banken, darunter auch Großinstituten wie JP Morgan Chase. Sollte sich das operative Umfeld für den Sektor weiter verschlechtern, könnte sich die Ratingagentur zu einem solchen Schritt veranlasst sehen, erklärte ein Fitch-Analyst gegenüber dem US-Sender CNBC. Bereits im Juni hatte Fitch den US-Bankensektor als Ganzes von AA auf AA- herabgestuft, auf Downgrades für einzelne Institute wurde dabei jedoch verzichtet.

15. August 2023

Credit-Suisse-Aktionäre verlangen Entschädigung

Die Übernahme der Credit Suisse (CS) durch UBS hat über 1.000 CS-Kleinaktionäre auf den Plan gerufen: Sie streben laut dem Schweizerischen Anlegerschutzverein (SASV) eine Entschädigung der erlittenen Verluste infolge der Übernahme an. Damals bekamen sie für 22,48 CS-Aktien eine US-Aktie, was einem Preis von 0,76 Franken pro Credit-Suisse-Aktie (Stand: 17. März) entsprach. Zwei Tage vorher hatte das Papier noch bei 1,86 Franken notiert. Laut SASV sei die Übernahme ein „Kuhhandel“ gewesen, „bei dem der Kaufpreis willkürlich festgelegt“ wurde.

11. August 2023

UBS befreit sich von Staatshilfen

Die UBS hat die im Zuge der Notübernahme der Credit Suisse gewährten Garantien des Schweizer Staats zurückgegeben. Der Garantievertrag in Höhe von 9 Milliarden Schweizer Franken sowie potenzielle Liquiditätshilfen von bis zu 100 Milliarden Schweizer Franken der Schweizer Nationalbank (SNB) seien aufgelöst worden, so die UBS.

Darüber hinaus habe die Credit Suisse ihre von der SNB erhaltenen Notfallliquiditätshilfen über 50 Milliarden Franken vollständig zurückbezahlt. Die Risikoprämie lag hier bei 476 Millionen Franken. Alle Details zur Transaktion lesen Sie hier bei unserer Schwesterzeitschrift FINANCE.

9. August 2023

Moody’s: zehn Downgrades für US-Banken

Moody’s hat die Kreditwürdigkeit von zehn kleinen und mittelgroßen US-Regionalbanken herabgestuft. Elf weitere Finanzinstitute wurden auf die Watchlist gesetzt. Ursächlich seien die steigenden Zinsen, die insbesondere die Risiken am Markt für Gewerbeimmobilien steigen ließen.

25. Juli 2023

380 Millionen US-Dollar Strafe für UBS

Die UBS ist in den USA und Großbritannien zur Zahlung einer Strafe von mehr als 380 Millionen US-Dollar verdonnert worden. Grund ist mangelhaftes Risikomanagement im Zuge von Geschäften zwischen Credit Suisse und dem Hedgefonds Archegos, der 2021 pleite gegangen ist. Credit Suisse verbuchte aufgrund des Zusammenbruchs von Archegos einen Milliardenverlust, der mitverantwortlich war für die spätere Krise der Schweizer Bank.

 

28. Juni 2023

UBS will massiv Personal abbauen

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg plant die UBS einen massiven Personalabbau bei der jüngst übernommenen Credit Suisse. Um insgesamt etwa 30 Prozent soll die Belegschaft demnach in den kommenden Monaten schrumpfen, mehr als jeder zweiten Credit-Suisse-Mitarbeiter sei davon betroffen. Aktuell beschäftigt die Credit Suisse noch rund 45.000 Menschen.

Besonders ausgeprägt soll der Kahlschlag in London und New York sowie in Asien ausfallen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters plant die UBS vor allem zahlreiche Jobs im Investment Banking in Australien und China abzubauen.

1. Juni 2023

Verzögerung bei der Credit-Suisse-Übernahme?

Eigentlich sollte die Fusion von UBS und Credit Suisse Ende Mai oder Anfang Juni über die Bühne gehen. Offenbar bedarf es nun aber doch noch mehr Zeit: Wie die Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“ am Mittwoch berichtete, sie die Entscheidung der Börsenaufsicht über das avisierte Delisting der Credit Suisse mehrfach verschoben worden – scheinbar auf eigenen Wunsch des kriselnden Geldhauses.

