Neue Grüne Transaktionen, aktuellen Entwicklungen in der ESG-Regulatorik: Alle News rund um Sustainable Finance finden Sie hier im Green-Finance-Ticker.

Henry St. John.stock.adobe.com, Montage DerTreasuerer

06.12.22
Finanzen & Bilanzen

Green Finance: Biodiversität fehlt in Taxonomien

Das Thema Biodiversität fehlt laut WWF in den meisten Taxonomien ++ Jost hat einen ESG-linked Schuldschein platziert ++ Deutsche Post DHL veröffentlicht Sustainability-linked Finance Framework ++ Diese und weitere News hier im Green-Finance-Ticker.

Update 06.12.2022: Biodiversität fehlt in Taxonomien

Die meisten Taxonomien berücksichtigen laut WWF die Biodiversität zu wenig. Laut einem Bericht der Organisation beinhalten derzeit nur sechs der 14 Taxonomien, die in den G20-Staaten entwickelt werden, naturrelevante Umweltziele. Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) ist alarmiert: Weltweit seien eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das Thema Biodiversität wird ab morgen bei der 15. Weltnaturkonferenz in Montréal, Kanada von Regierungsvertretern diskutiert.

Update 05.12.2022: Jost platziert ESG-linked Schuldschein

Jost hat einen ESG-linked Schuldschein in Höhe von 130 Millionen Euro emittiert. Die Schuldschein hat Laufzeit von drei, fünf und sieben Jahren und ist teils fest und teils variable verzinst ohne finanzielle Covenants. Die tatsächliche Verzinsung sei zusätzlich an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen zur CO2-Reduktion und zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gekoppelt, teilte das Unternehmen mit.

Jost konnte sich laut eigenen Angaben Preiskonditionen am unteren Ende der Vermarktungsschwelle sichern. Insgesamt haben sich 23 institutionelle Investoren beteiligt und der Schuldschein wurde aufgrund der hohen Überzeichnung des Orderbuchs von 100 auf 130 Millionen Euro aufgestockt. Der Emissionserlös wird für die Refinanzierung bestehender Darlehen mit Fälligkeit im Jahr 2023 sowie für die Rückführung von gezogenen Kreditlinien eingesetzt, heißt es. Joint Lead Arrangeure des Schuldscheins waren die BayernLB sowie die Helaba. Rechtlich beraten wurde der Zulieferer von der Kanzlei Hengeler Mueller.

Update 28.11.2022: Deutsche Post DHL veröffentlicht Sustainability-linked Finance Framework

Der nächste Dax-Konzern verankert das Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmensfinanzierung. Am heutigen Montag hat die Deutsche Post DHL Group ein Sustainability-linked Finance Framework veröffentlicht. Damit schafft der Logistikkonzern die Basis für eine nachhaltige langfristige Unternehmensfinanzierung. Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

Update 25.11.2022: Mercedes-Benz mit ersten grünen Panda Bonds

Grünes Panda-Debüt bei Mercedes-Benz: Der Autobauer hat erstmals grüne Panda Bonds in China ausgegeben. Die Anleihen haben ein Volumen von 500 Millionen Yuan, was umgerechnet rund 68 Millionen Euro sind. Die Laufzeit ist zwei Jahre bei einer Verzinsung von 2,9 Prozent. Die Platzierung wurde von der Bank of China und der HSBC begleitet. 

Der Nettoemissionserlös werde an die Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Leasing mit Sitz in China verliehen, die diese Mittel zur Finanzierung neuer Kundenleasingverträge von batterieelektrischen Fahrzeugen verwenden werde, teilte Mercedes-Benz mit. Das Unternehmen ist laut eigener Aussage der erste Automobilhersteller, der eine grüne Panda-Anleihe in China platziert.

Update 22.11.2022: EU-Taxonomie: Viele nutzen noch keine Standardprozesse für Datenlieferung

Die EU-Taxonomie kommt langsam im Berichtswesen der Unternehmen an. Knapp die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) hat bereits mit der Konformitätsberichterstattung zur EU-Taxonomie begonnen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage von PwC Deutschland unter insgesamt 170 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sowie neun Großbanken aus acht europäischen Ländern befragt.       

Seit Anfang 2022 müssen zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtete Unternehmen erstmals auch Angaben zur EU-Taxonomie machen. Das bedeutet, sie müssen grüne Kennzahlen wie grüne Umsätze sowie Investitions- und Betriebsausgaben veröffentlichen. Außerdem werden diese Kennzahlen ab 2024 voraussichtlich nicht nur berichts-, sondern auch prüfungspflichtig.

Banken müssen unter anderem die Green Asset Ratio angeben, also den Anteil grüner Kredite und Investments in ihrem Portfolio.

Allerdings ist der Aufwand, die EU-Taxonomie umzusetzen, nicht zu unterschätzen. 46 Prozent der Befragten gehen außerdem davon aus, dass sie für die Berichterstattung zusätzliches Personal einsetzen müssen. Und sechs von zehn Befragten mussten bereits auf externe Unterstützung zurückgreifen, um ihren Berichtspflichten nachzukommen.

Zudem gibt es oft noch keinen Standardprozess zur Datenlieferung. Zwei Drittel der befragten Unternehmen haben laut PwC Deutschland noch keinen standardisierten Prozess zur Lieferung der taxonomierelevanten Daten entwickelt.

Für automatisierte Prozesse seien dezidierte Nachhaltigkeitsreportingtools essentiell, ist PwC Deutschland überzeugt. Bislang nutzt laut der Umfrage nur etwa jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ein dezidiertes Nachhaltigkeitsreportingtool, spezielle Tools für die Berichterstattung zur EU-Taxonomie nutzten sogar nur neun Prozent, heißt es weiter.  Derzeit verwendeten knapp drei Viertel der befragten Unternehmen Excel für die EU-Taxonomie-Berichterstattung, etwa jedes vierte Unternehmen setze auf Word und rund jedes fünfte nutze E-Mails.

Nadja Picard, Global Reporting Leader bei PwC Deutschland sagt dazu: „Excel- oder Word-Dateien sind aus unserer Sicht für die Berichterstattung zur EU-Taxonomie nicht geeignet, weil diese Dateiformate nicht über Zugriffskontrollen und nur bedingt über eine Änderungsverfolgung verfügen. Somit erlauben sie keine prüfsichere Dokumentation.“

Update 17.11.2022: ZF platziert nachhaltigen Schuldschein

ZF hat einen nachhaltigen Schuldschein in Höhe von 700 Millionen Euro platziert. Dieser ist an das Nachhaltigkeitsrating des Unternehmens geknüpft, welches von Ecovadis evaluiert wird. Das Darlehen hat Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Es zeichneten mehr als 50 Investoren. Arrangiert wurde die Transaktion von der LBBW, der Helaba und der ING.

Update 16.11.2022: EnBW platziert grüne Bonds

EnBW hat zwei grüne Unternehmensanleihen zur Finanzierung von klimafreundlichen Projekte platziert. Die Bonds haben insgesamt ein Volumen von 1 Milliarde Euro und sind in zwei Tranchen mit einem Volumen von jeweils 500 Millionen Euro unterteilt. Die vier und siebenjährige Anleihe sind jeweils mit 3,625 beziehungsweise 4,049 Prozent verzinst. Das Orderbuch der Anleihen belief sich in der Spitze insgesamt auf rund sieben Milliarden Euro.

Mit den Erlösen der Anleihe mit der kürzeren Laufzeit sollen Erneuerbare-Energien-Projekte wie die Offshore-Windprojekte Morgan und Mona in der Irischen See sowie Morven vor der schottischen Küste, aber auch Onshore Wind Parks in Deutschland finanziert werden. Die Mittel der siebenjährigen Anleihe fließen in den Ausbau der Stromverteilnetze in Baden-Württemberg. 

Bei der Emission wurde EnBW von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG begleitet. Von Bankenseite waren Barclays, Société Générale und Unicredit als Global Coordinators an Bord. Die Deutsche Bank, DZ BANK, MUFG und SEB waren Additional Joint Bookrunners.

Update 16.11.2022: VW begibt grüne Anleihen

VW hat drei Green Bonds mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro begeben. Eine dreijährige Tranche mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro ist mit 4,125 Prozent verzinst. Die beiden anderen Tranchen in Höhe von jeweils 750 Millionen Euro haben eine fünf- bzw. siebenjährige Laufzeit und sind dabei jeweils mit 4,250 bzw. 4,375 Prozent verzinst. Das Orderbuch lag bei rund neun Milliarden Euro.

Die Erlöse der Bonds werden für grüne Investitionen genutzt, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Kürzlich hatte Volkswagen das Green Finance Framework erweitert.

Update 11.11.2022: EU Parlament beschließt die CSRD

Das EU-Parlament hat am gestrigen Donnerstag mit großer Mehrheit die Corporate Sustainability Reporting Directive beschlossen. Damit werden rund 50.000 Unternehmen in der EU künftig verpflichtet werden, Informationen über Nachhaltigkeitsthemen zu veröffentlichen. Bislang gelten solche Berichtspflichten nur für etwa 11.700 Unternehmen.

Update 11.11.2022: CO2-Emissionen steigen 2022 weiter

Die globalen CO2-Emissionen steigen im Jahr 2022 weiter an. In diesem Jahr liegen die Emissionen höher als vor der Coronapandemie, zeigt ein Bericht des Global Carbon Projects, an dem mehr als einhundert Wissenschaftler beteiligt sind.

Laut dem Bericht, den die Forscher auf der Klimakonferenz in Ägypten vorstellen, liegt der CO2-Ausstoß im Jahr 2022 bei 36,6 Milliarden Tonnen. Das steht im Widerspruch zu dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im vorindustriellen Vergleich zu begrenzen. Wenn sich die Emissionen wie bisher entwickeln, wird das verbliebene Kohlenstoffbudget zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze in neun Jahren aufgebraucht sein, erläutern die Wissenschaftler.

Allerdings habe sich das langfristige Wachstum der CO2-Emissionen abgeschwächt. 24 Länder darunter auch Deutschland konnten ihren Ausstoß in der vergangenen Dekade senken. Dennoch sprechen die Wissenschaftler von „schockierenden Zahlen“. Um bis 2050 die Emissionen auf null zu reduzieren, müssten die gesamten menschengemachten Emissionen um durchschnittlich 1,4 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr gesenkt werden.

Update 10.11.2022: Vitesco schließt ESG-linked Kredit ab

Vitesco Technologies hat einen ESG-linked Kredit über 800 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kreditmarge des Revolvers ist an den Grad der Erfüllung zweier Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt. Diese umfassen die Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Unfallhäufigkeit im Unternehmen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre und kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden.

