Neue Grüne Transaktionen, aktuellen Entwicklungen in der ESG-Regulatorik: Alle News rund um Sustainable Finance finden Sie hier im Green-Finance-Ticker.

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25.05.22
Finanzen & Bilanzen

Green Finance: Nord/LB unterschreibt Klimaschutz-Selbstverpflichtung

Die Nord/LB unterzeichnet eine Klimaschutz-Selbstverpflichtung für Banken und Heidelberg Cement schließt einen milliardenschweren ESG-linked Loan ab. Diese und weitere News rund um ESG und den Finanzmarkt hier im Green-Finance-Ticker.

Update 25.5.2022: Nord/LB unterschreibt Klimaschutz-Selbstverpflichtung

Die Nord/LB hat sich der Klimaschutz-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors angeschlossen. Die Bank verpflichtet sich damit, ihre Kredit- und Investmentportfolien an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Mit dieser Verpflichtung will der Bankensektor das Ziel festschreiben, aktiv an der gesellschaftlichen Transformation gegen den Klimawandel mitzuwirken. Das Haus hat bereits die Principles of Responsible Banking und den UN Global Compact unterzeichnet.

Update 24.05.2022: Fast die Hälfte der Anleihen in Europa laut PwC bis 2026 grün, sozial oder nachhaltig

Der Markt für Green und Sustainable Finance ist in Europa auf Wachstumskurs. Die europäischen Emissionen grüner, sozialer und nachhaltiger Anleihen (Green, Social, Sustainability/GSS Bonds) dürften bis 2026 auf 1,4 bis 1,6 Billionen Euro steigen – und dann nahezu die Hälfte der Anleiheemissionen in Europa ausmachen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, „ESG – Transformation of the Fixed Income Market?“, für die 2021 mehr als 200 Investoren und Emittenten von GSS-Anleihen befragt wurden.  2021 erreichten die Emissionen von GSS Bonds in der Staatengemeinschaft demnach bereits ein Rekordhoch von 500 Milliarden Euro und einen Anteil von 13,7 Prozent an den Gesamtemissionen.

Wachstumstreiber in Europa sind dabei die Green Bonds: 82 Prozent der befragten Emittenten wollen der Studie zufolge in den nächsten 24 Monaten einen Green Bond begeben. Bis 2026 dürften die Emissionen von grünen Anleihen auf 691,2 Milliarden Euro wachsen. Die Emissionen von Social Bonds dürften auf 317,1 Milliarden Euro und von Sustainability Bonds auf 391,8 Milliarden Euro zulegen.

Insgesamt wollen 84 Prozent der befragten Emittenten in den kommenden 24 Monaten eine GSS-Anleihe an den Kapitalmarkt bringen. 35 Prozent planen, ihre Emissionen dieser Assetklasse um mehr als 20 Prozent auszuweiten. 82 Prozent der Emittenten tendieren zu einem Green Bond.

Update 24.5.2022: Heidelberg Cement zapft Green-Finance-Markt an

Der Zementhersteller Heidelberg Cement hat eine revolvierende Kreditlinie mit ESG-Link abgeschlossen. Der Kredit hat ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Die Verzinsung ist unter anderem an die Reduzierung von Emissionswerten gekoppelt. Zu den beteiligten Banken zählten Bank of America, BNP Paribas, Citibank, Commerzbank, Deutsche Bank, Danske Bank, ING, Intesa Sanpaolo, Helaba, Morgan Stanley, SEB und Standard Chartered als Koordinatoren, Bookrunner und Mandated Lead Arranger. Beraten wurde das Unternehmen von Hengeler Mueller.

Heidelberg Cement hat zudem ein Sustainability-linked Finance Framework veröffentlicht. Dieses Papier dient als Grundlage für künftige Emissionen verschiedener Art mit ESG-Link. Dazu können Anleihen, CPs, Darlehen, Schuldscheine und weitere Finanzierungsinstrumente zählen.