Als Folge könne die vorgesehene Frist für einen Abschluss am 7. Juni nicht mehr eingehalten werden. Realistisch sei dem Bericht nach nun ein Abschluss frühestens in der zweiten Juniwoche.

22. Mai 2023

Verklagen Credit-Suisse-Mitarbeiter die Finma?

Laut eines Berichts der „Financial Times" sollen Mitarbeiter der Credit Suisse eine Klage gegen die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) in Betracht ziehen. Anlass dafür sei die Streichung von Bonuszahlungen in Höhe von etwa 400 Millionen Dollar. Dem Bericht zufolge sind die Boni tausender Führungskräfte bei der Credit Suisse an die AT1-Anleihen der Bank gekoppelt. Diese Anleihen mussten im Zuge der Credit-Suisse-Notübernahme durch die UBS im März allerdings auf Anordnung der Behörden komplett abgeschrieben werden.

2. Mai 2023

First Republic Bank geht an JP Morgan

JP Morgan übernimmt den taumelnden US-Wettbewerber First Republic Bank. Das gab JP Morgan am Montagmorgen bekannt. Die Transaktion folgte kurz im Anschluss an die Ernennung der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) zum Insolvenzverwalter der First Republic Bank. Die FDIC verkaufte das Institut zum Großteil direkt weiter an JP Morgan.

Laut Mitteilung der US-Großbank wird JP Morgan alle Einlagen – versichert und unversichert – sowie „nahezu alle Vermögenswerte“ der First Republic Bank übernehmen. Nach Angaben von JP Morgan belaufen sich die Vermögenswerte auf rund 230 Milliarden US-Dollar, die Einlagen liegen bei etwa 92 Milliarden US-Dollar.

24. April 2023

Kundenexodus bei Credit Suisse hält an

Trotz der Notfusion mit UBS haben Credit-Suisse-Kunden im ersten Quartal massiv Gelder abgezogen. So verzeichnete die Credit Suisse in den ersten drei Monaten 2023 Mittelabflüsse von netto 61,2 Milliarden Schweizer Franken. Dies geht aus den heute publizierten Quartalszahlen des Instituts hervor.

Besonders in den Tagen nach der Notübernahme durch die UBS Mitte März zogen die Kunden demnach verstärkt Gelder ab. Seitdem hätte sich der Exodus auf „niedrigem Niveau“ fortgesetzt, eine Umkehr des Trends konnte bislang aber nicht erreicht werden.

21. April 2023

AT1-Anleiheinvestoren verklagen Schweizer Finma

Laut mehreren Medienberichten klagen erste Anleihe-Investoren gegen die Schweizer Aufsichtsbehörde Finma. Anlass ist die Wertloserklärung der AT1-Anleihen von Credit Suisse durch die Finma im Zuge der Rettung des Instituts. Insgesamt mussten dadurch 16 Milliarden Franken abgeschrieben werden.

Nach Informationen vom „Handelsblatt“ haben sich dafür nun Investoren, die Anleihen der Credit Suisse im Wert von mehr als 4,5 Milliarden Franken vertreten, zusammengeschlossen. Unter anderem zählt dazu auch die Pensionskasse des Schweizer Lebensmittelhändlers Migros, der einen Verlust von etwa 100 Millionen Franken erlitten haben soll.

12. April 2023

09:00 Uhr: Schweizer Parlament uneins bei Credit-Suisse-Übernahme

Im Rahmen einer Sondersitzung hat die Mehrheit der großen Kammer im Schweizer Parlament gegen die zur Rettung der Credit Suisse gewährten Finanzgarantien in Höhe von 109 Milliarden Schweizer Franken gestimmt.

Zuvor hatte die kleine Kammer des Parlaments der Rettungsaktion zugestimmt. Voraussichtlich werden beide Kammern heute noch einmal abstimmen. Wirkliche Konsequenzen hat das Votum aber ohnehin nicht: Die Garantien sind als Teil des Rettungspakets schon von einem Ausschuss per Notrecht bewilligt worden. Somit hat die Aktion also eher den symbolischen Charakter einer Rüge.