Mit der revolvierenden Kreditlinie löst das Unternehmen die Post-Spin-off-Finanzierung in Höhe von zuletzt 800 Millionen Euro ab, die das Unternehmen vor rund einem Jahr aufnahm als es sich von der Mutter Continental abspaltete. Die Finanzierung wurde von der Deutschen Bank, der ING, JP Morgan, der LBBW und der Unicredit arrangiert und im Kreise einer erweiterten Bankengruppe syndiziert.

Update 09.11.2022: Covestro platziert grüne Anleihe

Covestro hat erstmals eine grüne Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Der Bond ist mit 4,75 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Der Erlös wird genutzt, um nachhaltige Projekte zu finanzieren, teilte das Unternehmen mit. Dazu gehören die Bereiche erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen. Covestro wurde bei der Platzierung der Anleihe von BNP Paribas, Deutsche Bank, ING und Société Générale unterstützt.

Update 04.11.2022: Schufa will ESG-Datenbank aufbauen

Die Schufa will eine ESG-Datenbank für EU-Taxonomie-Daten aufbauen. Diese Plattform will die Schufa zusammen mit dem Fintech Greenomy auf die Beine stellen. Sie soll für Banken, Investoren und Unternehmen gedacht sein. Sowohl Banken als auch Unternehmen soll Daten einspeisen können.  

Update 03.11.2022: Greiner emittiert ESG-linked Schuldschein

Greiner hat erstmals einen ESG-linked Schuldschein emittiert. Der Schuldschein in Höhe von 147 Millionen Euro ist an drei Ziele gekoppelt: Bis 2030 soll der Anteil an Grünstrom weltweit auf 100 Prozent ausgebaut werden, der Frauenanteil in Führungspositionen soll auf 40 Prozent erhöht werden und das Unternehmen will gruppenweit nur mit Lieferanten zusammenarbeiten, die ein Ecovadis-Rating von mindestens 50 Punkten aufweisen. Wenn Greiner die Ziele erreicht, will das Unternehmen die jährliche Zinsreduktion an NGOs spenden. Die Transaktion wurde von der HSBC und der LBBW begleitet.

Update 03.11.2022: Schaeffler knüpft Kredit an ESG

Schaeffler hat einen neuen Kreditvertag mit 14 Banken abgeschlossen, der erstmals an ESG-Kriterien geknüpft ist. Dieser besteht aus der Erhöhung eines revolvierenden Kredits von 1,8 auf 2 Milliarden Euro. Die Laufzeit geht bis November 2027 und kann um bis zu zwei weitere Jahre verlängert werden. Zudem hat der Autozulieferer ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro abgeschlossen für den Kauf der Ewellix Gruppe. Die Margen des Kreditvertrags wurden an zwei ESG-Kriterien geknüpft: Zum einen an die Reduzierung der CO2-Emissionen in der eigenen Produktion (Scope 1 und 2), zum anderen an die nachhaltige Verringerung der Unfallrate den Standorten.

Update 03.11.2022: Volkswagen erneuert Green Finance Framework

Volkswagen hat ein neues Green Finance Framework vorgestellt – in diesem ist im Vergleich zum vorherigen auch die EU-Taxonomie einbezogen. Im neuen Framework werden nur Investitionen für batterieelektrische Fahrzeuge berücksichtigt, die EU-taxonomiekonform sind. Investitionen in Plug-in-Hybrid- und Verbrenner-Fahrzeuge sind demnach ausgeschlossen. Zudem kündigte CFO Arno Antlitz an, den Anteil von grünen Fremdkapitalinstrumenten in dem Finanzierungsmix zu erhöhen. Sustainalytics hat eine Second Party Opinion bei dem Framework abgegeben.

Update 03.11.2022: Klimawissenschaftler kritisieren Science Based Targets Initiative

Die Science Based Targets Initiative hat sich zum neuen Goldstandard bei der Bewertung von Klimazielen gemustert. Die Initiative, die auf eine Partnerschaft von CDP, United Nations Global Compact, World Resources Institute and WWF zurückgeht, vergibt Zertifizierungen für Net-Zero-Strategien von Unternehmen. Regulatorische Standards gibt es dafür nämlich noch nicht.

Doch eine Gruppe von Klimaforschern hat die Initiative nun in einem offenen Brief kritisiert. Zum einen gibt es Kritik an der Berechnungsmethode. Zum anderen heißt es, SBTI prüfe nicht, ob die Daten, die die Unternehmen liefern, auch stimmen. Aufgrund der steigenden Relevanz der SBTI, unter anderem auch bei Sustainability-linked Transaktionen, könnte das erst der Beginn einer intensiveren Debatte um die Rolle der Initiative sein.

Update 02.11.2022: ESG-Beirat fordert einheitliche Unternehmensberichte

Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung fordert in einem Offenen Brief einheitliche Nachhaltigkeitsstandards in Unternehmensberichten. Die ESG-Berichte sollten auf internationaler Ebene geregelt werden und standardisiert sein, heißt es in dem Brief. Der Beirat unterstütze die aktuelle Standardentwicklung auf europäischer (EFRAG) und globaler Ebene (ISSB und GRI) und werbe für deren enge Abstimmung und Harmonisierung.

Konkret fordert das Gremium, vollständige Widerspruchsfreiheit zwischen internationalen und EU-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie eine Verhältnismäßigkeit, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-Ups, zu gewährleisten.

Update 25.10.2022: Deutsche Bank gibt Klimaziele bekannt

Die Deutsche Bank hat ihre Klimaziele im Kreditgeschäft für vier Branchen veröffentlicht: Das Geldhaus will die Summe der finanzierten Emissionen in den vier Branchen Öl & Gas, Energieversorger, Automobilbranche und Stahl reduzieren. Diese machen mit 250 Milliarden Euro einen erheblichen Teil des Kreditbuchs des Instituts aus. 

Bei Öl und Gas will die Bank die finanzierten Emissionen (Scope 3) um 23 Prozent bis 2030 und um 90 Prozent bis 2050, gerechnet in Millionen Tonnen CO2, reduzieren. Die Ziele der anderen Branchen sind relativ, das heißt nicht die absolut finanzierten Emissionen werden verringert, sondern die Emissionsintensität der Firmen soll reduziert werden. Demnach kann die Bank im Kreditgeschäft in diesen Branchen wachsen, wenn die von ihr finanzierten Firmen sich im Durchschnitt verbessern. 

Zuletzt sah sich die Deutsche Bank-Tochter DWS mit Greenwashing-Vorwürfen konfrontiert. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat die Fondsgesellschaft wegen „irreführender Werbung für angeblich nachhaltige Geldanlagen“ verklagt. Schon seit vergangenem Jahr gibt es Greenwashing-Vorwürfe einer ehemaligen DWS-Managerin gegen die Fondsgesellschaft.

Update 21.10.2022: HSBC unter Greenwashing-Verdacht

Der HSBC wird vorgeworfen, dass sie Kunden in die Irre geführt und Greenwashing betrieben haben soll. Die britische Werbeaufsicht (ASA) hat der Bank den Einsatz von zwei Plakaten untersagt, auf denen die HSBC ihr Engagement für die Klimaschutz betont. Mit den Plakaten warb die Bank im vergangenen Jahr im Vorfeld des UN-Weltklimagipfels in Glasgow.

Als Begründung für das Plakatverbot nannte die ASA, dass die HSBC ihrem Geschäftsbericht zufolge noch bis 2040 die Produktion von Kraftwerkskohle und deren Verstromung bis zu einem gewissen Grad finanzieren will. Zudem beliefen sich die Emissionen der von der Bank finanzierten Kunden aus der Öl- und Gasbranche auf 65 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Update 20.10.2022: Tool zur Messung des 1,5-Grad-Ziels im Unternehmen

Wie schneiden Unternehmen in Bezug auf das 1,5-Grad-Ziel ab? Mit dem „XDC Climate Impact Snapshot“ wird auf Grundlage von Daten zur finanziellen Lage und dem Emissionsausstoß des Unternehmens ermittelt, ob das Unternehmen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel steht. Dafür benötigen Unternehmen beispielsweise Daten aus dem letzten Geschäftsjahr.

Update 20.10.2022: Henkel erweitert Supply-Chain-Financing

Taulia und Henkel haben das größte Segment des Supply-Chain-Finance-Programms von Henkel um ESG-Komponenten erweitert. Lieferanten von Henkel haben nun flexible Finanzierungsoptionen mit Vorzugskonditionen, die von ihren ESG-Ratings abhängen. Durch die Verbesserung ihrer ESG-Bewertung können die Lieferanten ihre Finanzierungskosten in der Lieferkette weiter senken. Henkel hatte schon in der Vergangenheit ESG-Faktoren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank in die Lieferkettenfinanzierung eingebracht. 

Update 19.10.2022: ESG auf Vorstandsebene angekommen

Das Thema Nachhaltigkeit ist auf der Ebene der Vorstände bei börsennotierten Unternehmen angekommen – so das Fazit einer Studie von BDO und Kirchhoff Consult. Untersucht wurden Nachhaltigkeitsberichte und nichtfinanziellen Erklärungen/Berichte der 160 Unternehmen aus Dax40, MDax und Sdax.

Vorstände werden zunehmend in die Pflicht genommen, ihre selbst gesetzten Ziele zu erreichen: Mehr als 70 Prozent der Dax-160-Unternehmen haben nachhaltigkeitsbezogene KPIs in die Regelungen zur Vorstandsvergütung integriert. Unter den Dax-40-Unternehmen liegt der Anteil sogar bei 85 Prozent. Ein weiteres Ergebnis: 41 Prozent der Unternehmen ordnet den Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) zudem einem Vorstandsressort zu. 

Leichte Verbesserungen zum Vorjahr zeigten sich beim Thema Gleichstellung. In über der Hälfte der Unternehmen, 53 Prozent, sitzt mindestens eine Frau im Vorstandsgremium. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Allerdings bleibt der Anteil von Frauen in den Vorstandsposten insgesamt niedrig: Nur 14 Prozent aller Vorstandsmitglieder sind weiblich. Die Entwicklung lässt sich laut den Studienautoren auf das „Zweites Führungspositionen-Gesetz“ zurückführen. Dieses verpflichtet beispielsweise Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern zu mindestens einem weiblichen Mitglied.

Auch beim Thema ESG-Ratings zeigt sich ein Trend: Fast alle Dax-160-Unternehmen, 96 Prozent, sind mit einer Bewertung in der Datenbank von Sustainalytics vertreten. Allerdings kommuniziert nur etwa die Hälfte der Unternehmen in ihren Berichten das Rating. Im Jahr 2021 waren lediglich 69 Prozent der Unternehmen in der Datenbank von Sustainalytics zu finden.

Update 13.10.2022: Mercedes-Benz wandelt Kredit um

Mercedes-Benz hat einen bestehenden Kredit in Höhe von 11 Milliarden Euro in einen Sustainability-Linked Loan umgewandelt. Das Darlehen umfasst KPIs zur Verbesserung der ESG-Kriterien und zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Unternehmens.