Update 12.05.2022: ING macht Pricing ihrer Finanzmarkprodukte von ESG-Performance abhängig

Die ING koppelt künftig das Pricing ihrer Finanzmarkprodukte an die ESG-Performance ihrer Firmenkunden. In Deutschland sei bereits ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem Quotierungen nicht mehr ausschließlich von internen Bonitäts- und Rentabilitätskennzahlen abhängen, sondern auch von der aktuellen ESG-Performance der Unternehmenskunden, teilte die Bank am heutigen Mittwoch mit. Den Anfang macht die ING eigenen Angaben zufolge mit dem Devisenhandel, weitere Anlageklassen wie Zinsen sollen folgen. Mit diesem Schritt will die Bank mehr nachhaltige Unternehmen als Kunden gewinnen. Hier können Sie den ausführlichen Artikel dazu lesen.

Update 11.05.2022: Taulia kooperiert mit Ecovadis

Das amerikanische Fintech Taulia hat eine Partnerschaft mit Ecovadis geschlossen. Die ESG-Ratings von Ecovadis sollen in die Taulia-Plattform Sustainable Supplier Finance eingebunden werden, damit Unternehmen nachhaltige Zulieferer identifizieren können. Lieferanten sollen wiederum finanzielle Anreize zur Verbesserung ihrer eigenen ESG-Leistung bekommen. Ecovadis und Taulia haben schon länger gemeinsam an einem Pilotprojekt für ein ESG-Linked Supply Chain Finance Programm gearbeitet.

Update 02.05.2022: Accenture übernimmt ESG-Beratung Akzente

Accenture hat die Nachhaltigkeitsberatung Akzente übernommen. Akzente berät Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Automobil, Finanzdienstleistung, Energie und Konsumgüter dabei, Nachhaltigkeit fest in ihr Kerngeschäft zu integrieren. Darunter zählen Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation sowie Stakeholdermanagement. Bei Accenture verstärken die Neuzugänge den Bereich Accenture Sustainability Services. Insgesamt kommt Akzente in München und Berlin auf 60 Mitarbeiter.

Update 29.04.2022: KfW emittiert ersten Green Bond des Jahres

Die KfW hat den ersten Green Bond des Jahres emittiert. Dieser hat eine Laufzeit von 10 Jahren und ein Volumen von 3 Milliarden Euro. Der Bond ist mit 1,375 Prozent verzinst.

Update 27.04.2022: CRX Markets und Ecovadis werden Partner

Das auf Working-Capital-Finanzierungen spezialisierte Fintech CRX Markets und die Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis haben eine Partnerschaft geschlossen. Das teilten beide Parteien am heutigen Mittwoch mit. Ziel der Partnerschaft sei es, die individuellen ESG-Ratings der Unternehmen nahtlos in die Plattform von CRX zu integrieren, um Finanzierungspartnern die Möglichkeit zu geben, die Nachhaltigkeit von Unternehmen faktenbasiert zu bewerten und adäquate Finanzierungskonditionen anzubieten. Die Daten könnten nun auf der Plattform auf Rechnungsebene mit relevanten ESG-Ratings und ESG-Kennzahlen angereichert werden.

Update 13.04.2022: Varta schließt ESG-linked Schuldschein ab

Der Batteriehersteller Varta hat ein Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro platziert. Die Transaktion wurde von BayernLB, HBSC und Unicredit begleitet. Das Darlehen besteht aus vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren, schwerpunktmäßig mit fixem Zinssatz. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt nach Unternehmensangaben bei rund 1,44 Prozent.

Der Schuldschein ist zudem an eine ESG-Komponente gekoppelt. Je nachdem, wie sich das von Sustainalytics für das Unternehmen erstellte ESG-Rating verändert, kann sich der Spread des Schuldscheins ändern. Mit dem Erlös der Transaktion soll der Ausbau des Lithium-Ionen-Geschäfts finanziert werden.

Update 08.04.2022: BDO und Helaba erwarten mehr Nachfrage nach Sustainability-Linked Loans

Der Wirtschaftsprüfer BDO und die Helaba erwarten eine steigende Nachfrage nach Sustainability-linked Loans. Auch im Mittelstand könnten künftig mehr Finanzierungen mit ESG-Elementen nachgefragt werden, so Alexander Rasch von der Helaba. Grund dafür ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), durch welche künftig rund 15.000 deutsche Unternehmen eine Nachhaltigkeitsberichterstattung ablegen müssen. Bisher waren es nur 550 Unternehmen. Diese erweiterte Berichtspflicht ebnet den Weg für ESG-linked Finanzierungen im Mittelstand.

