Hensoldt setzt bei der ESG-Übernahme auf Eigen- und Fremdkapitalinstrumente.

Hensoldt

15.12.23
Finanzen & Bilanzen

Hensoldt: Kapitalerhöhung und Term Loan für M&A-Deal

Bei der Übernahmefinanzierung für den Militärdienstleister ESG setzt Hensoldt auf einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital: Neben einer Kapitalerhöhung macht der MDax-Konzern von einem Term Loan Gebrauch.

Groß-Deal in der deutschen Rüstungsindustrie: Hensoldt übernimmt den Militärdienstleister ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH vom Private-Equity-Investor Armira Partners. Der Unternehmenswert liegt bei 675 Millionen Euro, hinzu kommt eine erfolgsabhängige Klausel, die den Deal noch einmal um bis zu 55 Millionen Euro verteuern könnte.

Zur Finanzierung der ESG-Übernahme setzt Hensoldt auf Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. So führte der Rüstungskonzern eine Kapitalerhöhung mit beschleunigtem Platzierungsverfahren durch. Dabei konnte der MDax-Konzern einen Bruttoerlös in Höhe von 241 Millionen Euro erzielen. Insgesamt wurden 10,5 Millionen neue Aktien zum Preis von je 22,94 Euro bei institutionellen Anlegern platziert.

Bund beteiligt sich an Hensoldt-Kapitalerhöhung

Als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners der Transaktion fungierten Bofa Securities, Commerzbank, Deutsche Bank und Unicredit. Laut Unternehmensangaben beteiligte sich der Bund, der aus sicherheitspolitischen Gründen seit Dezember 2020 einen Anteil in Höhe von 25,1 Prozent (Sperrminorität) an Hensoldt hält, wie geplant in quotenwahrender Höhe an der Kapitalerhöhung.Dafür hat der Bund über die Staatsbank KfW etwas über 60 Millionen Euro eingebracht.

Der zweite Ankeraktionär von Hensoldt, der italienische Rüstungskonzern Leonardo, beteiligte sich hingegen nicht an der Kapitalerhöhung. Der Anteil der Italiener reduziert sich dadurch von 25,1 Prozent auf knapp 23 Prozent. Analysten von JP Morgan interpretieren diesen Schritt als Indiz dafür, dass Leonardo perspektivisch möglicherweise bei Hensoldt aussteigen könnte.

Hensoldt setzt auf Term Loan über 450 Millionen Euro

Für den zweiten Teil der Finanzierung kommt ein Term Loan im Volumen von 450 Millionen Euro zum Einsatz. Dieser setze auf einer bereits bestehenden Finanzierungsstruktur auf, wie Hensoldt-Treasury-Chefin Sonja Hendl auf Anfrage von DerTreasurer mitteilte.

Konkret handelt es sich demnach um einen im Anschluss an den Börsengang im September 2020 mit Deutscher Bank, Commerzbank und Unicredit geschlossenen Term Loan im Volumen von knapp 1 Milliarde Euro: „Diesen Kredit haben wir im vergangenen Jahr via Amend & Extend bis April 2027 verlängert, die 450 Millionen kommen nun noch on top“, erklärte die Treasurerin.

Dieser Artikel ist Teil des E-Magazins 24 von DerTreasurer. Die komplette Ausgabe finden Sie hier.

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