Ein KPI bezieht sich auf den weltweiten Anteil vollelektrischer Fahrzeuge der Mercedes-Benz Flotte. Bankenseitig wurde Mercedes-Benz von der Skandinaviska Enskilda Banken AB (PUBL), SEB und LBBW als Nachhaltigkeitsberater begleitet. Die SEB fungierte bereits als Structuring Advisor für das Green Finance Framework des Unternehmens.

Update 10.10.2022: Covestro begibt ersten Schuldschein

Covestro hat erstmals einen Schuldschein begeben. Dieser hat ein Volumen von 650 Millionen Euro, wurde in US-Dollar und Euro ausgeben, und ist an das ESG-Rating des Konzerns geknüpft. Die verschiedenen Tranchen haben eine Laufzeit von drei, fünf und sieben Jahren und sind sowohl fix als auch variabel verzinst. Commerzbank, Helaba und Unicredit haben die Finanzierung arrangiert.

Update 05.10.2022: Biesterfeld mit grünem ABCP-Programm

Das Unternehmen Biesterfeld koppelt sein Asset-Backed-Commercial-Paper-Programm an ESG-Kriterien. Das neuartige Finanzierungsangebot, das sich am ESG-Rating von Biesterfeld orientiert, wurde mit der LBBW entwickelt. Bewertet wird das Unternehmen von der Rating-Agentur Ecovadis.

Biesterfeld koppelte bereits einen Schuldschein im Jahr 2021 an ein ESG-Rating. Diese Logik soll nun auf das neue ABCP-Programm übertragen werden. Die LBBW will das grüne ABCP-Programm auch anderen Unternehmen anbieten. Mehr dazu lesen Sie in unserem neusten Artikel.

Update 22.09.2022: Amprion emittiert Green Bond in Milliardenhöhe

Amprion hat einen Green Bond in Höhe von 1,8 Milliarden Euro platziert. „Mit unserem ersten Green Bond erweitern wir nur ein Jahr nach unserem Debüt am Anleihemarkt den Investorenkreis erneut“, erläutert Amprion-CFO Peter Rüth.

Die Anleihe besteht aus zwei Tranchen. Eine Tranche mit einem Volumen von 800 Millionen Euro, läuft fünf Jahre und ist mit einem Kupon von 3,450 Prozent verzinst. Die zweite Tranche ist eine Milliarden Euro schwer, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist mit 3,971 Prozent verzinst. Mit dem Erlös aus der Platzierung will der Übertragungsnetzbetreiber den notwendigen Um- und Ausbau des Stromnetzes weiter vorantreiben und damit seinem gesetzlichen Auftrag folgen, teilte das Unternehmen mit. Die Projekte müssen im Einklang mit dem Green-Finance-Framework von Amprion stehen.

Die Emission wurde von der Commerzbank, der SEB und der Unicredit als gemeinsame globale Koordinatoren und aktive Bookrunner sowie von der ING und der LBBW als weitere aktive Bookrunner begleitet. Zusätzliche Bookrunner waren die Bayern LB, die DZ BANK sowie die Helaba. 

Update 20.09.2022: EZB wendet ESG-Score bei Anleihekauf an

Die Europäische Zentralbank (EZB) will beim Kauf von Unternehmensanleihen zukünftig noch stärker auf Klimaschutz-Kriterien achten. Ab Oktober wird die Zentralbank bei allen Käufen von Bonds einen sogenannten Klima-Score berücksichtigen. Die Punktezahl setzt sich aus den vergangenen Treibhausgasemissionen, den Klimazielen der Firmen und der Datenoffenlegung bezüglich Emissionen zusammen.

Auch Green Bonds, die gewisse Kriterien erfüllen, werden bevorzugt behandelt. Der Score gelte vorerst für Reinvestition fällig werdender Barmittel aus bestehenden Anleihen, teilte die Zentralbank mit. Zusätzlich will die EZB weitere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Laufzeiten von Emittenten mit einer niedrigen Punktezahl begrenzen. 

Update 16.09.2022: Knorr-Bremse emittiert Sustainability-linked Bond

Knorr-Bremse hat erstmals einen Sustainability-linked Bond in Höhe von 700 Millionen Euro begeben. Die Emission hat ein Volumen von 700 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 5 Jahren. Der Kupon, der bei 3,25 Prozent liegt, erhöht sich um 20 Basispunkte, wenn der Autozulieferer das anvisierte Ziel, die Scope-3-Emissionen zu reduzieren nicht erfüllt. Die Emissionserlöse sind für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen. Anfang des Jahres hat Knorr-Bremse bereits einen ESG-linked Loan in Höhe von 750 Millionen Euro abgeschlossen.

Update 16.09.2022: Henkel platziert nachhaltige Anleihe

Henkel hat eine Anleihe in Höhe von 650 Millionen Euro begeben. Der Kupon der fünfjährigen Anleihe ist an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt. Wenn die Reduktion der Scope 1 und 2 Emissionen um 54 Prozent pro Tonne an Produkten sowie der Anstieg des Anteils des verwendeten recycleten Plastiks in Produktverpackungen um 30 Prozent nicht erreicht werden, steigt der Kupon, der bei 2,645 Prozent liegt. Die Mittel solle für allgemeinen Unternehmenszwecke sowie der Bedienung von Fälligkeiten bestehender Finanzverbindlichkeiten genutzt werden.

Update 13.09.2022: NordLB platziert neuen Green Bond

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat einen Grünen Pfandbrief im Benchmark-Volumen von 500 Millionen Euro emittiert. Dieser hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit 2,25 Prozent verzinst. Der Bond war mehr als fünffach überzeichnet. Laut NordLB handelte es sich um das größte Orderbuch der Geschichte der Bank.

Die Anleihe wurde vor allem an institutionelle Investoren in Europa ausgegeben. Die Mittel werden ausschließlich für ökologisch nachhaltige Finanzierungen verwendet. Finanziert werden besonders energieeffiziente Gebäude, sogenannte Green Buildings. 

Update 31.08.2022: Metzler holt ESG-Experten

Metzler Asset Management verstärkt ihr Sustainable Investment Office mit Philipp Finter. Der ESG-Experte wird ab 1. September bei dem Vermögenverwalter für die ESG-Research-Initiativen zuständig sein und die Integration von ESG-Indikatoren im Portfoliomanagement weiterentwickeln. Finter kommt von HQ Asset Management, wo er die Aktien- und Multi-Asset-Portfolios sowie die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortete. Davor war er knapp sieben Jahre lang Leiter Investmentstrategie Research des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Update 25.08.2022: Eurogrid bedient sich am Green-Finance-Markt

Eurogrid, der Mutterkonzern von 50Hertz, hat einen Green Bond in Höhe von 750 Millionen Euro begeben. Mit diesem soll der für die Energiewende notwendige Netzausbau finanziert werden. Es ist schon der zweite Green Bond des Unternehmens.

Der Kupon der Emission liegt bei 3,279 Prozent und die Laufzeit beträgt neun Jahre. Finanziert werden ausgewählte Projekte an Land und auf See, mit denen die Integration und der Transport zusätzlicher Mengen erneuerbaren Stroms gesteigert werden kann. Die Emission wurde von Santander, Mizuho Bank, Rabobank und Unicredit begleitet. Die Investoren stammen vorwiegend aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten, teilte das Unternehmen mit. Die Ratingagentur Imug Rating führte eine unabhängige Evaluation des Green Bond Frameworks im Vorfeld durch.

Update 25.08.2022: Clariant platziert ersten Green Bond

Clariant debütiert am Green-Finance-Markt: Das Unternehmen hat einen Green Bond in Höhe von 175 Millionen Schweizer Franken platziert. Dieser ist mit 2,717 Prozent verzinst und läuft bis 2027. Der Nettoerlös aus der Platzierung wird gemäß dem Green Financing Framework von Clariant für die Finanzierung und/oder Refinanzierung von Investitionen in geeignete Vermögenswerte (Eligible Assets) verwendet werden. Als Eligible Assets gelten laut den Schweizern jene Vermögenswerte, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft fördern. Die UBS Investment Bank und skandinavische Privatbank SEB fungierten gemeinsam als Lead Manager bei der Emission. 

Update 23.08.2022: Siemens ernennt neue Nachhaltigkeitschefin

Siemens hat eine neue Nachhaltigkeitschefin ernannt. Eva Riesenhuber wird ab 1. Oktober die Leitung der Nachhaltigkeitsabteilung übernehmen. Bisher war sie Head of Investor Relations. Die bisherige Nachhaltigkeitschefin, Jenny Bofinger, wird am 1. Dezember zum Boardmitglied des neu gegründeten International Sustainability Standards Board (ISSB) berufen.

Das ISSB ist ein unabhängiges Gremium, das für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Berichterstattung über Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (ESG) sorgen soll. Mehr zu dem Wechsel lesen Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE.

Update 23.08.2022: Axpo platziert Sustainability-linked Bond

Der Schweizer Energiekonzern Axpo hat einen Sustainability-linked Bond in Höhe von 500 Millionen Schweizer Franken begeben. Die aktuelle Transaktion besteht aus zwei Tranchen. Eine Tranche, die eine Laufzeit von 4 Jahren und ein Volumen von 300 Millionen Schweizer Franken hat, ist mit 2 Prozent verzinst. Die zweite Tranche umfasst ein Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken, läuft 6,5 Jahre und hat einen Kupon von 2,5 Prozent.

Die Zinssätze sind an das Erreichen von Zielen beim weiteren Ausbau der Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien geknüpft. Den Erlös der Emission will Axpo für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Es ist bereits die zweite nachhaltige Anleihe des Unternehmens in diesem Jahr. Anfang des Jahres sicherte sich Axpo zudem einen Kredit mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Im Juni berichtete Axpo-Treasurer, Marc Pfefferli, im Interview mit DerTreasurer über die nachhaltigen Finanzierungen des Energieriesens.

Update 17.8.2022: Sustainable-Business-Team der BNP Paribas wächst

Nils Wetterich stößt zum Sustainable Business Team der BNP Paribas aus. Seit dem 1. August ist er dort Head of Sustainable Business CPBS (Commercial, Personal Banking & Services). Das Team wird von Chief Sustainability Officer & Member of the Group Management Board Germany, geleitet.
 

In der neu geschaffenen Position wird Wetterich die zum Segment CPBS gehörenden Geschäftseinheiten, das sind unter anderem Arval, BNP Paribas Leasing Solutions, Cardif und Consors Finanz, in allen Fragen rund um Nachhaltigkeit beraten. Außerdem soll er konzernweit die nachhaltige Transformation von Partner und Kunden unterstützen. Wetterich kommt von BNP Paribas Consors Finanz. Seit 2019 war er dort als Head of Sales für die Kooperation mit Firmen aus dem Bereich Financial Institutions &  Partnerships verantwortlich.