Update 01.04.2022: KfW hat 37 Green Bonds emittiert

Die KfW hat laut eigenen Angaben im Jahr 2021 insgesamt 37 Green Bond Emissionen an den Markt gebracht. Diese hatten ein Volumen von 16,2 Milliarden Euro. Die Green Bonds machen 20 Prozent vom Gesamtemissionsvolumen der Förderbank aus. 85 Prozent der Emissionserlöse werden im Bereich Energieeffizienz verwendet, die restlichen 15 Prozent für Erneuerbare Energien.

Update 30.03.2022: Unternehmen setzen sich für ISSB-Standards bei EU ein

Mehr als 40 Unternehmen (unter anderem Bosch, Siemens Energy und Vonovia) haben sich in einem Schreiben an die Minister Buschmann und Lindner dafür eingesetzt, dass die Standards des International Sustainability Standards Boards (ISSB) im europäischen Recht aufgenommen werden. Das International Sustainability Standards Board (ISSB) ist in Frankfurt ansässig und erarbeitet international gültige Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Die EU skizziert aktuell im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eigene Richtlinien. Mehr zum Thema ESG-Reporting lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 24.3.2022: E.on begibt Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro

Der Energiekonzern E.on hat den Bondmarkt angezapft und Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Transaktion war stark nachgefragt, die Bonds waren achtfach überzeichnet. Die Emission teilt sich in zwei Tranchen: eine Tranche über 750 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2025 und einem Kupon von 0,875 Prozent, sowie eine weitere mit dem gleichen Volumen, einer Fälligkeit im März 2031 und einem Kupon von 1,625 Prozent.

Wie die Essener mitteilen konnte mit der gestrigen Transaktion bereits der Großteil des derzeit erwarteten Refinanzierungsbedarfs von 2022 gedeckt werden. Die Transaktion wurde von Goldman Sachs, J.P. Morgan, NatWest Markets und Santander als aktive Bookrunner begleitet.

Update 23.03.2022: Lanxess emittiert ESG-linked Bond

Das Chemieunternehmen Lanxess emittiert einen ESG-linked Bond in Höhe von 600 Millionen Euro. Dieser wurde mit 1,75 Prozent verzinst. Das Unternehmen strebt an, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2025 im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 600.000 Tonnen auf dann 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren. Erreicht der Konzern das Ziel nicht, steigt der Zinssatz um 0,250 Prozentpunkte pro Jahr für nachfolgende Zinsperioden bis zum Ende der Laufzeit.

Update 22.03.2022: Vonovia emittiert Green und erstmals Social Bonds

Vonovia hat am gestrigen Montag erstmals zwei Social Bonds sowie eine grüne Anleihe, die vollständig mit der neuen EU-Taxonomie übereinstimmt, emittiert. Das sei eine Premiere in der Immobilienbranche, teilte der Immobilienkonzern am heutigen Dienstag mit.

Die Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro und einem Kupon von 1,875 Prozent waren nach Unternehmensangaben 4,7-fach überzeichnet. Die beiden Social Bonds, mit denen soziale Projekte wie belegungsgebundene Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder barrierearme Wohnungen finanziert werden, laufen 3,85 und 6,25 Jahre. Der Green Bond läuft zehn Jahre. Mehr zu den Bonds lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 21.03.2022: CHG-Meridian gibt grünes Debüt

Der Technologiemanager CHG-Meridian gibt sein grünes Debüt: Das Unternehmen aus der Nähe von Ravensburg hat zusammen mit der Helaba einen ESG-linked Loan über 50 Millionen Euro platziert. Das Darlehen wird über fünf Jahre zurückgeführt. Der ESG-linked Loan ist an das Rating der Agentur Ecovadis gekoppelt, mit der CHG-Meridian seit 2016 zusammenarbeitet.

Update 11.03.2022: Dussmann setzt auf Kredit mit ESG-Komponente

Der Dienstleistungskonzern Dussman hat eine Revolving Credit Facility mit ESG-Komponente über 140 Millionen Euro abgeschlossen. Der Revolver hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden. 