5. April 2023

09:00 Uhr: Viel Bewegung bei CDS-Spreads deutscher Banken

CDS-Spreads gelten als Krisenfrühindikator. Wie ist es nach dem Bankenbeben um diese Werte bestellt? Die DT-Schwesterpublikation FINANCE hat dafür aktuelle Daten für das erste Quartal 2023 von FCF Fox Corporate Finance ausgewertet. Demnach liegen die Fünfjahres-CDS-Spreads von Banken, die am deutschen und österreichischen Mid-Cap-Finanzierungsmarkt tätig sind, bei 94,7 Basispunkten.

Das sind zwar knapp 10 Basispunkte über dem Niveau des vierten Quartals 2022. Verglichen mit dem Wert aus dem Herbst 2022 sind die Spreads wieder etwas gesunken: Damals lagen die Prämien auf einem Zehnjahreshoch von 110 Basispunkten. Entwarnung könne laut FCF dennoch nicht gegeben werden: Denn die Risikoprämien näherten sich derzeit wieder dem Niveau des Herbstes 2022 an. Grund dafür sei insbesondere Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Unsicherheiten. 

Besondere Sorgen hatten dem Markt zuletzt die CDS-Spreads der Deutschen Bank gemacht. Sie gelten als einer der potentiellen Ursachen für den heftigen Kurssturz der Deutschen-Bank-Aktie am 24. März. So waren die Prämien für eine Kreditausfallversicherung der Deutschen Bank in den Tagen davor auf mehr als 200 Basispunkte in die Höhe geschossen und lagen temporär bei 235 Punkten.

Stichtag der FCF-Auswertung war der 27. März. Der Spread für einen CDS der Deutschen Bank lag zu diesem Zeitpunkt bei 197,1 Basispunkten. Laut Angaben des Deutschen Derivate Verbands lag dieser Wert vier Tage später aber nur noch bei 147,1 Basispunkten.

Die vollständige Analyse können Sie hier nachlesen.

2. April 2023

16:30: Credit-Suisse-Übernahme ruft Schweizer Justiz auf den Plan

Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ist ins Visier der Schweizer Bundesanwaltschaft geraten. Laut FAZ haben die Staatsanwälte Ermittlungen wegen des Verdachts der unerlaubten Informationsweitergabe während der Fusionsverhandlungen aufgenommen.

So sollen unter anderem die „Financial Times" und „Bloomberg" vorab Details zu der Transaktion bekommen haben. Die Bundesanwaltschaft will nun etwaige Straftaten analysieren und identifizieren.

10:06: Radikaler Stellenabbau bei UBS-Credit-Suisse?

Im Zuge der Fusion von UBS und Credit Suisse könnten viele Stellen abgebaut werden: Laut einer Schweizer Zeitung, die sich auf Unternehmensinsider beruft, sind „zwischen 20 und 30 Prozent“ der insgesamt 120.000 Jobs bedroht. Im Fokus stehen demnach insbesondere Stellen in der Schweiz sowie in den USA, wo das US-Investmentbanking erheblich verkleinert werden soll.

1. April 2023

11:00 Uhr Ermotti hält Größe der UBS für unbedenklich

Der Zusammenschluss von UBS und Credit Suisse hat eines der größten Geldinstitute der Welt hervorgebracht. Ist die Bank möglicherweise gar zu groß? Der künftige UBS-CEO Sergio Ermotti versucht, derartige Bedenken zu zerstreuen. „Selbst wenn wir die UBS und die Credit Suisse zusammenlegen, werden wir nicht an der Spitze der internationalen Bankengruppen stehen", erklärte er gegenüber der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“.

Die Frage nach einer übermäßigen Größe stelle sich nicht. Laut Ermotti habe die integrierte UBS auf dem Schweizer Heimatmarkt keinen größeren Marktanteile als Kantonalbanken und die Raiffeisen-Gruppe. Lediglich bei der Kreditvergabe an multinationale Unternehmen wären die UBS ihren Schweizer Wettbewerbern überlegen – dort würden aber internationale Geldhäuser die Konkurrenz ausreichend beleben.

