Großbanken kürzen Stellen. Auch die HSBC gehört dazu.

HSBC Deutschland

06.12.21
Finanzen & Bilanzen

HSBC und Unicredit streichen Stellen

Großbanken kürzen Stellen: Während der Umbau der HSBC Deutschland weitergeht, setzt die Unicredit den Rotstift gruppenweit an.

Der Artikel wurde am 6. Dezember aktualisiert.

Der Umbau der deutschen HSBC geht weiter. Die Düsseldorfer Bank soll Niederlassung von HSBC Continental Europe werden, wie DerTreasurer vor wenigen Wochen berichtete. Damit verbunden ist auch ein Stellenabbau. Laut einem exklusiven Bericht des Portals „Finanz-Szene“ fand kürzlich ein virtuelles Townhall-Meeting statt, bei dem die Pläne dazu bekanntgegeben wurden. Selbst betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Diese dürften aber, wenn überhaupt, nur in Ausnahmefällen zum Tragen kommen, hat DerTreasurer erfahren: Das Gros solle „sozialverträglich“ abgebaut werden, so der Bericht. Je nach Betriebszugehörigkeit und Position habe die Bank ein Abfindungsprogramm aufgestellt.

Die Bank selbst schreibt auf Nachfrage von DerTreasurer: „Wie im vergangenen Jahr kommuniziert, fallen bei uns in Deutschland im Zeitraum von Ende 2019 bis Ende 2022 rund 600 Vollzeitstellen weg.“ Das liege vor allem daran, dass „wir als 100-Prozent-Tochter der HSBC Gruppe deren Infrastruktur ganz anders nutzen können als früher“, heißt es in dem Statement weiter. Zu diesem Ziel fehlen offenbar noch gut 200 Stellen, Ende 2022 würden die Düsseldorfer dann bei 2.260 Mitarbeitern stehen.

Aus der Bank heißt es, dass alle Bereiche und Hierarchiestufen von dem Programm betroffen sind, auch das Firmenkundengeschäft. Klar ist, dass die Bank sich von der Ambition verabschiedet hat, viele kleinere Unternehmen anzusprechen, wie das in der Vergangenheit mit einer Mittelstandsoffensive mal der Fall war. In Zuge der Abkehr davon hatte sie auch Standorte in Deutschland geschlossen.

Unicredit soll bis zu 3.000 Stellen abbauen

Nicht nur HSBC, auch Unicredit setzt den Rotstift an. So sollen nach verschiedenen Medienberichten rund 3.000 Stellen wegfallen und Bürokratie abgebaut werden. An den konkreten Zahlen werde noch gefeilt, heißt es in einem Bericht der Wirtschaftswoche. Der Job-Abbau dürfte in Italien und im Ausland geschehen. Besonders im Fokus stehen Zentralfunktionen. Der seit diesem Jahr amtierende Group-CEO Andrea Orcel hat sich schon die überbordende Verwaltung der Bank vorgeknöpft und zahlreiche Managementstellen gestrichen. Seine neue Strategie will er am 9. Dezember vorlegen. Sein Ziel ist es, die Bank profitabler aufzustellen.

Update 6.12.2021

Rund die Hälfte der geplanten 3.000 Stellen, die die Unicredit Medienberichten zufolge streichen will, könnte in Deutschland abgebaut werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Der Abbau würde zusätzlich zu den bereits verkündeten Stellenstreichungen erfolgen. Damit könnte die Belegschaft bei der deutschen Unicredit-Tochter Hypovereinsbank insgesamt in den kommenden Jahren um rund 30 Prozent schrumpfen. Die genauen Zahlen seien aber noch nicht final entschieden. Vor allem Back-Office-Tätigkeiten sollen betroffen sein. Welche Auswirkungen die Maßnahmen auf das Firmenkundengeschäft haben werden, ist noch unklar. Mehr Details rund um den Stellenabbau werden am Donnerstag im Rahmen der Vorstellung der neuen Strategie erwartet.

Offenbar sollen Handelsaktivitäten in Mailand gebündelt werden, das Treasury zwischen München und Mailand aufgeteilt werden. Inwiefern die deutsche Tochter Hypovereinsbank betroffen ist, bleibt aber unklar. Ein Sprecher wollte eine Anfrage von DerTreasurer nicht kommentieren.

Die deutsche Hypovereinsbank machte zuletzt durch eine Führungsrochade Schlagzeilen: Jan Kupfer übernahm die Aufgaben im Corporate Banking, während sein Vorgänger Markus Beumer die Bank verließ.

Dentz[at]derTreasurer.de