Die Finanzierung ist an das Nachhaltigkeitsranking von Ecovadis gekoppelt. Wenn sich dieses verbessert oder verschlechtert, gibt es bei der Finanzierung einen Auf- oder Abschlag im Bereich von etwa 2,5 Basispunkten. Differenzbeträge will das Unternehmen an eine gemeinnützige Organisation spenden, die sich für Nachhaltigkeitsthemen einsetzt, so CFO Dieter A. Royal im Interview mit FINANCE.

Zudem wurden mit dem Bankenkonsortium vereinbart, dass sie zu den Konditionen des Revolvers noch einmal einen dreistelligen Millionenbetrag nachziehen könnten, wenn beispielsweise eine attraktive M&A-Option zusätzliche Investitionen erfordern würde.

Update 08.03.2022: Neuer Green Bond für BASF

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF platzierte neue Bonds über 2 Milliarden Euro. Die neunjährige Tranche über 1 Milliarde Euro ist als Green Bond ausgestaltet. Der Kupon des Papiers liegt bei 1,5 Prozent. Mit dem Erlös will der Chemiekonzern in die Bereiche Erneuerbare Energien, Carbon Management und zu einem kleinen Teil in Recycling-Projekte investieren.

Update 02.03.2022: EBA gibt Update zu nachhaltigen Verbriefungen

Die Europäische Bankaufsicht hat einen Bericht vorgelegt, der sich mit der Schaffung eines Rahmenwerks für nachhaltige Verbriefungen befasst, wie „TSI Kompakt“, ein Blog für Kredit- und Verbriefungsmärkte berichtete. Dafür hat die Behörde eine umfangreiche Bestandsaufnahme des Marktes vorgenommen, die zeigt, dass bislang eine geringe Emissionstätigkeit bei nachhaltigen Verbriefungen herrscht. Die Eba führt diese Tatsache auf die mangelnde Verfügbarkeit von nachhaltigen Forderungen sowie fehlenden Standards und Daten zurück.

Die Behörde hält den Use-of-Proceeds-Ansatz, also die Verwendung des Erlöses für nachhaltige Zwecke, für sinnvoll an diesem Markt. Sie empfiehlt zu diesem Zeitpunkt allerding kein dezidiertes nachhaltiges Verbriefungsrahmenwerk.

Update 24.02.2022: CSRD-Berichtspflichten könnten erst später kommen

Die Berichtspflichten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) könnten erst später als erwartet greifen. Für einige Unternehmen sollte es schon für das Geschäftsjahr 2023 soweit sein. Davon rückt der europäische Rat nun für die weiteren Verhandlungen ab. Vielen Delegationen sei der vorgeschlagene Zeitplan der EU-Kommission zu ambitioniert gewesen, daher schlägt das Gremium nun neuen Fristen vor.

Ab dem Jahr 2024 sollen die neuen Regeln für die Unternehmen gelten, die bereits der NFRD unterliegen. Sie müssten dann 2025 über das vergangene Geschäftsjahr berichten. Ab Januar 2025 würden die Regeln auch die großen Unternehmen erfassen, die von der NFRD bislang nicht betroffen sind. Noch ein Jahr darauf wären dann die kleinen und mittleren Unternehmen dran. Für die KMU ist außerdem eine Übergangszeit vorgesehen, für den Fall dass Informationen über die Wertschöpfungskette noch nicht vorliegen. In einer Karenzphase soll ihnen mehr Flexibilität bei der Berichterstattung eingeräumt werden.

Update 22.2.2022: Vonovia erweitert Finanzierungsprogramm um soziale Komponente

Der Immobilienkonzern Vonovia hat ein neues Finanzierungsprogramm aufgelegt, das die Anforderungen an nachhaltige Finanzierungen weiter konkretisiert. Die Nachrichtenagentur ISS ESG hat eine Second Party Opinion zu dem neuen Sustainable Finance Framework abgegeben.