31. März 2023

08:15: ifo: leichterer Zugang zu Unternehmenskrediten

Gute Nachrichten vom ifo-Institut: Trotz der anhaltenden Unsicherheit im Bankensektor ist es für deutsche Unternehmen einfacher geworden an neue Kredite zu gelangen. Laut der neuesten ifo-Umfrage berichteten im März nur mehr 22,7 Prozent der Unternehmen, die aktuell Kreditverhandlungen führen, über Zurückhaltung vonseiten der Banken. Im Dezember waren es noch 30,0 Prozent gewesen.

Darüber hinaus kommen hiesige Firmen auch immer besser mit dem veränderten Zinsumfeld zurecht. Dafür spricht der Rückgang bei der ifo-Kredithürde, der insbesondere auf die Industrie (von 27,8 auf 17,3 Prozent) und die Dienstleister (von 34,6 auf 26,5 Prozent) zurückzuführen ist. Der Wert beschreibt den Prozentanteil der Unternehmen, die das Bankverhalten in Kreditverhandlungen als „restriktiv“ einordnen.

29. März 2023

07:00 Uhr: Sergio Ermotti ersetzt Ralph Hamers als UBS-CEO

Überraschung bei der UBS: Anders als zunächst kolportiert, wechselt die Bank nach der Übernahme der Credit Suisse nun doch ihren CEO aus. Ralph Hamers muss den Posten räumen für Sergio Ermotti, der die UBS sehr gut kennt: Er war insgesamt neun Jahre deren CEO, bevor er das Führungszepter 2020 an Hamers übergab.

Ermottis Rückkehr soll bereits nach der Generalversammlung am 5. April vollzogen werden. „Wir zweifeln nicht an Ralphs Fähigkeiten, aber wir hatten das Gefühl, dass wir ein besseres Pferd im Stall haben“, begründete Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher die Entscheidung heute morgen im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Hamers wird nach Angaben der Bank noch mehrere Monate bei der UBS bleiben, um eine geordnete Übergabe zu gewährleisten.

27. März 2023

08:30 Uhr: Käufer für Silicon Valley Bank gefunden

Die kollabierte Silicon Valley Bank (SVB) hat einen neuen Eigentümer: Das US-Institut First Citizens Bank übernimmt alle Einlagen und Kredite der insolventen SVB. Das gab der US-Bundeseinlagensicherungsfonds FDIC in der Nacht zum Montag bekannt.

Konkret umfasst der Deal laut FDIC Einlagen in Höhe von 119 Milliarden Dollar und darüber hinaus 72 Milliarden Dollar an Vermögen. Die 17 Filialen öffnen am heutigen Montag bereits unter dem neuen Namen „First-Citizens Bank & Trust Company“. Für die Sicherung der Einlagen wird weiterhin die FDIC einstehen.

24. März 2023

12:30 Uhr: Deutsche-Bank-Aktie schmiert kräftig ab

Die Probleme im Finanzsektor ziehen immer weitere Kreise. Seit gestern Abend zählt die Deutsche Bank zu den größten Sorgenkindern. Bis Freitagmittag verlor die Aktie von Deutschlands größtem Geldhaus um rund 13 Prozent. Es ist der höchste Tagesverlust des Papiers seit Ausbruch der Pandemie.

Schon am Donnerstagabend waren die Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich die Deutsche Bank gegen Zahlungsausfälle absichert, auf ein Vierjahreshoch in Höhe von rund 200 Basispunkten geschossen.

Am heutigen Freitagmorgen gab die Deutsche Bank schließlich auch noch bekannt, dass sie mehrere nachrangige Anleihen (Fixed to Fixed Reset Rate Subordinated Tier 2 Notes) im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar vorzeitig tilgen wird. Konkret werden die eigentlich erst 2028 fälligen Papiere nun bereits am 24. Mai 2023 getilgt. Das Institut will dafür 100 Prozent des Nennwerts der Anleihen zahlen, zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen bis zum Einlösungsdatum.

23. März 2023

13:00 Uhr: Bafin-Chef versucht zu beruhigen

Bafin-Chef Mark Branson hat bezüglich der Bankenkrise für deutsche Finanzinstitute Entwarnung gegeben. Gegenüber Journalisten sagte der Chefaufseher am gestrigen Mittwochabend, dass das deutsche Finanzsystem robust und stabil sei – und nicht direkt von den Unruhen rund um die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse betroffen sei. Die UBS hat die Credit Suisse in einer spektakulären Rettungsaktion gekauft.

