Der Stahlrohrhersteller EEW hat seine Kreditfazilitäten im Volumen von 600 Millionen Euro refinanziert.

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05.10.21
Finanzen & Bilanzen

EEW stockt Finanzierungsrahmen auf

Die Erndtebrücker Eisenwerke haben ihre Darlehen refinanziert und ausgeweitet. Damit will der Großrohrhersteller seine geplante Expansion finanziell unterlegen.

Der Großrohrhersteller Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) hat sich refinanziert und die bestehende Finanzierung ausgeweitet, wie DerTreasurer erfahren hat. Das Transaktionsvolumen beläuft sich demnach auf rund 600 Millionen Euro und umfasst revolvierende Barkreditfazilitäten und Aval-Kreditlinien. Bei einer Refinanzierung im März 2020 lag das Gesamtvolumen noch bei 308 Millionen Euro.

Eine neue Tranche zur Finanzierung des Wachstums des Unternehmens in Höhe von 180 Millionen Euro wurde hierbei durch eine Bürgschaft des Bundes und zweier Länder unterstützt. Ein Konsortium bestehend aus langjährigen Hausbanken stellen dagegen den Konsortialkredit zur Verfügung. Mit Kreditversicherern hat EEW daneben weitere Aval-Kreditlinien vereinbart. Beraten wurde die Refinanzierung vom Debt Advisor Herter & Co.

EEW baut ein Werk in den USA

Laut EEW-CEO Christoph Schorge ermögliche die neue Finanzierungsstruktur, das hohe Wachstum insbesondere im Offshore-Windgeschäft zu finanzieren und weiter auf einer gesicherten Finanzierungsbasis zu expandieren. EEW baut etwa gerade ein Werk in den Vereinigten Staaten.

EEW bezeichnet sich als Weltmarktführer in der Herstellung von Großrohren, hat weltweit sechs Standorte und beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter. Die Nordrhein-Westfalen bieten Lösungen für Off- & Onshore aus Konstruktions-, Prozess- & Leitungsrohren an. Der Stahlrohrhersteller realisiert dabei Projekte unterschiedlicher Größenordnungen in Branchen wie der Offshore Wind-, Gas- und Ölindustrie, Onshore Öl-, Gas- & Chemieindustrie, im Kraftwerksbau, in LNG/LPG sowie für die Bauindustrie.

Das Unternehmen leidet unter der Umstrukturierung im Energiesektor, durch die Corona-Pandemie wurden viele Aufträge zudem storniert. Derzeit baut EEW Stellen im niedrigen zweistelligen Bereich ab. Zuletzt kamen die Nordrhein-Westfalen laut Bundesanzeiger im Geschäftsjahr 2019/2020 auf einen Umsatz von 763 Millionen Euro – deutlich weniger als die 908 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nun will EEW offenbar wieder in die Offensive gehen.

Eich[at]derTreasurer.de