Die Bochumer richten sich dabei nun an dem Standard aus, der in der EU-Taxonomie für nachhaltige Gebäude definiert wird. Darüber hinaus hat Vonovia in dem neuen Programm auch die Finanzierung von sozialen Projekten. Darunter fallen Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, oder im Vergleich günstige Mietwohnungen. Ziel dabei ist den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern. Außerdem soll der Erlös von künftigen Social Bonds auch für barrierefreie Wohnungen genutzt werden.

Update 16.02.2022: Nassauische Heimstätte platziert Green und Social Schuldschein

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat für die Nassauische Heimstätte einen Green und Social Schuldschein platziert. Dieser ist an soziale und grüne Projekte gebunden. Die Landesbank agierte als Sole Arranger bei der Emission des Wohnungsunternehmens.

Das gesamte Emissionsvolumen in Höhe von 130 Millionen Euro verteilt sich auf Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von sieben und zehn Jahren sowie Namensschuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu 22 Jahren. Die Spreads konnten jeweils am unteren Ende der Vermarktungsspanne festgelegt werden. Die Emission war mehrfach überzeichnet.

Mit dem Green und Social Schuldschein werden Neubauvorhaben finanziert, deren Energieausweis mindestens der Klasse A entspricht oder deren Primärenergiebedarf zehn Prozent unter den Vorgaben der geltenden Gebäudeenergiegesetzgebung liegt, sowie umfassende energetische Modernisierungsvorhaben. Zudem finanziert die Emission Investitionen mit einem klaren sozialen Nutzen, die bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Mieter schaffen, und den Bau von Schulen und Kindertagesstätten. Geprüft wurde der Sustainability Schuldschein von der Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG.

Update 09.2.2022: Axpo sichert sich Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente

Der Schweizer Energiekonzern Axpo schließt eine ungesicherte, revolvierende Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ab. Damit refinanziert das Unternehmen die bestehende kommittierte Kreditlinie über 550 Millionen Franken aus dem Jahr 2020. Aufgrund der starken Nachfrage und einer deutlichen Überzeichnung wurde die Höhe der Kreditlinie von ursprünglich 1,5 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro erhöht. 

Der Kredit besteht aus mehreren Tranchen mit einer Laufzeit von 3 und 5 Jahren mit Verlängerungs- und Erhöhungsoptionen. Die Zinshöhe ist abhängig von der Erreichung von Zielen beim Ausbau der erneuerbaren Energien und im Bereich Diversität.

Update 08.2.2022: Green Bonds könnten die 1,5-Billionen-Dollar-Marke knacken

Grüne Anleihen könnten im Jahr 2022 die Marke von 1,5 Billionen Dollar knacken – betrachtet man das globale Emissionsvolumen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht von S&P Global Ratings. Für dieses Jahr werden weltweit mehr Sustainability-linked Bonds und Green Bonds erwartet. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Sustainability-linked Bonds das Segment ist, das am stärksten wächst.

Update 02.2.2022: Aurubis schließt einen ESG-linked Kredit ab

Der Metallanbieter Aurubis schließt einen Konsortialkredit über 350 Millionen Euro mit ESG-Link ab. Bei der syndizierten Kreditlinie ist die Option auf eine Erhöhung um bis zu 150 Millionen Euro eingebaut. Der Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zweimal um je ein Jahr verlängert werden. 

Die neue Finanzierung ist an das Rating der Nachhaltigkeits-Bewertungsplattform Ecovadis gekoppelt. Die Kreditlinie ersetzt einen bestehenden Konsortialkredit, der eine Laufzeit bis 2023 hatte.

Update 01.2.2022: Deloitte holt sich ESG-Experten an Board

Bernhard Lorentz wechselt zu Deloitte und leitet dort ab 1. Februar den Geschäftsbereich Klima-Strategie. Zuletzt war Lorentz Geschäftsführer der Stiftung Klimaneutralität, zudem gründete der 50-Jährige die umweltpolitischen Think Tanks Agora Energiewende und Mercator Institute for Global Commons and Climate Change (MCC).

Lorentz hat bereits Erfahrung in der Beratung: Von 2015 bis 2019 arbeitete er bei EY, zuletzt als Managing Partner für die DACH-Märkte.

