Die Commerzbank bietet einen neuen Kredit im Pay-per-Use-Bereich an.

Commerzbank AG

16.03.21
Finanzen & Bilanzen

Commerzbank erweitert Pay-per-Use-Kredit

Die Commerzbank hat eine neue Off-Balance-Lösung im Pay-per-Use-Bereich entwickelt. Das sind die Details.

Vor knapp drei Jahren hat die Commerzbank zusammen mit dem Werkzeugmaschinenhersteller Emag und dem Automobilzulieferer KMB Technologie den – damals noch neuartigen – Pay-per-Use-Kredit vorgestellt. Die Idee hinter der alternativen Finanzierung ist einfach: Die Kreditrate hängt vom Nutzungsgrad einer Maschine ab. Wird diese häufig genutzt, ist die Tilgungsrate höher und umgekehrt. Profitieren sollen davon vor allem Unternehmen, die in zyklischen Branchen aktiv sind oder ihre Liquidität schonen müssen.

Coronakrise beschleunigt Pay per Use

Mit dieser Idee hatte die Bank jedoch nur mäßigem Erfolg. „Das Modell kam zunächst nicht so an wie geplant“, räumt Dirk Thomas, Leiter Big Data Advanced Analytics bei der Commerzbank ein. Als Grund dafür führt er unter anderem Hürden beim technischen Übertragungsweg der Maschinendaten zur Bank an. Seit dem vergangenen Jahr habe sich die Lage aber verändert, beobachtet er.

Zum einen seien die technischen Herausforderungen zusammen mit den Maschinenherstellern gelöst worden. Zum anderen habe der Bank auch in die Hände gespielt, dass wegen der Coronakrise die Bedeutung von Cash gestiegen sei. „Viele Unternehmen wollen ihre Liquidität schonen und fahren große Investitionen zurück“, erläutert Thomas.

Commerzbank: neue Off-Balance-Lösung

Darauf will die Commerzbank reagieren und neben dem Pay-per-Use-Investitionskredit eine Off-Balance-Lösung auflegen. Voraussetzung ist ein Vertriebsansatz beim Hersteller, um die notwendigen Stückzahlen zu erreichen. Im bisherigen Pay-per-Use-Modell wird das Kreditausfallrisiko von der Bank getragen. Im neuen Modell wäre der Vertragspartner des Maschinennutzers eine Zweckgesellschaft. „Damit kann zum Beispiel eine Versicherung die Risiken übernehmen oder ein Investor sich beteiligen“, erklärt Thomas.

In diesem Modell würde die Zweckgesellschaft dem Hersteller die Maschine abkaufen und diese dann für eine vereinbarte Dauer an den Nutzer gegen eine Full-Service-Rate (Finanzierung inklusive Wartung) weitergeben. Der Vorteil: „Der Nutzer mietet eine produktionsfähige Maschine, das Restwertrisiko kann abgesichert oder zum Investor transferiert werden, und die Assets würden weder in der Hersteller- noch in der Kundenbilanz aufgelistet“, erklärt Thomas. Die technische Abwicklung und den Pay-per-Use-Kredit stellt weiterhin die Bank, die mit der Zweckgesellschaft zusammenarbeitet. Das Produkt wird derzeit mit Herstellern diskutiert und soll dann mit deren Kunden getestet werden. Die Finanzierungskosten dürften durch die zusätzlichen Risiken steigen.

s.backhaus[at]dertreasurer.de