Update 16.08.2022: CHG-Meridian schließt zwei neue ESG-Instrumente ab

CHG-Meridian hat zwei Finanzierungen mit ESG-Komponente abgeschlossen. Das Ravensburger Unternehmen hat einen ESG-linked Schuldschein mit einem Volumen von 100 Millionen Euro platziert. Arrangeur war hierbei die LBBW. Zusätzlich hat CHG eine Sparkassen-Konsortialfinanzierung – ebenfalls mit einem Volumen von 100 Millionen Euro – abgeschlossen. Konsortialführerin des Darlehens war die Helaba. 

Die Laufzeiten der Finanzierungen liegen zwischen vier und sechs Jahren. Der Zinssatz ist an das Rating von Ecovadis geknüpft. Auch bei ihrem ersten grünen Finanzierungsinstrument, einem ESG-linked Loan, über den CFO Ulrich Bergmann in einem Interview mit DerTreasurer berichtete, setzte das Unternehmen auf das Rating der Agentur. Ziel von CHG-Meridian ist, dass künftig jeder zweite aufgenommene Euro aus einer grünen Finanzierung kommen soll.

Update 10.08.2022: Mann+Hummel setzt auf ESG-Kredit

Mann+Hummel setzt ein weiteres Mal auf Green Finance. Nach drei grünen Schuldscheinen in den vergangenen Jahren, einer davon zusätzlich mit ESG-Link, hat das Unternehmen nun einen revolvierenden Kredit über 800 Millionen Euro mit Nachhaltigkeitskomponente abgeschlossen. Der Zinssatz der Kreditlinie ist an das ESG-Rating von Ecovadis gekoppelt. Diese Bewertung hatte das Unternehmen schon bei dem ESG-linked Schuldschein eingesetzt.

Die Kreditlinie hat eine Laufzeit von fünf Jahren und beinhaltet zwei Optionen zur Laufzeitverlängerung um jeweils ein Jahr. Beteiligt war ein Konsortium aus neun Kernbanken. BNP Paribas, ING und LBBW waren bei der Transaktion Koordinatoren, Bookrunner und Konsortialführer, teilte der Autozulieferer mit. Die Linie löst den bisherigen Konsortialkredit vorzeitig ab, der noch bis 2024 gelaufen wäre.

Update 09.08.2022: Teamviewer begibt ESG-Kredit

Teamviewer hat einen Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro begeben. Diese Konsortialfinanzierung ist an ESG-Vorgaben geknüpft. Mit der Kreditlinie will das Unternehmen bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren.

Update 04.08.2022: LBBW nennt sich nicht mehr klimaneutral

Die Landesbank Baden-Württemberg zieht den Claim zurück, sie sei klimaneutral. Das hatte zunächst die „Zeit“ berichtet. Ein Sprecher der Bank hat das gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Im Nachhaltigkeitsbericht 2020 hatte die Bank noch angegeben, seit 2021 klimaneutral zu sein. Die verbleibenden Emissionen würden über Investitionen in ein Aufforstungsprojekt ausgeglichen. Im Nachhaltigkeitsbericht 2021 ist die Aussage bereits nicht mehr zu finden. Der Bericht wurde im April veröffentlicht.

Das allgemeine Verständnis zu Kompensationen sei ein anderes, weshalb man Klimaneutralität nicht für sich reklamieren könne, zitiert die dpa den Sprecher der Bank. Die Zeit berichtete, die Bank habe gängige Kriterien für solche Kompensationen nicht beachtet, etwa, dass die Bäume nicht ohnehin gepflanzt worden wären und nicht sichergestellt, dass dieselbe Tonne CO2 nicht von zwei Investoren beansprucht werde könnte.

Update 04.08.2022: Lanxess setzt sich Scope-3-Ziel

Der Spezialchemiekonzern Lanxess will die gesamte Lieferkette klimaneutral machen. Das Ziel: Die indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette sollen bis 2050 eliminiert werden. Damit seien indirekt entstehende Emissionen insbesondere bei eingekauften Rohstoffen, aber auch in der Logistik und bei den Endprodukten gemeint, teilt der Konzern mit.

Die Science Based Targets Initivative hat dem Unternehmen nach Angaben von Lanxess bestätigt, dass es sich auf dem 1,5-Grad-Pfad befindet. Der Konzern hat zudem sein Klimaneutralitätsziel für dirkete Emissionen und zugekaufte Energie (Scope 1 und 2) bis 2040 bestätigt.

Update 03.08.2022: Stadtwerke Düsseldorf geben ESG-Debüt

Die Stadtwerke Düsseldorf haben erstmals einen ESG-linked Schuldschein begeben. Dieser hat ein Volumen von 145,5 Millionen Euro und ist an drei KPIs gekoppelt. Diese sind der Ausbau von grüner Wärme, Grünstromerzeugung und Ladeinfrastruktur. Die Unicredit begleitete das Unternehmen bei der Strukturierung des Nachhaltigkeitskonzepts. Der Schuldschein hat vier Tranchen mit Laufzeiten von sieben, zehn, zwölf und fünfzehn Jahren.

Die laut den Stadtwerken deutlich überzeichnete Emission lockte neben Bestandsinvestoren auch neue Investoren an. Die Emission wurde von der DZ Bank, der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale und der Unicredit als Arrangeure, der Stadtsparkasse Düsseldorf als Co-Manager sowie CMS Hasche Sigle als Rechtsberater begleitet. Zusätzlich wurde der Schuldschein über die digitale Plattform Vc Trade vermarktet.

Update 01.08.2022: DIC Asset emittiert weiteren ESG-linked Schuldschein

Das Immobilienunternehmen hat einen weiteren ESG-linked Schuldschein emittiert. Dieser hat ein Volumen von 100 Millionen Euro und ist an Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft: Sinkt der Anteil von Green Buildings im Bestandsportfolio von DIC Asset bis Ende 2023 unter 15 Prozent, steigt der Zinssatz für die folgenden Zinsperioden um 5 Basispunkte. Liegt er zwischen 15 und 20 Prozent, ändert sich nichts – liegt er über 20 Prozent, sinkt der Zinssatz um 5 Basispunkte, teilte ein Sprecher von DIC Asset mit.

Der Schuldschein hat Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und fünf Jahren. Die gewichtete jährliche Durchschnittsverzinsung ist 3,56 Prozent. Zeichner waren  institutionelle Investoren aus Deutschland und dem Ausland. Die nachhaltige Emission wurde von der BayernLB und der Helaba begleitet.

Update 28.07.2022: OLB ernennt Holger Sandker zum Nachhaltigkeitschef

Der Vorstand der Oldenburgischen Landesbank (OLB) hat Holger Sandker zum 1. August 2022 zum Head of Sustainability berufen. Mit der neu geschaffenen Funktion will die Bank eigenen Angaben zufolge „der wachsenden Bedeutung des Themenfeldes Nachhaltigkeit Rechnung tragen und die zugehörigen Aktivitäten der Bank künftig zentral steuern“.

Sandker berichtet direkt an OLB-CFO Rainer Polster. Der frisch berufene Nachhaltigkeitschef ist seit 2004 für die OLB tätig und hat zuletzt das Vorstandsbüro geleitet. In dieser Rolle habe er das Thema Nachhaltigkeit für die OLB von Beginn an verantwortet, heißt es seitens der Bank. Erst im Juli dieses Jahres hat der Vorstand der OLB eine Leitlinie für Nachhaltigkeit verabschiedet.

 

 

Update 28.07.2022: Philipp Killius wird Head of Sustainability/ESG bei Mazars

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars holt Philipp Killius als Head of Sustainability/ESG an Bord. Er soll zusammen mit Mazars‘ Nachhaltigkeitsteam und den zehn Kollegen und Kolleginnen, die mit ihm von Kirchhoff Consult wechseln, vom Standort Hamburg aus das Geschäftsfeld Sustainability/ESG weiter ausbauen, heißt es seitens der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft am heutigen Donnerstag.

„Ein wichtiges Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsleistungen verschiedener Fachbereiche und -gebiete in einer integrierten Lösung zu verknüpfen“, teilte Mazars weiter mit. In den Fokus rückten insbesondere die Beratung zur nichtfinanziellen Berichterstattung nach der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), zur gesetzeskonformen Gestaltung nachhaltiger Lieferketten sowie zu den kapitalmarktrelevanten Themen Sustainable Finance und ESG-Ratings. Auch die verstärkte Unterstützung der Prüfungsteams rund um ESG-Audits und ESG-Due-Diligence-Prozessen stünde auf dem Plan, heißt es weiter.

Update 27.07.2022: Badenova begibt erstmals grünen Schuldschein

Badenova hat erstmals eine grüne Finanzierung abgeschlossen. Der Energieversorger hat einen grünen Schuldschein in Höhe von 70 Millionen Euro platziert. Ursprünglich hatte das Freiburger Unternehmen nur 50 Millionen Euro einsammeln wollen. Mit dem frischen Geld möchte Badenova Energiewende- und allgemeine Infrastrukturmaßnahmen finanzieren. Weitere Details, zum Beispiel zu Tranchen und Laufzeiten, sind nicht bekannt.

Als Arrangeur der Transaktion agierte Finpair, die digitale Schuldscheinplattform der NordLB. Volkhard Leopold, Leiter Finanzen & Controlling bei Badenova, und Joachim Heizmann, Leiter Treasury von Badenova, haben den Energieversorger bei der Finanzierung betreut.

Update 21.7.2022: Neuer Chief Sustainability Officer bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank will ihren ESG-Bereich neu aufstellen und schlagkräftiger machen. Dafür schafft das Haus die Position Chief Sustainability Officer. Diese wird ab 1. September der bisherige Kommunikationschef Jörg Eigendorf besetzen. Mehr über die Hintergründe dieser Personalie lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 07.07.2022: Responsible-Investing-Chef von HSBC AM tritt ab

Der suspendierte Global Head of Responsible Investing von HSBC Asset Management, Stuart Kirk, gibt seinen Posten ab, wie aus einem Post auf Linkedin hervorgeht. Der britische Banker war im Mai suspendiert worden, nachdem er in einem Vortrag unter dem Motto „Warum sich Investoren keine Sorgen wegen des Klimawandels machen müssen“ gesagt hatte, dass die Risiken durch den Klimawandel übertrieben dargestellt würden. Er sei in seiner Karriere immer wieder „Spinnern“ begegnet, die einen Weltuntergang vorhergesagt hätten. In dem aktuellen Post kündigt er zudem an, mit einigen anderen an einem neuen Projekt zu arbeiten – der „wohl großartigsten Sustainable-Investing Idee, die je entwickelt wurde“.

Update 06.07.2022: EU nimmt Atomkraft und Erdgas in die Taxonomie auf

Die Entscheidung ist gefallen. Heute hat das EU-Parlament den delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie angenommen. Um den Beschluss zu verhindern, hätten 353 der 705 Abgeordneten dagegen stimmen müssen. Das taten allerdings nur 328. Dieser umfasst unter bestimmten Voraussetzungen die Einbeziehung von Atomkraft und Gas in die Taxonomie, die mehr Klarheit darüber schaffen soll, was nachhaltig ist und was nicht.

