SAF-Holland versucht erneut den Lkw-Bremsenhersteller Haldex zu übernehmen.

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21.06.22
Finanzen & Bilanzen

SAF-Holland nimmt Kredit für Haldex-Kauf auf

SAF-Holland versucht zum zweiten Mal den Lkw-Bremsenhersteller Haldex zu kaufen. Für die Übernahme hat SAF einen Kredit in Höhe von 300 Millionen Euro aufgenommen.

SAF-Holland versucht erneut, den Lkw-Bremsenhersteller Haldex zu übernehmen – und nimmt dafür einen Brückenkredit in Höhe von 300 Millionen Euro von Unicredit und Helaba auf. Das letzte Angebot hatte der Nutzfahrzeugzulieferer vor rund sechs Jahren platziert. 2016 wurde SAF-Holland jedoch in einem Bieterkampf erst von ZF Friedrichshafen überboten, die ihrerseits wiederum von Knorr-Bremse ausgestochen wurde. Letztlich konnte jedoch auch Knorr-Bremse den Deal nicht zum Abschluss führen.

Nun könnte SAF deutlich günstiger davonkommen als beim letzten Übernahmeangebot. Damals bot der fränkische Konzern 94,42 Schwedische Kronen je Aktie – insgesamt 450 Millionen Euro. Bei dem aktuellen Angebot will SAF-Holland 66 Schwedische Kronen je Aktie auf den Tisch legen. Das sind insgesamt umgerechnet 307 Millionen Euro.

Den nötigen Kredit für die geplante Fusion stellen Unicredit und Helaba dem Konzern im Verhältnis 50:50 zur Verfügung. Beraten wird SAF-Holland in Sachen M&A von Noerr. Zusätzlich will man die Übernahme des schwedischen Unternehmens mit Barmitteln finanzieren. SAF teilte bereits mit, dass nach Abschluss des Deals auch die Aufnahme von Eigenkapital in Form einer Kapitalerhöhung denkbar sei.

SAF hofft auf Synergien in Höhe von 10 Millionen Euro

Durch die geplante Übernahme wird sich der Verschuldungsgrad von SAF erhöhen, der 2021 auf 33,2 Prozent gesenkt werden konnte. Die Quote von Gesamtverbindlichkeiten zu Ebitda von SAF liegt aktuell bei 5,1, im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Der fränkische Konzern geht allerdings davon aus, dass der Zusammenschluss ein Synergiepotential von mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr erschließen könnte. 

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