Branson räumte indes ein, dass die scharfe Zinswende auch andere Banken vor Probleme stellen könnte. Die Institute seien unterschiedlich gut gerüstet, insbesondere „einige kleinere Banken mit wenig Überschusskapital und erhöhten Zinsänderungsrisiken” könnten anfällig sein. Insgesamt profitierten die meisten Bankhäuser von den höheren Zinsen.

Wie Branson die Rolle von Social Media sieht und welche interessanten Schweizer Parallelen es in seiner Vita gibt, erfahren Sie im vollständigen Artikel bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

12:00 Uhr: Bankenexperte Heinz-Gerd Stickling sieht deutsche Banken stabil

Heinz-Gerd Stickling, Partner der auf die Finanzbranche spezialisierten Beratung zeb, sieht die aktuelle Bankenkrise im Hinblick auf deutsche Häuser gelassen. „Die beiden Fälle SVB und Credit Suisse sind nicht beängstigend für uns. Die Situationen insbesondere bei der Fristentransformation und bei den Zinsabsicherungen sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Die SVB ist ein absoluter Ausreißer, selbst für amerikanische Verhältnisse“, sagte Stickling im Interview mit unserer Schwesterpublikation FINANCE. Mehr über die Unterschiede des US-Hauses zu deutschen Banken und der aktuellen Lage bei den hiesigen Instituten erfahren Sie dort bei FINANCE-TV.

22. März 2023

19:00 Uhr: Fed hebt Leitzins erneut an

Zum mittlerweile neunten Mal in Folge hat die Fed den US-Leitzins angehoben. Die Federal Funds Rate liegt damit nun um 25 Basispunkte höher in der Spanne von 4,75 bis 5,0 Prozent. Damit setzt die Notenbank die Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation, die noch immer weit von ihrem Zielwert entfernt liegt, weiter fort. Daran können auch die jüngsten Turbulenzen im Bankensenktor nichts ändern. 

Allerdings verzichteten die Notenbanker diesmal auf die Formulierung, wonach der Rat davon ausgeht, dass „kontinuierliche Erhöhungen" der US-Zinssätze angemessen wären. Dies kann laut Geldpolitikexperten so verstanden werden, dass die Fed den Höchststand beim Leitzins inzwischen für greifbar halten. Allerdings hat Notenbank-Chef Powell weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen.

21. März 2023

10:50 Uhr: Ratingagenturen sehen Übernahme kritisch

Die Fusion der beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse haben auch die US-Ratingagenturen auf den Plan gerufen: Sowohl Moody’s als auch Standard & Poor’s (S&P) senkten den Ausblick für Verbindlichkeiten der UBS im Anschluss an die Ankündigung der Übernahme der taumelnden Credit Suisse.

Moody’s nahm den Outlook für das langfristige Einlagenrating und das Rating für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten von stabil auf negativ herunter. Die Begründung: Der Deal bringe „bedeutende finanzielle und kulturelle Integrationsherausforderungen mit sich“. Gleichwohl bestätigten die Ratingagenturen das A3-Rating für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten und das Aa2-Rating für langfristige Einlagen der UBS.

Auch S&P stufte den Ausblick für die UBS von stabil auf negativ zurück und legitimierte dies mit den Ausführungsrisiken der Übernahme. Bereits am Freitag (17. März) hatte DBRS Morningstar das Rating der Credit Suisse auf BBB gesenkt und dabei insbesondere auf die Probleme des Instituts durch anhaltende Fehltritte und Compliance-Verstöße hingewiesen.

08:35 Uhr: Die Lehren für Schweizer Investoren

Welche Implikationen hat die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS für Investoren am Schweizer Kapitalmarkt? Dieser spannenden Frage widmet sich Philipp Weber, Head Investment Consulting bei Mercer Schweiz, im Gespräch mit der DerTreasurer-Schwesterpublikation dpn.

07:13 Uhr: UBS und Credit Suisse vor Stellenabbau?

Laut einem Bericht der Finance Times sind infolge des Zusammenschlusses von UBS und Credit Suisse zehntausende Arbeitsplätze in den beiden Großbanken in Gefahr. Zwar sei es für eine genaue Größenordnung noch zu früh.