Gegen die Aufnahme dieser Energieformen, die als politischer Kompromiss gilt, wurde bis zum Schluss gerungen. Umweltverbände, wie etwa der WWF, erwägen rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Der Beschluss könnten noch aufgehalten werden, wenn sich 20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten dagegen stellen. Das gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich.

Update 06.07.2022: Nachholbedarf bei ESG-Reportings

Ein Großteil der Unternehmen hat bislang Nachholbedarf beim Thema ESG-Reporting. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Workiva. Zwei Drittel der befragten Firmen gaben an, nicht ausreichend darauf vorbereitet zu sein, ESG-Ziele zu erreichen und die gesetzlichen Anforderungen an die Berichterstattung zu erfüllen.

Zudem berichteten 73 Prozent, dass sie keine Vertrauen in die Daten haben, die derzeit an die Stakeholder berichtet werden. Und das, obwohl rund 70 Prozent der deutschen Unternehmen Verantwortliche für die ESG-Berichterstattung benannt haben.

Update 05.07.2022: EZB will bei Corporate Bonds stärker auf Klimabilanz achten

Die Europäische Zentralbank will ihre Geldpolitik stärker an Nachhaltigkeitskriterien orientieren. Dazu gehört auch, dass sie beim Kauf von Unternehmensanleihen künftig stärker auf Klimaaspekte achten will. Ab Oktober will die Zentralbank diese neue Richtlinie bei ihren Reinvestitionen einsetzten und stärker auf Titel von Firmen mit besserer Klimabilanz setzen. Diese bessere Leistung soll anhand von niedrigeren Treibhausgasemissionen, ehrgeizigeren Zielen für die CO2-Reduktion und besseren klimabezogenen Offenlegungen gemessen werden, teilt die Zentralbank mit. Weitere Details sollen kurz zuvor folgen.

Gleichzeitig sollen auch die Regeln für Sicherheiten geändert werden, die Banken bei Kreditgeschäften mit der EZB stellen. Beispielsweise soll der Anteil von Papieren von Unternehmen mit großem O2-Fußabdruck, die Banken als Sicherheiten stellen können, begrenzt werden. Bis diese neue Regelung umgesetzt wird, könnte es aber noch bis Ende 2024 dauern.

Update 05.07.2022: Commerzbank setzt sich Ziele für CO2-Reduzierung in Kundenportfolio

Die Commerzbank hat für die Hälfte ihres ausgereichten Kreditvolumens Ziele für die CO2-Reduzierung in den kommenden acht Jahren festgelegt. Bei der Steuerung des Klimarisikos will sich die Bank eigenen Angaben zufolge zunächst auf CO2-intensive Branchen fokussieren. So strebt sie für den Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von mindestens 73 Prozent an, für das deutlich größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen eine Verringerung um mindestens 57 Prozent.

„Für die Bank ist das Erreichen dieser Ziele ein wichtiger Zwischenschritt, um die CO2-Emissionen ihres gesamten Kredit- und Anlageportfolios bis spätestens 2050 auf netto null zu reduzieren“, teile das Kreditinstitut mit.

Die konkreten Ziele, Kriterien für eine nachhaltige Kreditvergabe und verbindliche Ausschlusskriterien hat die Commerzbank in ihrem neuen ESG-Rahmenwerk festgehalten. Der Fokus des Dokuments liege auf dem Kerngeschäft, dem Kunden- und Produktportfolio, heißt es seitens der Bank weiter.

Dabei werde zwischen Sustainable Finance und Transformation Finance unterschieden. Sustainable Finance ist demnach der Anteil des Portfolios, der bereits als nachhaltig klassifiziert wird. Bis 2025 wird die Commerzbank mindestens 300 Milliarden Euro für nachhaltige Produkte mobilisieren. Das ist eine Verdreifachung gegenüber 2020. Zu Transformation Finance wiederum zählen die Finanzierungen, die zwar nicht den Anforderungen für Sustainable Finance erfüllen, die aber auch als normale Finanzierungen einen Beitrag zur Transformation der Kreditnehmer in Richtung Nachhaltigkeit leisten können.

Update 01.07.2022: Schweizer SIG begibt ESG-Schuldschein

Der Verpackungshersteller SIG hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 650 Millionen Euro platziert, wie das Unternehmen bekanntgegeben hat. Die Struktur des Darlehens mit Nachhaltigkeitsbezug besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und mit festen und variablen Zinssätzen auf marktgerechtem Niveau. Die hohe Nachfrage eines breiten Investorenkreises führte dazu, dass die Transaktion von einem Startbetrag von 300 Millionen Euro aufgestockt wurde.

Die Mittel werden für die Rückzahlung von Brückenfinanzierungen verwendet, die Anfang 2022 für die Akquisitionen von Evergreen Asia und Scholle IPN aufgenommen wurden, schreibt SIG weiter. Der Schuldschein von SIG ist laut Unternehmensangaben die bisher größte Platzierung eines Schweizer Emittenten in diesem Jahr und eine der größten, die in den letzten zwei Jahren auf dem Markt stattgefunden hat.

Update 29.06.2022: Siltronic begibt ESG-linked Schuldschein

Siltronic hat einen ESG-linked Schuldschein über 300 Millionen Euro platziert. Die Transaktion ist in sechs Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die jeweils fix und variabel verzinst werden, erfolgt. Den Emissionserlös will der Siliziumwaferhersteller zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und zur Finanzierung von strategischen Wachstumsinvestitionen nutzen. Die Verzinsung ist an die Bewertung der Nachhaltigkeitsentwicklung von Siltronic gekoppelt, sie ist abhängig vom Sustainalytics Management Score der Münchener.

Update 28.06.2022: Knorr-Bremse erhält Gold-Rating

Knorr-Bremse erhält den Gold-Status im Nachhaltigkeitsrating von Ecovadis. Demnach ist der Bremsenhersteller unter den besten fünf Prozent der von Ecovadis bewerteten Unternehmen.

Update 23.6.2022: ESG-Schuldscheine nehmen zu

Der Trend zu nachhaltigen Finanzierungstransaktionen zeigt sich auch am Schuldscheinmarkt deutlich. Wie aus einer aktuellen Veröffentlichung der Ratingagentur Scope hervorgeht, sind inzwischen rund 42 Prozent aller neuen Transaktionen am Schuldscheinmarkt mit einer ESG-Komponente versehen. Das umfasst Green Schuldscheine, die zur Finanzierung nachhaltiger Projekte eingesetzt werden, ebenso wie ESG-linked Transaktionen, deren Marge an ein Rating oder individuelle Nachhaltigkeitsziele gekoppelt ist. Die sogenannten ESG-linked Transaktionen sind die am häufigsten genutzte Variante, heißt es seitens der Agentur. Dominierend ist dabei die Koppelung der Zinsen an ESG-Ratings.

Der ESG-Trend am Schuldscheinmarkt setzt sich damit fort: Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 30 Prozent der Transaktionen. Der Schuldscheinmarkt liegt damit in Sachen Sustainable Finance nun deutlich vor dem Anleihemarkt. Laut Sebastian Zank, Managing Director für Corporate Ratings bei Scope, sind es bei den Bonds in diesem Jahr nur etwa 32 Prozent der Emissionen mit einer Nachhaltigkeitskomponente versehen.

Update 15.06.2022: Ecovadis sammelt 500 Millionen US-Dollar ein

Die Nachhaltigkeitsratingagentur Ecovadis hat in einer Finanzierungsrunde 500 Millionen US-Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Astorg and dem amerikanischen Investor General Atlantic. Zudem beteiligten sich aus Singapur die Investoren GIC und Princeville Capital. GP Bullhound war als Finanzierungsberater für Ecovadis aktiv.

Update 13.06.2022: BNP Paribas Asset Management und Fintech Matter starten Lösung für Nachhaltigkeitsdaten

BNP Paribas Asset Management und das dänische Fintech Matter starten eine gemeinsame Lösung für Nachhaltigkeitsdaten. Mit der Datenlösung sollen Investoren analysieren können, inwieweit die Erträge von Unternehmen mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („SDGs“) übereinstimmen – oder auch nicht.

Update 07.06.2022: Commerzbank emittiert Green Bond

Die Commerzbank hat einen Green Bond begeben. Die nicht-bevorrechtigte Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und war mehr als doppelt überzeichnet. Mit dem Erlös des Bonds will die Bank Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien finanzieren. Es ist bereits der dritte Green Bond der CoBa. 

Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5,25 Jahren und ist mit einem Kupon von 3 Prozent pro Jahr verzinst. Joint-Lead-Manager der Transaktion waren neben der Commerzbank ABN, BBVA, ING und Natixis.

Update 07.06.2022: BayernLB erweitert Rahmenwerk für nachhaltige Finanzierungen

Die BayernLB hat ihr Sustainable Financing Framework erweitert. Neben Solarenergie und Windkraft beinhaltet das Regelwerk nun auch die Kategorie Schienenverkehr. Das Rahmenwerk, das die Basis für nachhaltige Emissionen der BayernLB bildet, orientiert sich an den Zielen und Standards der EU-Taxonomieverordnung. Die Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG bestätigt die Taxonomiekonformität des Schienenverkehrsportfolios der BayernLB.

Update 02.06.2022: Industriefirmen haben Nachholbedarf bei ESG-Ratings

Industrieunternehmen haben derzeit noch Nachholbedarf bei ESG-Ratings. Das zeigt eine aktuelle Branchenumfrage von Horváth. Demnach hat aktuell erst jedes vierte Unternehmen eine objektive Bewertung seiner Nachhaltigkeitskriterien durchführen lassen.

„Die Industrie ist grundsätzlich von ESG-Ratings überzeugt. Die zögerliche Umsetzung ist eher mit den Kriegsfolgen zu erklären. In den vergangenen Monaten mussten die Unternehmen ihre Strukturen in Einkauf, Produktion, Vertrieb und Logistik erst einmal mit Fokus auf andere Parameter durchleuchten und optimieren“, sagt Daniel Kittelberger, Studienleiter und Industrieexperte für Automatisierungs-, Antriebs- und Elektrotechnik bei der Managementberatung Horváth.

Den Willen zur Zertifizierung zeigt auch die Studie: 40 Prozent der Befragten planen, ein ESG-Rating spätestens 2023 umzusetzen. Zwei Jahre später werden dann voraussichtlich 80 Prozent die Zertifizierung durchlaufen haben.

Leidglich ein Fünftel sieht gar keinen Anlass für eine ESG-Bewertung. „Von einigen wenigen Unternehmen werden ESG-Ratings noch als Bewertungsmaßstab rein für Investoren missverstanden. Dabei hat sich dieser Reporting-Standard längst zur allgemeinen Marktanforderung entwickelt, als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Kunden- und Partnerunternehmen“, sagt Kittelberger.