Update 28.1.2022: Erster ESG-linked-Factoring-Vertrag

Die LBBW-Tochter Süd Factoring wickelt mit dem Stuttgarter Servicespezialisten Leadec den ersten ESG-linked-Factoring-Vertrag in Deutschland ab. Ende 2021 haben Leadec und Süd Factoring bereits das seit 2017 bestehende Factoringprogramm um eine Nachhaltigkeitskomponente erweitert. Das Prinzip hinter dem ESG-linked-Factoring-Modell ist: Je erfolgreicher das Engagement von Leadec im Bereich Nachhaltigkeit ist, desto günstiger wird die Finanzierung. Das Unternehmen wird dabei jährlich in einen von vier ESG-Standards eingestuft: Platin, Gold, Silber oder Bronze. Die Finanzierungskonditionen sind unmittelbar an das Nachhaltigkeitsrating gebunden. Verbessert Leadec seinen Standard, verringert sich die Zinsmarge. Verschlechtert sich die Einstufung, erhöht sich die Kondition. Bei einer Beibehaltung des derzeitigen Standards bleibt die Kondition unverändert.

Update 24.1.2022: Berlin Hyp emittiert 500-Millionen-Green-Bond

Die Berlin Hyp hat einen ersten Green Bond unter ihrem neugeschaffenen Framework emittiert. Dabei handelt es sich um eine Senior Preferred Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit. Die Anleihe ist an das Green Bond Framework der Berlin Hyp geknüpft, das durch die ESG-Ratingagentur ISS ESG zertifiziert wurde und mit den Vorgaben für Gebäude und Bauvorhaben der EU-Taxonomie konform ist. Moody’s und Fitch bewerten den Bond mit Aa2 beziehungsweise AA-. Laut Berlin Hyp wurde die deutlich überzeichnete Anleihe vorrangig von Banken, Sparkassen und Fonds gezeichnet. Die Emission wurde von Commerzbank, Crédit Agricole, JP Morgan, LBBW und Unicredit begleitet, es handelt es sich dabei bereits um den 15. Green Bond, den die Berlin Hyp emittiert hat.

Update 18.1.2022: Erster ESG-linked Loan für Knorr-Bremse

Das Münchener Unternehmen Knorr-Bremse hat seinen ersten Konsortialkredit abgeschlossen, der zudem an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt ist. Das Volumen beträgt 750 Millionen Euro. Konkret hat das Unternehmen als Messlatte der eigenen Nachhaltigkeitsleistung ein ESG-Rating von ISS Corporate Solutions gewählt. Derzeit liegt die Bewertung bei C+. Je nachdem, ob sich das Rating verbessert oder verschlechtert, kann die Kreditmarge sinken oder steigen. Deutsche Bank und Unicredit haben die Transaktion koordiniert.

Mit dem Kredit, der über fünf Jahre läuft und zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann, ändert das Unternehmen zudem auch seine Finanzierungsstrategie. „Mit der Konsortialfinanzierung erweitern wir unsere Instrumente für die Langfristfinanzierung und modifizieren unsere bisherige Strategie, die von kurzfristig zugesagten, bilateralen Kreditlinien in Kombination mit langfristigen Kapitalmarktinstrumenten geprägt war“, erklärt Frank Markus Weber, Finanzvorstand von Knorr-Bremse.

Update 14.1.2022: ESG-Schuldscheine im Aufwind

Die Helaba rechnet damit, dass 2022 mehr als 50 Prozent des Marktvolumens am Schuldscheinmarkt auf nachhaltige Schuldscheine entfallen wird. Damit sind sowohl projektgebundene Green Schuldscheine sowie ESG-linked Schuldscheine, also mit Zinskoppelung an ESG-Rating oder ESG-KPIs, gemeint. Damit dürfte die Marke von 10 Milliarden Euro Platzierungsvolumen überschritten werden. Als einen Treiber der Entwicklung sieht die Bank unter anderem die neuen Berichtspflichten zu Nachhaltigkeitsthemen, die auf viele Unternehmen zukommen.

Update 14.1.2022: Felix Schoeller Group begibt digitalen ESG-Schuldschein

Das Familienunternehmen Felix Schoeller Group hat einen digitalen Schuldschein mit ESG-Bezug platziert. Der Spezialpapierhersteller lässt sich bereits seit 2018 von der Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis bewerten.

