Lanxess finanziert mit dem ersten Sustainability-linked Bond die Übernahme von IFF Microbial Control aus.

Lanxess

24.11.21
Finanzen & Bilanzen

Lanxess finanziert mit nachhaltiger Anleihe M&A-Deal

Lanxess hat seinen ersten Sustainability-linked Bond platziert. Mit der nachhaltigen Anleihe finanziert der Spezialchemiekonzern die Übernahme von IFF Microbial Control.

Lanxess hat seinen Plan, sich nachhaltig zu finanzieren, in die Tat umgesetzt. Der Spezialchemiekonzern hat einen Sustainability-linked Bond in Höhe von 600 Millionen Euro platziert. Die Benchmark-Anleihe läuft acht Jahre und ist mit einem Kupon von 0,625 Prozent ausgestattet. Ein Bankenkonsortium, bestehend aus Citi, Deutsche Bank und DZ Bank, hat die Emission der ESG-linked Anleihe begleitet. Die Deutsche Bank hat zusätzlich bei der Erstellung des Nachhaltigkeitskonzepts des Bonds beraten.

Mit dieser Transaktion hat sich CFO Michael Pontzen relativ schnell nach seiner Ankündigung im Gespräch mit unserer Schwesterpublikation FINANCE für die Emission einer nachhaltigen Anleihe entschieden. Erst Anfang November hatte der Lanxess-Finanzvorstand gegenüber FINANCE erklärt: „Green Finance  ist definitiv etwas, das wir uns anschauen. Wann und in welcher Form wir uns auf dieses Feld begeben, hängt auch davon ab, wann und wie wir die zweite Tranche des Kaufpreises von IFF Microbial Control refinanzieren.“ Die „richtigen Rahmenbedingungen für grüne Finanzierungen“ habe der Konzern aber bereits über sein Debt-Issuance-Programm geschaffen.

Zweiter Milliardendeal für Lanxess in diesem Jahr

Mit dem Emissionserlös des Sustainability-linked Bonds finanziert Lanxess die im August angekündigte Übernahme des Microbial-Control-Geschäfts vom US-amerikanischen Konzern IFF. Die Übernahme von IFF Microbial Control ist der zweiten Milliarden-Deal, den Pontzen in diesem Jahr präsentierte. Bereits im Februar übernahm der Spezialchemiekonzern Emerald Kalama Chemical für rund 1,1 Milliarden US-Dollar, im folgte die Übernahme-Ankündigung von IFF Microbial Control. Der Kaufpreis: 1,3 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). Damit entspricht der Kaufpreis einem normalisierten Multiple von rund 13x Ebitda – nicht unüblich in der Branche.

Bereits im September hatte Lanxess eine „normale“ Anleihe über 500 Millionen Euro platziert, um den M&A-Deal zu finanzieren. Die aktuelle nachhaltige Anleihe ist nun also der zweite Baustein, um die Brückenfinanzierung abzulösen. „Mit dieser Anleihe haben wir die Finanzierung der geplanten Akquisition von IFF Microbial Control bereits komplett abgeschlossen“, sagte Lanxess-CFO Pontzen. „Mit unserem ersten Sustainability-Linked Bond unterstreichen wir unseren Nachhaltigkeitsanspruch auch in unserer Finanzierung.“

Lanxess koppelt nachhaltige Anleihe an Klimaziel

Wie bei diesem Instrument üblich sind die Finanzierungskosten für die Anleihe an die Erreichung gewisser Nachhaltigkeitsziele gekoppelt. Lanxess hat sich dabei für einen Leistungsindikator aus dem Bereich Umwelt entschieden. Das Spezialchemiekonzern strebt eigenen Angaben zufolge an, bis zum Jahr 2025 seine CO2e-Emissionen – also die Scope1- und Scope2-Treibhausgas-Emissionen – im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 600.000 Tonnen auf dann 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren. Erreicht der Konzern dieses Klimaziel nicht, steigt der Zinssatz der ESG-linked Anleihe um 0,25 Prozentpunkte pro Jahr für nachfolgende Zinsperioden bis zum Ende der Laufzeit. Bis 2040 möchte Lanxess klimaneutral sein.

Die aktuelle nachhaltige Anleihe ist nicht die erste nachhaltige Finanzierung von Lanxess. Bereits im Dezember 2019 hatte der Spezialchemiekonzern eine nachhaltige Kreditlinie über 1 Milliarde Euro abgeschlossen, deren Zinskonditionen an die erfolgreiche Reduktion seiner CO2e- Emissionen (Scope 1) und die Steigerung des Frauenanteils in den drei obersten Management-Ebenen gekoppelt sind.

Paulus[at]derTreasurer.de