Über die Studie

Für die Horváth-Studie „Nachhaltigkeit im produzierenden Gewerbe 2022 – ökonomische Potenziale der Green Transformation“ wurden Industrieunternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 100 Millionen Euro Jahresumsatz aus Deutschland sowie Österreich und der Schweiz befragt. Sie basiert auf einer Stichprobe von 35 repräsentativ nach Industriezweig und Größe ausgewählten Unternehmen.

Update 25.5.2022: Nord/LB unterschreibt Klimaschutz-Selbstverpflichtung

Die Nord/LB hat sich der Klimaschutz-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors angeschlossen. Die Bank verpflichtet sich damit, ihre Kredit- und Investmentportfolien an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Mit dieser Verpflichtung will der Bankensektor das Ziel festschreiben, aktiv an der gesellschaftlichen Transformation gegen den Klimawandel mitzuwirken. Das Haus hat bereits die Principles of Responsible Banking und den UN Global Compact unterzeichnet.

Update 24.05.2022: Fast die Hälfte der Anleihen in Europa laut PwC bis 2026 grün, sozial oder nachhaltig

Der Markt für Green und Sustainable Finance ist in Europa auf Wachstumskurs. Die europäischen Emissionen grüner, sozialer und nachhaltiger Anleihen (Green, Social, Sustainability/GSS Bonds) dürften bis 2026 auf 1,4 bis 1,6 Billionen Euro steigen – und dann nahezu die Hälfte der Anleiheemissionen in Europa ausmachen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, „ESG – Transformation of the Fixed Income Market?“, für die 2021 mehr als 200 Investoren und Emittenten von GSS-Anleihen befragt wurden.  2021 erreichten die Emissionen von GSS Bonds in der Staatengemeinschaft demnach bereits ein Rekordhoch von 500 Milliarden Euro und einen Anteil von 13,7 Prozent an den Gesamtemissionen.

Wachstumstreiber in Europa sind dabei die Green Bonds: 82 Prozent der befragten Emittenten wollen der Studie zufolge in den nächsten 24 Monaten einen Green Bond begeben. Bis 2026 dürften die Emissionen von grünen Anleihen auf 691,2 Milliarden Euro wachsen. Die Emissionen von Social Bonds dürften auf 317,1 Milliarden Euro und von Sustainability Bonds auf 391,8 Milliarden Euro zulegen.

Insgesamt wollen 84 Prozent der befragten Emittenten in den kommenden 24 Monaten eine GSS-Anleihe an den Kapitalmarkt bringen. 35 Prozent planen, ihre Emissionen dieser Assetklasse um mehr als 20 Prozent auszuweiten. 82 Prozent der Emittenten tendieren zu einem Green Bond.

Update 24.5.2022: Heidelberg Cement zapft Green-Finance-Markt an

Der Zementhersteller Heidelberg Cement hat eine revolvierende Kreditlinie mit ESG-Link abgeschlossen. Der Kredit hat ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Die Verzinsung ist unter anderem an die Reduzierung von Emissionswerten gekoppelt. Zu den beteiligten Banken zählten Bank of America, BNP Paribas, Citibank, Commerzbank, Deutsche Bank, Danske Bank, ING, Intesa Sanpaolo, Helaba, Morgan Stanley, SEB und Standard Chartered als Koordinatoren, Bookrunner und Mandated Lead Arranger. Beraten wurde das Unternehmen von Hengeler Mueller.

Heidelberg Cement hat zudem ein Sustainability-linked Finance Framework veröffentlicht. Dieses Papier dient als Grundlage für künftige Emissionen verschiedener Art mit ESG-Link. Dazu können Anleihen, CPs, Darlehen, Schuldscheine und weitere Finanzierungsinstrumente zählen.

Update 12.05.2022: ING macht Pricing ihrer Finanzmarkprodukte von ESG-Performance abhängig

Die ING koppelt künftig das Pricing ihrer Finanzmarkprodukte an die ESG-Performance ihrer Firmenkunden. In Deutschland sei bereits ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem Quotierungen nicht mehr ausschließlich von internen Bonitäts- und Rentabilitätskennzahlen abhängen, sondern auch von der aktuellen ESG-Performance der Unternehmenskunden, teilte die Bank am heutigen Mittwoch mit. Den Anfang macht die ING eigenen Angaben zufolge mit dem Devisenhandel, weitere Anlageklassen wie Zinsen sollen folgen. Mit diesem Schritt will die Bank mehr nachhaltige Unternehmen als Kunden gewinnen. Hier können Sie den ausführlichen Artikel dazu lesen.

Update 11.05.2022: Taulia kooperiert mit Ecovadis

Das amerikanische Fintech Taulia hat eine Partnerschaft mit Ecovadis geschlossen. Die ESG-Ratings von Ecovadis sollen in die Taulia-Plattform Sustainable Supplier Finance eingebunden werden, damit Unternehmen nachhaltige Zulieferer identifizieren können. Lieferanten sollen wiederum finanzielle Anreize zur Verbesserung ihrer eigenen ESG-Leistung bekommen. Ecovadis und Taulia haben schon länger gemeinsam an einem Pilotprojekt für ein ESG-Linked Supply Chain Finance Programm gearbeitet.

Update 02.05.2022: Accenture übernimmt ESG-Beratung Akzente

Accenture hat die Nachhaltigkeitsberatung Akzente übernommen. Akzente berät Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Automobil, Finanzdienstleistung, Energie und Konsumgüter dabei, Nachhaltigkeit fest in ihr Kerngeschäft zu integrieren. Darunter zählen Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation sowie Stakeholdermanagement. Bei Accenture verstärken die Neuzugänge den Bereich Accenture Sustainability Services. Insgesamt kommt Akzente in München und Berlin auf 60 Mitarbeiter.

Update 29.04.2022: KfW emittiert ersten Green Bond des Jahres

Die KfW hat den ersten Green Bond des Jahres emittiert. Dieser hat eine Laufzeit von 10 Jahren und ein Volumen von 3 Milliarden Euro. Der Bond ist mit 1,375 Prozent verzinst.

Update 27.04.2022: CRX Markets und Ecovadis werden Partner

Das auf Working-Capital-Finanzierungen spezialisierte Fintech CRX Markets und die Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis haben eine Partnerschaft geschlossen. Das teilten beide Parteien am heutigen Mittwoch mit. Ziel der Partnerschaft sei es, die individuellen ESG-Ratings der Unternehmen nahtlos in die Plattform von CRX zu integrieren, um Finanzierungspartnern die Möglichkeit zu geben, die Nachhaltigkeit von Unternehmen faktenbasiert zu bewerten und adäquate Finanzierungskonditionen anzubieten. Die Daten könnten nun auf der Plattform auf Rechnungsebene mit relevanten ESG-Ratings und ESG-Kennzahlen angereichert werden.

Update 13.04.2022: Varta schließt ESG-linked Schuldschein ab

Der Batteriehersteller Varta hat ein Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro platziert. Die Transaktion wurde von BayernLB, HBSC und Unicredit begleitet. Das Darlehen besteht aus vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren, schwerpunktmäßig mit fixem Zinssatz. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt nach Unternehmensangaben bei rund 1,44 Prozent.

Der Schuldschein ist zudem an eine ESG-Komponente gekoppelt. Je nachdem, wie sich das von Sustainalytics für das Unternehmen erstellte ESG-Rating verändert, kann sich der Spread des Schuldscheins ändern. Mit dem Erlös der Transaktion soll der Ausbau des Lithium-Ionen-Geschäfts finanziert werden.

Update 08.04.2022: BDO und Helaba erwarten mehr Nachfrage nach Sustainability-Linked Loans

Der Wirtschaftsprüfer BDO und die Helaba erwarten eine steigende Nachfrage nach Sustainability-linked Loans. Auch im Mittelstand könnten künftig mehr Finanzierungen mit ESG-Elementen nachgefragt werden, so Alexander Rasch von der Helaba. Grund dafür ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), durch welche künftig rund 15.000 deutsche Unternehmen eine Nachhaltigkeitsberichterstattung ablegen müssen. Bisher waren es nur 550 Unternehmen. Diese erweiterte Berichtspflicht ebnet den Weg für ESG-linked Finanzierungen im Mittelstand.

Update 01.04.2022: KfW hat 37 Green Bonds emittiert

Die KfW hat laut eigenen Angaben im Jahr 2021 insgesamt 37 Green Bond Emissionen an den Markt gebracht. Diese hatten ein Volumen von 16,2 Milliarden Euro. Die Green Bonds machen 20 Prozent vom Gesamtemissionsvolumen der Förderbank aus. 85 Prozent der Emissionserlöse werden im Bereich Energieeffizienz verwendet, die restlichen 15 Prozent für Erneuerbare Energien.

Update 30.03.2022: Unternehmen setzen sich für ISSB-Standards bei EU ein

Mehr als 40 Unternehmen (unter anderem Bosch, Siemens Energy und Vonovia) haben sich in einem Schreiben an die Minister Buschmann und Lindner dafür eingesetzt, dass die Standards des International Sustainability Standards Boards (ISSB) im europäischen Recht aufgenommen werden. Das International Sustainability Standards Board (ISSB) ist in Frankfurt ansässig und erarbeitet international gültige Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Die EU skizziert aktuell im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eigene Richtlinien. Mehr zum Thema ESG-Reporting lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 24.3.2022: E.on begibt Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro

Der Energiekonzern E.on hat den Bondmarkt angezapft und Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Transaktion war stark nachgefragt, die Bonds waren achtfach überzeichnet. Die Emission teilt sich in zwei Tranchen: eine Tranche über 750 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2025 und einem Kupon von 0,875 Prozent, sowie eine weitere mit dem gleichen Volumen, einer Fälligkeit im März 2031 und einem Kupon von 1,625 Prozent.

Wie die Essener mitteilen konnte mit der gestrigen Transaktion bereits der Großteil des derzeit erwarteten Refinanzierungsbedarfs von 2022 gedeckt werden. Die Transaktion wurde von Goldman Sachs, J.P. Morgan, NatWest Markets und Santander als aktive Bookrunner begleitet.

Update 23.03.2022: Lanxess emittiert ESG-linked Bond

Das Chemieunternehmen Lanxess emittiert einen ESG-linked Bond in Höhe von 600 Millionen Euro. Dieser wurde mit 1,75 Prozent verzinst. Das Unternehmen strebt an, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2025 im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 600.000 Tonnen auf dann 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren. Erreicht der Konzern das Ziel nicht, steigt der Zinssatz um 0,250 Prozentpunkte pro Jahr für nachfolgende Zinsperioden bis zum Ende der Laufzeit.