Der Schuldschein dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und wurde über die Digitalplattform Finpair begeben. Das Fintech hat sich entschlossen, für jede abgeschlossene Transaktion 100 Bäume zu pflanzen. Weitere Details wie das Volumen oder die genaue Ausgestaltung des ESG-Bezugs sind nicht bekannt.

Update 12.1.2022: E.on platziert neuen Green Bond

Der Energiekonzern E.on ist ein Frequent Issuer am Gree-Finance-Markt. Nun hat das Unternehmen eine neue grüne Anleihe platziert. Der Bond über 800 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis 2034 und wird mit 0,875 Prozent verzinst. Der Erlös dient „zur Finanzierung und/oder Refinanzierung berechtigter grüner Projekte gemäß Definition im Green Bond Framework von E.on“, heißt es.

Die aktuelle Emission besteht zudem noch aus einer herkömmlichen Anleihe über 500 Millionen Euro für allgemeine Unternehmenszwecke. Dieser Bond läuft bis 2026 und wird mit 0,125 Prozent verzinst.

Update 10.1.2022: Indus platziert ESG-linked Schuldschein

Es ist bereits das zweite Mal, dass Indus auf einen ESG-linked Schuldschein setzt. Das neue Papier hat ein Volumen von 56 Millionen Euro und besteht aus Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren. Gezeichnet wurde der Schuldschein nach Angaben des Unternehmens bei Investoren aus dem Sparkassensektor. Im September 2020 hatte die mittelständige Beteiligungsgesellschaft erstmals auf eine solche Transaktion gesetzt.

Als Messlatte für die Verzinsung des Schuldscheins hat sich Indus für das ESG-Rating entschieden, dass die Agentur ISS-ESG erstellt. Derzeit erhält das Unternehmen dort den Prime  Status und die Bewertung C+ im Bereich Corporate ESG Performance. Details darüber, wie sich das Rating für eine Verschiebung des Kupons verändern müsste und wie hoch der finanzielle Vor- oder Nachteil genau ausfällt, sind nicht bekannt.

Update 10.1.2022: Reconcept begibt neuen Green Bond

Reconcept, ein Unternehmen, das Erneuerbare-Energien-Projekte mit Investoren verbindet, emittiert einen neuen Green Bond. Das geplante Volumen des Papiers, das derzeit gezeichnet werden kann, wurde auf 15 Millionen Euro erhöht. 10,7 Millionen Euro davon sind nach Angaben des Unternehmens bereits gezeichnet. Der Bond läuft über sechs Jahre und wird mit 6,25 Prozent verzinst. Mit den Mitteln soll die Projektentwicklung im In- und Ausland vorangetrieben werden. Dazu zählen unter anderem Windenergieanlagen und Photovoltaikprojekte.

Update 3.1.2022: S Immo platziert grüne Anleihe

Das Immobilienunternehmen S Immo begibt einen Green Bond über 50 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Bond, der mit 1,25 Prozent pro Jahr verzinst wird, enthält eine Aufstockungsoption. Die Vermarktung des Papiers läuft aktuell. Die Transaktion wird von der Erste Group Bank als Sole Lead Manager und Bookrunner begleitet. 

Der Green Bond ist nicht der erste seiner Art für das österreichische Unternehmen. „Moderne und energieeffiziente Immobilien mit höchsten Standards sind nicht nur in Bezug auf eine nachhaltige Wertentwicklung unseres Portfolios wesentlich, sondern auch im Sinne des Umweltgedankens. Mit der erfolgreichen Anleiheemission werden wir unser Wachstum in genau diesem Bereich fortsetzen“, kommentiert CEO Bruno Ettenauer die Transaktion. 

Update 1.1.2022: EU-Kommission will Gas und Atom in Taxonomie aufnehmen

Die EU-Kommission hat zum neuen Jahr den Plan bekanntgegeben, die Energieerzeugung aus Gas und Atomkraft in die EU-Taxonomie aufzunehmen. Die Kommission argumentiert, diese Formen der Energieerzeugung könnten einen Beitrag zum Übergang hin zu erneuerbaren Energien sein. Darüber hinaus sollen die Transparenzvorgaben angepasst werden, sodass Investoren erkennen können, ob Atom- oder Gasaktivitäten enthalten sind. 

