Der Werkstoffhersteller Covestro hat im Juni eine milliardenschwere Anleihe virtuell aus dem Home Office heraus platziert.

Covestro

10.07.20
Finanzen & Bilanzen

Covestro platziert Anleihe virtuell

Covestro hat im Juni eine milliardenschwere Anleihe virtuell emittiert. Dafür war beim Werkstoffhersteller ein neues Vorgehen nötig. Wie das aussah, erläutert Treasury-Chef Thomas Böttger.

Obwohl die Coronakrise die deutsche Wirtschaft immer noch im Griff hält, können Investmentgrade-Adressen den Kapitalmarkt fast schon wieder wie gewohnt anzapfen. Das zeigt auch die Anfang Juni platzierte Anleihe von Covestro. Der Werkstoffhersteller, den die Ratingagentur Moody's drei Tage vor der Emission um einen Notch auf Baa2, Ausblick negativ, heruntergestuft hatte, sammelte insgesamt 1 Milliarde Euro ein. Die Investorennachfrage war Unternehmensangaben zufolge „sehr hoch“, die Transaktion um mehr als das Zehnfache überzeichnet.

„Das allgemeine Marktumfeld war für uns sehr günstig“, sagt Thomas Böttger, Global Head of Finance and Insurance bei Covestro. Das Rating-Downgrade habe keine signifikante Implikation auf die Emission gehabt. Die Investoren suchten Möglichkeiten zur Anlage und zeigten Böttger zufolge vor allem an längeren Laufzeiten Interesse. „Das passte auch sehr gut in unser Fälligkeitenprofil“, sagt der Finanzer.

Covestro platziert Anleihe komplett aus Home Office

Die Anleihe gliedert sich in zwei Tranchen über je 500 Millionen Euro: Für die fünfjährige mit Fälligkeit im Februar 2026 muss der Leverkusener Konzern 0,875 Prozent jährlich an Zinsen zahlen. Der Kupon der zehnjährigen Tranche liegt bei 1,375 Prozent. „Wir konnten im Rahmen der Platzierung eine Einengung des Pricings von 60 Basispunkten erzielen“, sagt Böttger. Die Neuemissionsprämie lag mit minus 20 Basispunkten im negativen Bereich.

Für das Covestro-Treasury-Team war es wahrlich nicht die erste Anleiheemission, dennoch gab es diesmal eine Besonderheit: „Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir die Anleihe zusammen mit den Bookrunnern komplett aus dem Home Office heraus platziert“, sagt der Treasury-Chef. Er und sein Team arbeiten seit Mitte März vollständig von zu Hause aus, was „einwandfrei“ funktioniere, wie Böttger betont.

Was dies aber für die die Anleiheemission bedeutete, erfahren Sie im E-Magazin 13-2020.

Paulus[at]derTreasurer.de

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