Aber am Ende könnte bis zu einem Drittel der insgesamt 120.000 Jobs betroffen sein, so die Financial Times. Die Hauptbetroffenen dieses personellen Kahlschlags sollen das Schweizer Geschäft und die Investmentbank der Credit Suisse, die zusammen mehr als 30.000 Stellen umfassen, sein.

20. März 2023

21:41 Uhr: Verunsicherung am Markt für Nachranganleihen

Die noch junge Assetklasse der nachrangigen AT1-Bankanleihen steht vor ihrer bislang größten Bewährungsprobe. Grund ist, dass die Investoren, die Nachrangtitel der Credit Suisse im Depot haben, laut Fusionsvertrag komplett leer ausgehen sollen. Die damit verbundenen Verluste würden sich auf 16 Milliarden Franken summieren. Währenddessen sollen Aktionäre der Credit Suisse für 22,48 Aktien der Bank eine Aktie der UBS erhalten, was einem Kaufpreis von 3 Milliarden Schweizer Franken entspricht.

Die Kritik der Anleiheinvestoren: Damit würde die Rangordnung, auf die man bis vor kurzem noch vertraut hatte, hinfällig. Ihrer Argumentation zufolge müsste zuerst das Eigenkapital, sprich die Aktionäre, für die Verluste aufkommen. Erst dann wären die Nachranganleihen an der Reihe.

Genau dieser Logik scheint man in der Eurozone zu folgen: Wie EZB, der europäische Abwicklungsfonds SRP und die EU-Bankenaufsicht EBA am Montag mitteilten, würden im Fall einer europäischen Bankenrettung beziehungsweise -abwicklung zunächst die Aktionäre die Leidtragenden.

Die beiden größten deutschen Geldhäusern scheinen derweil so gut wie gar nicht von den Problemen bei den Nachranganleihen der Credit Suisse betroffen zu sein. Wie die Nachrichtenagentur Dpa-afx berichtet, hat die Commerzbank keinerlei Investments in diese Titel getätigt. Die Deutsche Bank sei derweil „nahezu null“ in die AT1-Anleihen der Credit Suisse investiert.

17:14 Uhr: Zulassung für SVB-Nachfolgeinstitut

Die Silicon Valley Bridge Bank, Nachfolgerin der Pleite gegangenen Silicon Valley Bank (SVB), darf nun auch wieder in Deutschland den Geschäftsbetrieb aufnehmen. Eine entsprechende Erlaubnis erteilte die Bafin. Allerdings ist der deutschen Zweigstelle SVB Germany nur Kreditgeschäft und Eigengeschäft gestattet.

01:37 Uhr: neuer Eigentümer für Signature Bank

Erfolg für die Federal Depost Insurance Corporation (FDIC): Die US-Aufsichtsbehörde kann einen Käufer für die kollabierte Signature Bank aus New York präsentieren. Es handelt sich dabei um die Flagstar Bank. Die Tochter der Community Bancorp ist primär im Geschäft mit Kryptowährungen aktiv und übernimmt den Großteil der Einlagen der Signature Bank sowie einen Teil ihres Kreditportfolios.

Konkret werden laut FDIC etwa 60 Milliarden US-Dollar der Kredite sowie 4 Milliarden US-Dollar der Einlagen der Signature Bank in der Konkursverwaltung verbleiben. Die Behörde schätzt, dass ihr Einlagenversicherungsfonds mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar durch den Deal belastet wird.

19. März 2023

20:00 Uhr: UBS übernimmt Credit Suisse

Megafusion in der Schweizer Bankenwelt: Nach einem Wochenende intensiver Verhandlungen steht am Sonntagabend die Übernahme der kriselnden Credit Suisse durch den Wettbewerber UBS. Der Kaufpreis liegt bei 3 Milliarden Schweizer Franken beziehungsweise 0,76 Franken je Aktie – ein deutlicher Abschlag zum Kurs der Credit-Suisse-Aktie bei Börsenschluss am Freitag. Der hatte nämlich noch bei rund 1,86 Franken gelegen, die Marktkapitalisierung betrug dabei über 7 Milliarden Franken.