Update 22.03.2022: Vonovia emittiert Green und erstmals Social Bonds

Vonovia hat am gestrigen Montag erstmals zwei Social Bonds sowie eine grüne Anleihe, die vollständig mit der neuen EU-Taxonomie übereinstimmt, emittiert. Das sei eine Premiere in der Immobilienbranche, teilte der Immobilienkonzern am heutigen Dienstag mit.

Die Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro und einem Kupon von 1,875 Prozent waren nach Unternehmensangaben 4,7-fach überzeichnet. Die beiden Social Bonds, mit denen soziale Projekte wie belegungsgebundene Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder barrierearme Wohnungen finanziert werden, laufen 3,85 und 6,25 Jahre. Der Green Bond läuft zehn Jahre. Mehr zu den Bonds lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 21.03.2022: CHG-Meridian gibt grünes Debüt

Der Technologiemanager CHG-Meridian gibt sein grünes Debüt: Das Unternehmen aus der Nähe von Ravensburg hat zusammen mit der Helaba einen ESG-linked Loan über 50 Millionen Euro platziert. Das Darlehen wird über fünf Jahre zurückgeführt. Der ESG-linked Loan ist an das Rating der Agentur Ecovadis gekoppelt, mit der CHG-Meridian seit 2016 zusammenarbeitet.

Update 11.03.2022: Dussmann setzt auf Kredit mit ESG-Komponente

Der Dienstleistungskonzern Dussman hat eine Revolving Credit Facility mit ESG-Komponente über 140 Millionen Euro abgeschlossen. Der Revolver hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden. 

Die Finanzierung ist an das Nachhaltigkeitsranking von Ecovadis gekoppelt. Wenn sich dieses verbessert oder verschlechtert, gibt es bei der Finanzierung einen Auf- oder Abschlag im Bereich von etwa 2,5 Basispunkten. Differenzbeträge will das Unternehmen an eine gemeinnützige Organisation spenden, die sich für Nachhaltigkeitsthemen einsetzt, so CFO Dieter A. Royal im Interview mit FINANCE.

Zudem wurden mit dem Bankenkonsortium vereinbart, dass sie zu den Konditionen des Revolvers noch einmal einen dreistelligen Millionenbetrag nachziehen könnten, wenn beispielsweise eine attraktive M&A-Option zusätzliche Investitionen erfordern würde.

Update 08.03.2022: Neuer Green Bond für BASF

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF platzierte neue Bonds über 2 Milliarden Euro. Die neunjährige Tranche über 1 Milliarde Euro ist als Green Bond ausgestaltet. Der Kupon des Papiers liegt bei 1,5 Prozent. Mit dem Erlös will der Chemiekonzern in die Bereiche Erneuerbare Energien, Carbon Management und zu einem kleinen Teil in Recycling-Projekte investieren.

Update 02.03.2022: EBA gibt Update zu nachhaltigen Verbriefungen

Die Europäische Bankaufsicht hat einen Bericht vorgelegt, der sich mit der Schaffung eines Rahmenwerks für nachhaltige Verbriefungen befasst, wie „TSI Kompakt“, ein Blog für Kredit- und Verbriefungsmärkte berichtete. Dafür hat die Behörde eine umfangreiche Bestandsaufnahme des Marktes vorgenommen, die zeigt, dass bislang eine geringe Emissionstätigkeit bei nachhaltigen Verbriefungen herrscht. Die Eba führt diese Tatsache auf die mangelnde Verfügbarkeit von nachhaltigen Forderungen sowie fehlenden Standards und Daten zurück.

Die Behörde hält den Use-of-Proceeds-Ansatz, also die Verwendung des Erlöses für nachhaltige Zwecke, für sinnvoll an diesem Markt. Sie empfiehlt zu diesem Zeitpunkt allerding kein dezidiertes nachhaltiges Verbriefungsrahmenwerk.

Update 24.02.2022: CSRD-Berichtspflichten könnten erst später kommen

Die Berichtspflichten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) könnten erst später als erwartet greifen. Für einige Unternehmen sollte es schon für das Geschäftsjahr 2023 soweit sein. Davon rückt der europäische Rat nun für die weiteren Verhandlungen ab. Vielen Delegationen sei der vorgeschlagene Zeitplan der EU-Kommission zu ambitioniert gewesen, daher schlägt das Gremium nun neuen Fristen vor.

Ab dem Jahr 2024 sollen die neuen Regeln für die Unternehmen gelten, die bereits der NFRD unterliegen. Sie müssten dann 2025 über das vergangene Geschäftsjahr berichten. Ab Januar 2025 würden die Regeln auch die großen Unternehmen erfassen, die von der NFRD bislang nicht betroffen sind. Noch ein Jahr darauf wären dann die kleinen und mittleren Unternehmen dran. Für die KMU ist außerdem eine Übergangszeit vorgesehen, für den Fall dass Informationen über die Wertschöpfungskette noch nicht vorliegen. In einer Karenzphase soll ihnen mehr Flexibilität bei der Berichterstattung eingeräumt werden.

Update 22.2.2022: Vonovia erweitert Finanzierungsprogramm um soziale Komponente

Der Immobilienkonzern Vonovia hat ein neues Finanzierungsprogramm aufgelegt, das die Anforderungen an nachhaltige Finanzierungen weiter konkretisiert. Die Nachrichtenagentur ISS ESG hat eine Second Party Opinion zu dem neuen Sustainable Finance Framework abgegeben.

Die Bochumer richten sich dabei nun an dem Standard aus, der in der EU-Taxonomie für nachhaltige Gebäude definiert wird. Darüber hinaus hat Vonovia in dem neuen Programm auch die Finanzierung von sozialen Projekten. Darunter fallen Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, oder im Vergleich günstige Mietwohnungen. Ziel dabei ist den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern. Außerdem soll der Erlös von künftigen Social Bonds auch für barrierefreie Wohnungen genutzt werden.

Update 16.02.2022: Nassauische Heimstätte platziert Green und Social Schuldschein

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat für die Nassauische Heimstätte einen Green und Social Schuldschein platziert. Dieser ist an soziale und grüne Projekte gebunden. Die Landesbank agierte als Sole Arranger bei der Emission des Wohnungsunternehmens.

Das gesamte Emissionsvolumen in Höhe von 130 Millionen Euro verteilt sich auf Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von sieben und zehn Jahren sowie Namensschuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu 22 Jahren. Die Spreads konnten jeweils am unteren Ende der Vermarktungsspanne festgelegt werden. Die Emission war mehrfach überzeichnet.

Mit dem Green und Social Schuldschein werden Neubauvorhaben finanziert, deren Energieausweis mindestens der Klasse A entspricht oder deren Primärenergiebedarf zehn Prozent unter den Vorgaben der geltenden Gebäudeenergiegesetzgebung liegt, sowie umfassende energetische Modernisierungsvorhaben. Zudem finanziert die Emission Investitionen mit einem klaren sozialen Nutzen, die bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Mieter schaffen, und den Bau von Schulen und Kindertagesstätten. Geprüft wurde der Sustainability Schuldschein von der Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG.

Update 09.2.2022: Axpo sichert sich Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente

Der Schweizer Energiekonzern Axpo schließt eine ungesicherte, revolvierende Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ab. Damit refinanziert das Unternehmen die bestehende kommittierte Kreditlinie über 550 Millionen Franken aus dem Jahr 2020. Aufgrund der starken Nachfrage und einer deutlichen Überzeichnung wurde die Höhe der Kreditlinie von ursprünglich 1,5 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro erhöht. 

Der Kredit besteht aus mehreren Tranchen mit einer Laufzeit von 3 und 5 Jahren mit Verlängerungs- und Erhöhungsoptionen. Die Zinshöhe ist abhängig von der Erreichung von Zielen beim Ausbau der erneuerbaren Energien und im Bereich Diversität.

Update 08.2.2022: Green Bonds könnten die 1,5-Billionen-Dollar-Marke knacken

Grüne Anleihen könnten im Jahr 2022 die Marke von 1,5 Billionen Dollar knacken – betrachtet man das globale Emissionsvolumen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht von S&P Global Ratings. Für dieses Jahr werden weltweit mehr Sustainability-linked Bonds und Green Bonds erwartet. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Sustainability-linked Bonds das Segment ist, das am stärksten wächst.

Update 02.2.2022: Aurubis schließt einen ESG-linked Kredit ab

Der Metallanbieter Aurubis schließt einen Konsortialkredit über 350 Millionen Euro mit ESG-Link ab. Bei der syndizierten Kreditlinie ist die Option auf eine Erhöhung um bis zu 150 Millionen Euro eingebaut. Der Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zweimal um je ein Jahr verlängert werden. 

Die neue Finanzierung ist an das Rating der Nachhaltigkeits-Bewertungsplattform Ecovadis gekoppelt. Die Kreditlinie ersetzt einen bestehenden Konsortialkredit, der eine Laufzeit bis 2023 hatte.

Update 01.2.2022: Deloitte holt sich ESG-Experten an Board

Bernhard Lorentz wechselt zu Deloitte und leitet dort ab 1. Februar den Geschäftsbereich Klima-Strategie. Zuletzt war Lorentz Geschäftsführer der Stiftung Klimaneutralität, zudem gründete der 50-Jährige die umweltpolitischen Think Tanks Agora Energiewende und Mercator Institute for Global Commons and Climate Change (MCC).

Lorentz hat bereits Erfahrung in der Beratung: Von 2015 bis 2019 arbeitete er bei EY, zuletzt als Managing Partner für die DACH-Märkte.

Update 28.1.2022: Erster ESG-linked-Factoring-Vertrag

Die LBBW-Tochter Süd Factoring wickelt mit dem Stuttgarter Servicespezialisten Leadec den ersten ESG-linked-Factoring-Vertrag in Deutschland ab. Ende 2021 haben Leadec und Süd Factoring bereits das seit 2017 bestehende Factoringprogramm um eine Nachhaltigkeitskomponente erweitert. Das Prinzip hinter dem ESG-linked-Factoring-Modell ist: Je erfolgreicher das Engagement von Leadec im Bereich Nachhaltigkeit ist, desto günstiger wird die Finanzierung. Das Unternehmen wird dabei jährlich in einen von vier ESG-Standards eingestuft: Platin, Gold, Silber oder Bronze. Die Finanzierungskonditionen sind unmittelbar an das Nachhaltigkeitsrating gebunden. Verbessert Leadec seinen Standard, verringert sich die Zinsmarge. Verschlechtert sich die Einstufung, erhöht sich die Kondition. Bei einer Beibehaltung des derzeitigen Standards bleibt die Kondition unverändert.

