Erste Unternehmen überarbeiten ihre CP-Programme und setzen ein grünes Label darauf.

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27.10.21
Finanzen & Bilanzen

Der CP-Markt lebt wieder auf

Neuer Trend am CP-Markt: Erste Emittenten legen ESG-konforme CP-Programme auf. Zudem hat der Markt hinsichtlich Pricing und Laufzeiten den Schock der Coronakrise überwunden.

Der Markt für Commercial Papers (CPs) wird langsam grün. Einige Banken haben in diesem Jahr ESG-konforme Programme aufgelegt. Erste Unternehmen folgen langsam. „Die Corporates halten sich zwar im Moment noch etwas zurück, aber es gibt schon erste Emittenten, die das grüne Label auf ihren CP-Programmen haben“, sagt Andreas Lange, CP-Verantwortlicher bei der BayernLB.

Darüber hinaus stünden grüne Updates bei einigen Corporate-CP-Programmen an. „Solch eine grüne Überarbeitung des CP-Programms öffnet zusätzliche Türen, was die Investorenbreite betrifft“, sagt der Banker, schränkt aber ein: „Das dürfte sich nicht für jedes Unternehmen lohnen.“ Denn das Update sei mit Aufwand und Kosten verbunden, und die Emittenten müssten auch grünen Finanzierungsbedarf haben. „Der Trend kommt von den Investoren und ist noch nicht bei allen Emittenten angekommen“, sagt Lange. Viele Emittenten hätten sich zudem im Zuge der Coronakrise vom CP-Markt zurückgezogen.

Der Grund liegt auf der Hand: „Die Unternehmen halten kurzfristige Liquidität vor, um eventuellen Folgen der Pandemie möglichst gut begegnen zu können“, sagt der Banker, „eine weitere Aufnahme von kurzfristiger Liquidität ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten einfach nicht sinnvoll“.

Weniger Emittenten am CP-Markt als vor Corona

Die Anzahl an aktiven Emittenten liege immer noch etwa ein Drittel unter Vor-Pandemie-Niveau. Einige Unternehmen hätten auch die Seite gewechselt und seien nun aktive Anleger. „Die Käuferschicht besteht derzeit zu mehr als der Hälfte aus Corporate-Büchern, während vor der Pandemie Bank-Bücher dominierten“, sagt Lange. Er glaubt, dass dieser Trend kein vorübergehendes Phänomen ist.

Hinsichtlich Pricing und möglichen Laufzeiten sei die Krise überwunden: „Die Konditionen sind bereits seit Sommer vergangenen Jahres wieder auf Vor-Covid-Niveau“, sagt Lange. Auch die Laufzeiten werden wieder länger. Während Investoren 2020 nur Laufzeiten bis zu drei Monaten akzeptierten, seien im dritten Quartal dieses Jahres wieder vermehrt sechs Monate und länger zu beobachten.

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