Der Streitpunkt darüber, ob gerade Atomenergie in die Taxonomie aufgenommen wird, war lange bekannt. Vor allem Frankreich votiert dafür, Deutschland ist dagegen. Die nun just zum Jahreswechsel bekanntgegebene Entscheidung hat sofort harsche Kritik ausgelöst. Atomenergie als nachhaltig zu deklarieren, sehen viele als Greenwashing an. Dass die Pläne der Kommission aber noch gestoppt werden, gilt als unwahrscheinlich. Dafür müssten 20 der 27 Mitgliedsstaaten widersprechen. 

Update 29.12.2021: Neumann Kaffee schließt neues Master Credit Agreement ab

Die Neumann Kaffee Gruppe hat ein Master Credit Agreement über 1 Milliarde Euro neu gefasst. Dabei hat das Unternehmen ESG-Elemente in die Vereinbarung eingebaut, die sich an der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens orientieren. Details zu den ESG-Aspekten sind jedoch nicht bekannt. 

Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Mechanismus in die Vereinbarung eingebaut, die eine bevorzugte Umstellung von US-Libor auf den neuen Zinssatz-Term Sofr ermöglicht, ohne dass dafür weitere Vertragsanpassungen notwendig sind. Laut der Kanzlei Linklaters, die das Bankenkonsortium bei der Transaktion beraten hat, ist das Unternehmen damit eines der ersten im Markt. 

Kreditgeber waren 13 internationale Banken, darunter Deutsche Bank und Rabobank als ESG Coordinators. Commerzbank war als Borrowing Base Monitoring Agent tätig. 

Update 21.12.2021: Baywa begibt ESG-linked Schuldschein

Erstmals hat der Münchener Mischkonzern Baywa einen ESG-linked Schuldschein abgeschlossen. Das Papier hat ein Volumen über 350 Millionen Euro. Im Mittel liegt die Laufzeit bei 6,3 Jahren und der durchschnittliche Zinskupon bei 1,15 Prozent. Die Tranchen liegen zwischen fünf und zehn Jahren. Nach Angaben des Unternehmens war das Papier mehrfach überzeichnet.

Als ESG-Link setzt die Baywa ein Nachhaltigkeitsrating der Agentur MSCI ein, welches derzeit bei AA liegt. Damit nutzt der Konzern die gleiche Messlatte wie bereits im September bei der ersten ESG-linked Konsortialfinanzierung des Unternehmens. Mit dem Erlös des Schuldscheins sollen vor allem die Schuldscheine aus den Jahren 2021 und 2022 refinanziert werden. 

Baywa-Treasurer Uwe Falk erklärt, dass mit dem Abschluss des Schuldscheins nun mehr als 50 Prozent aller Fremdmittel im Portfolio des Unternehmens durch grüne und nachhaltige Finanzprodukte abgedeckt werden. Die Münchener hatten zuvor schon einen Green Bond genutzt. Die aktuelle Transaktion wurde von Commerzbank, DZ Bank und LBBW begleitet. 

Update 21.12.2021: Grüne Garantielinie für Siemens Gamesa

Siemens Gamesa Renewable Energy hat ihre erste grüne Garantielinie über 200 Millionen Euro abgeschlossen. Die Linie vereinbarte der Hersteller von Off- und Onshore-Windkraftanlagen mit der RBI. „Bei Siemens Gamesa konzentrieren wir uns darauf, in allen Bereichen immer nachhaltiger zu werden, und diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Diese Garantielinie wird unser Onshore-, Offshore- und Servicegeschäft und damit unsere Kunden und die globale Energiewende unterstützen“, sagte Gonzalo Onzain, Head of Capital Markets and Bank Relations zu der Transaktion. 

Die Mittel aus der Garantielinie sollen für grüne Projekte, wie Windkraftanlagen genutzt werden. Die förderwürdigen Projekte und ihre Umweltauswirkungen wird das Unternehmen in einem jährlichen Green Report dokumentieren, heißt es seitens der Bank. 

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