Bayer besorgt sich frisches Kapital am Anleihemarkt.

Bayer

15.01.21
Finanzen & Bilanzen

Hohe Nachfrage nach Bayers Mega-Bonds

Bayer gibt im neuen Jahr den Startschuss für die großen Anleihefinanzierungen und sammelt 4 Milliarden ein. Wofür soll das Geld eingesetzt werden?

Bayer hat die Saison der großen Bondplatzierungen eröffnet und sich mit 4 Milliarden Euro am Anleihemarkt vollgepumpt. Die Emission besteht aus vier Tranchen, deren Volumina zwischen 0,8 und 1,2 Milliarden Euro liegen. Die Anleihen haben eine Laufzeit von vier, acht, 10,5 und 15 Jahren. Die Kupons liegen bei 0,05 bis 1 Prozent pro Jahr.


Die Platzierung hätte sogar noch erfolgreicher sein können: Laut dem Pharma- und Agrarchemiekonzern war die Emission rund dreifach überzeichnet. Die Anleihen, die ausschließlich bei institutionellen Investoren platziert wurden, begleiteten Barclays, HSBC und Santander als aktive Joint Bookrunner. Die Ratingagenturen Moody's, S&P und Fitch bewerten die Anleihe voraussichtlich mit Baa1, BBB beziehungsweise BBB+.

Bayer-Anleihe sorgt für frische Mittel

Das frische Geld will Bayer für allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden, hieß es in einer Mitteilung. Darunter würde auch die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten fallen. Durch die Transaktion würde sich das Laufzeitenprofil verlängern, weil kurzfristige Verschuldung durch langfristige ersetzt werde. Zudem wirke sich die neue Anleihe positiv auf die durchschnittlichen Refinanzierungskosten aus, wie ein Sprecher gegenüber Schwesterpublikation FINANCE sagte.

Das heißt, dass nicht nur bestehende Schulden refinanziert werden, sondern der Konzern vor allem frische Mittel erhält. Das verschafft Bayer mehr finanziellen Spielraum. Die Leverkusener übernahmen zuletzt für rund 4 Milliarden US-Dollar das US-Biotechunternehmen Asklepios Biopharmaceuticals (Ask Bio). Bayer soll für den Deal vorab 2 Milliarden US-Dollar zahlen, das restliche Geld soll über Earn-outs an Ask Bio fließen.

Zusätzlich steht noch der im vergangenen Sommer verkündete 9,8 Milliarden Euro teure Glyphosat-Vergleich an, der gerade teilweise auf der Kippe steht. Dafür hat Bayer schon Anleihen platziert. Eine endgültige Einigung steht dennoch aus.


s.backhaus[at]dertreasurer.de

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