Update 24.1.2022: Berlin Hyp emittiert 500-Millionen-Green-Bond

Die Berlin Hyp hat einen ersten Green Bond unter ihrem neugeschaffenen Framework emittiert. Dabei handelt es sich um eine Senior Preferred Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit. Die Anleihe ist an das Green Bond Framework der Berlin Hyp geknüpft, das durch die ESG-Ratingagentur ISS ESG zertifiziert wurde und mit den Vorgaben für Gebäude und Bauvorhaben der EU-Taxonomie konform ist. Moody’s und Fitch bewerten den Bond mit Aa2 beziehungsweise AA-. Laut Berlin Hyp wurde die deutlich überzeichnete Anleihe vorrangig von Banken, Sparkassen und Fonds gezeichnet. Die Emission wurde von Commerzbank, Crédit Agricole, JP Morgan, LBBW und Unicredit begleitet, es handelt es sich dabei bereits um den 15. Green Bond, den die Berlin Hyp emittiert hat.

Update 18.1.2022: Erster ESG-linked Loan für Knorr-Bremse

Das Münchener Unternehmen Knorr-Bremse hat seinen ersten Konsortialkredit abgeschlossen, der zudem an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt ist. Das Volumen beträgt 750 Millionen Euro. Konkret hat das Unternehmen als Messlatte der eigenen Nachhaltigkeitsleistung ein ESG-Rating von ISS Corporate Solutions gewählt. Derzeit liegt die Bewertung bei C+. Je nachdem, ob sich das Rating verbessert oder verschlechtert, kann die Kreditmarge sinken oder steigen. Deutsche Bank und Unicredit haben die Transaktion koordiniert.

Mit dem Kredit, der über fünf Jahre läuft und zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann, ändert das Unternehmen zudem auch seine Finanzierungsstrategie. „Mit der Konsortialfinanzierung erweitern wir unsere Instrumente für die Langfristfinanzierung und modifizieren unsere bisherige Strategie, die von kurzfristig zugesagten, bilateralen Kreditlinien in Kombination mit langfristigen Kapitalmarktinstrumenten geprägt war“, erklärt Frank Markus Weber, Finanzvorstand von Knorr-Bremse.

Update 14.1.2022: ESG-Schuldscheine im Aufwind

Die Helaba rechnet damit, dass 2022 mehr als 50 Prozent des Marktvolumens am Schuldscheinmarkt auf nachhaltige Schuldscheine entfallen wird. Damit sind sowohl projektgebundene Green Schuldscheine sowie ESG-linked Schuldscheine, also mit Zinskoppelung an ESG-Rating oder ESG-KPIs, gemeint. Damit dürfte die Marke von 10 Milliarden Euro Platzierungsvolumen überschritten werden. Als einen Treiber der Entwicklung sieht die Bank unter anderem die neuen Berichtspflichten zu Nachhaltigkeitsthemen, die auf viele Unternehmen zukommen.

Update 14.1.2022: Felix Schoeller Group begibt digitalen ESG-Schuldschein

Das Familienunternehmen Felix Schoeller Group hat einen digitalen Schuldschein mit ESG-Bezug platziert. Der Spezialpapierhersteller lässt sich bereits seit 2018 von der Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis bewerten.

Der Schuldschein dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und wurde über die Digitalplattform Finpair begeben. Das Fintech hat sich entschlossen, für jede abgeschlossene Transaktion 100 Bäume zu pflanzen. Weitere Details wie das Volumen oder die genaue Ausgestaltung des ESG-Bezugs sind nicht bekannt.

Update 12.1.2022: E.on platziert neuen Green Bond

Der Energiekonzern E.on ist ein Frequent Issuer am Gree-Finance-Markt. Nun hat das Unternehmen eine neue grüne Anleihe platziert. Der Bond über 800 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis 2034 und wird mit 0,875 Prozent verzinst. Der Erlös dient „zur Finanzierung und/oder Refinanzierung berechtigter grüner Projekte gemäß Definition im Green Bond Framework von E.on“, heißt es.

Die aktuelle Emission besteht zudem noch aus einer herkömmlichen Anleihe über 500 Millionen Euro für allgemeine Unternehmenszwecke. Dieser Bond läuft bis 2026 und wird mit 0,125 Prozent verzinst.

Update 10.1.2022: Indus platziert ESG-linked Schuldschein

Es ist bereits das zweite Mal, dass Indus auf einen ESG-linked Schuldschein setzt. Das neue Papier hat ein Volumen von 56 Millionen Euro und besteht aus Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren. Gezeichnet wurde der Schuldschein nach Angaben des Unternehmens bei Investoren aus dem Sparkassensektor. Im September 2020 hatte die mittelständige Beteiligungsgesellschaft erstmals auf eine solche Transaktion gesetzt.

Als Messlatte für die Verzinsung des Schuldscheins hat sich Indus für das ESG-Rating entschieden, dass die Agentur ISS-ESG erstellt. Derzeit erhält das Unternehmen dort den Prime  Status und die Bewertung C+ im Bereich Corporate ESG Performance. Details darüber, wie sich das Rating für eine Verschiebung des Kupons verändern müsste und wie hoch der finanzielle Vor- oder Nachteil genau ausfällt, sind nicht bekannt.

Update 10.1.2022: Reconcept begibt neuen Green Bond

Reconcept, ein Unternehmen, das Erneuerbare-Energien-Projekte mit Investoren verbindet, emittiert einen neuen Green Bond. Das geplante Volumen des Papiers, das derzeit gezeichnet werden kann, wurde auf 15 Millionen Euro erhöht. 10,7 Millionen Euro davon sind nach Angaben des Unternehmens bereits gezeichnet. Der Bond läuft über sechs Jahre und wird mit 6,25 Prozent verzinst. Mit den Mitteln soll die Projektentwicklung im In- und Ausland vorangetrieben werden. Dazu zählen unter anderem Windenergieanlagen und Photovoltaikprojekte.

Update 3.1.2022: S Immo platziert grüne Anleihe

Das Immobilienunternehmen S Immo begibt einen Green Bond über 50 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Bond, der mit 1,25 Prozent pro Jahr verzinst wird, enthält eine Aufstockungsoption. Die Vermarktung des Papiers läuft aktuell. Die Transaktion wird von der Erste Group Bank als Sole Lead Manager und Bookrunner begleitet. 

Der Green Bond ist nicht der erste seiner Art für das österreichische Unternehmen. „Moderne und energieeffiziente Immobilien mit höchsten Standards sind nicht nur in Bezug auf eine nachhaltige Wertentwicklung unseres Portfolios wesentlich, sondern auch im Sinne des Umweltgedankens. Mit der erfolgreichen Anleiheemission werden wir unser Wachstum in genau diesem Bereich fortsetzen“, kommentiert CEO Bruno Ettenauer die Transaktion. 

Update 1.1.2022: EU-Kommission will Gas und Atom in Taxonomie aufnehmen

Die EU-Kommission hat zum neuen Jahr den Plan bekanntgegeben, die Energieerzeugung aus Gas und Atomkraft in die EU-Taxonomie aufzunehmen. Die Kommission argumentiert, diese Formen der Energieerzeugung könnten einen Beitrag zum Übergang hin zu erneuerbaren Energien sein. Darüber hinaus sollen die Transparenzvorgaben angepasst werden, sodass Investoren erkennen können, ob Atom- oder Gasaktivitäten enthalten sind. 

Der Streitpunkt darüber, ob gerade Atomenergie in die Taxonomie aufgenommen wird, war lange bekannt. Vor allem Frankreich votiert dafür, Deutschland ist dagegen. Die nun just zum Jahreswechsel bekanntgegebene Entscheidung hat sofort harsche Kritik ausgelöst. Atomenergie als nachhaltig zu deklarieren, sehen viele als Greenwashing an. Dass die Pläne der Kommission aber noch gestoppt werden, gilt als unwahrscheinlich. Dafür müssten 20 der 27 Mitgliedsstaaten widersprechen. 

Update 29.12.2021: Neumann Kaffee schließt neues Master Credit Agreement ab

Die Neumann Kaffee Gruppe hat ein Master Credit Agreement über 1 Milliarde Euro neu gefasst. Dabei hat das Unternehmen ESG-Elemente in die Vereinbarung eingebaut, die sich an der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens orientieren. Details zu den ESG-Aspekten sind jedoch nicht bekannt. 

Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Mechanismus in die Vereinbarung eingebaut, die eine bevorzugte Umstellung von US-Libor auf den neuen Zinssatz-Term Sofr ermöglicht, ohne dass dafür weitere Vertragsanpassungen notwendig sind. Laut der Kanzlei Linklaters, die das Bankenkonsortium bei der Transaktion beraten hat, ist das Unternehmen damit eines der ersten im Markt. 

Kreditgeber waren 13 internationale Banken, darunter Deutsche Bank und Rabobank als ESG Coordinators. Commerzbank war als Borrowing Base Monitoring Agent tätig. 

Update 21.12.2021: Baywa begibt ESG-linked Schuldschein

Erstmals hat der Münchener Mischkonzern Baywa einen ESG-linked Schuldschein abgeschlossen. Das Papier hat ein Volumen über 350 Millionen Euro. Im Mittel liegt die Laufzeit bei 6,3 Jahren und der durchschnittliche Zinskupon bei 1,15 Prozent. Die Tranchen liegen zwischen fünf und zehn Jahren. Nach Angaben des Unternehmens war das Papier mehrfach überzeichnet.

Als ESG-Link setzt die Baywa ein Nachhaltigkeitsrating der Agentur MSCI ein, welches derzeit bei AA liegt. Damit nutzt der Konzern die gleiche Messlatte wie bereits im September bei der ersten ESG-linked Konsortialfinanzierung des Unternehmens. Mit dem Erlös des Schuldscheins sollen vor allem die Schuldscheine aus den Jahren 2021 und 2022 refinanziert werden. 

Baywa-Treasurer Uwe Falk erklärt, dass mit dem Abschluss des Schuldscheins nun mehr als 50 Prozent aller Fremdmittel im Portfolio des Unternehmens durch grüne und nachhaltige Finanzprodukte abgedeckt werden. Die Münchener hatten zuvor schon einen Green Bond genutzt. Die aktuelle Transaktion wurde von Commerzbank, DZ Bank und LBBW begleitet. 

Update 21.12.2021: Grüne Garantielinie für Siemens Gamesa

Siemens Gamesa Renewable Energy hat ihre erste grüne Garantielinie über 200 Millionen Euro abgeschlossen. Die Linie vereinbarte der Hersteller von Off- und Onshore-Windkraftanlagen mit der RBI. „Bei Siemens Gamesa konzentrieren wir uns darauf, in allen Bereichen immer nachhaltiger zu werden, und diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Diese Garantielinie wird unser Onshore-, Offshore- und Servicegeschäft und damit unsere Kunden und die globale Energiewende unterstützen“, sagte Gonzalo Onzain, Head of Capital Markets and Bank Relations zu der Transaktion. 

Die Mittel aus der Garantielinie sollen für grüne Projekte, wie Windkraftanlagen genutzt werden. Die förderwürdigen Projekte und ihre Umweltauswirkungen wird das Unternehmen in einem jährlichen Green Report dokumentieren, heißt es seitens der Bank. 

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