Darüber hinaus unterstützt die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zwangsehe mit insgesamt 100 Milliarden Franken an Liquiditätshilfen. Es handelt sich um die größte Bankenfusion in Europa seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der größten Banken-Player weltweit, der rein größentechnisch betrachtet selbst die Deutsche Bank hinter sich lassen dürfte.

17. März 2023

09:17 Uhr: massive Kapitalspritze für First Republic Bank

Mit der First Republic Bank gerät ein weiteres US-Kreditinstitut in Schieflage. Die Regionalbank erhält vor diesem Hintergrund eine milliardenschwere Kapitalspritze von den größten US-Wettbewerbern. Genau genommen sind es elf amerikanische Großbanken, die die First Republic Bank mit einer Summe von insgesamt 30 Milliarden US-Dollar unterstützen.

16. März 2023

02:38 Uhr: Credit Suisse gerät in Liquiditätsnöte

Die Aktie der Schweizer Großbank Credit Suisse gerät am Mittwoch enorm unter Druck und bricht zeitweise um mehr als 30 Prozent ein. Auslöser war die Ankündigung des Großaktionärs Saudi National Bank, das Geldhaus nicht mit zusätzlichem Kapital zu stützen.

Die sich daraus ergebenden Liquiditätsprobleme veranlassen die Credit Suisse dazu, bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Rettungskredite von bis zu 50 Milliarden Franken anzufragen. Darüber hinaus schießen die Credit-Default-Swaps (CDS) der Großbank in die Höhe. Der 5-Jahres-CDS stieg bis Börsenschluss am 15. März um 308,6 auf 842,5 Basispunkte an.

13. März 2023

10:26 Uhr: Deutsche SVB-Tochter ist Geschichte

Die Bafin teilt mit, dass sie den deutschen Ableger der Silicon Valley Bank (SVB) für den Kundenverkehr schließt. Zudem verhängt die Regulierungsbehörde ein Moratorium über die Silicon Valley Bank Germany Branch. Trotzdem stelle die Schieflage der SVB-Tochter keine Gefahr für die hiesige Finanzstabilität dar. Denn laut Bafin ist die Bank nicht systemrelevant.

08:16 Uhr: HSBC übernimmt britische SVB-Tochter

Die Londoner HSBC übernimmt die britische Tochter der Silicon Valley Bank (SVB) – und zwar für den symbolischen Preis von 1 Pfund. Das gab der britische Finanzminister Jeremy Hunt am Montagmorgen via Twitter bekannt. „Die Einlagen werden geschützt, ohne dass der Steuerzahler belastet wird“, so Hunt. Die britische SVB-Tochter hat rund 3.500 Geschäftskunden, primär aus dem Technologiesektor sowie Einlagen in Höhe von etwa 7,5 Milliarden Euro.

12. März 2023

14:23 Uhr: Yellen schließt staatliche SVB-Rettung aus

Laut Finanzministerin Janet Yellen will die US-Regierung keine großangelegte staatliche Rettung der SVB durchführen. Die Biden-Administration sorge sich aber um die Einleger und konzentriere sich darauf, deren Bedürfnisse zu erfüllen, so Yellen gegenüber dem US-Sender CBS.

Noch am selben Tag schließen die US-Behörden die Signature Bank, ein New Yorker Geldhaus, das primär im Krypto-Bereich aktiv war.

Nach der Pleite der US-Bank SVB geht an den Finanzmärkten die Sorge vor weiteren Zusammenbrüchen um. In den USA, aber auch in Großbritannien sorgte der Fall am Wochenende für Krisensitzungen. Es soll verhindert werden, dass die Pleite weitere Firmen in Mitleidenschaft zieht.

10. März 2023

Silicon Valley Bank ist pleite

Die US-Finanzaufsichtsbehörde Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) teilt mit, dass die Silicon Valley Bank (SVB) geschlossen wird. Gleichzeitig übernimmt die FDIC die Kontrolle über die SVB übernehmen. Zu diesem Schritt sehen sich die Regulatoren veranlasst, nachdem die Kunden der SVB tags zuvor 42 Milliarden US-Dollar an Kapital abgezogen haben – die Bank kollabiert daraufhin.

Staatlich abgesichert sind nur Einlagen bis zu einer Höhe von 250.000 US-Dollar. Allerdings fallen nur rund 6 Prozent der Kundenkonten unter diesen staatlichen Versicherungsschutz.