Erholt sich der Schuldscheinmarkt im Jahr 2022?

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18.01.22
Finanzen & Bilanzen

Erholung am Schuldscheinmarkt?

2021 verharrte der Schuldscheinmarkt im Krisenmodus. Das neue Jahr könnte besser werden.

Der Schuldscheinmarkt (SSD-Markt) konnte sich auch im Jahr 2021 nicht vollständig erholen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der LBBW. 2021 wurden Transaktionen in Höhe von 17,9 Milliarden Euro getätigt – das sind noch einmal 8 Prozent weniger als im krisengeprägten Vorjahr. An die Höchstwerte von 2016 bis 2019 konnte der SSD-Markt nicht annähernd anknüpfen.

Besonders das zweite Quartal lief schlecht: Es wurden so wenig Schuldscheine emittiert wie seit 2014 nicht mehr. Betrachtet man das gesamte Jahr, lag die Anzahl der Transaktionen aber 4 Prozent höher als im Vorjahr.

Der Schuldscheinmarkt war 2021 besonders von Mittelständlern geprägt, was sich auch an den niedrigen Durchschnittsvolumina ablesen lässt. Die LBBW wertet das als „Zeichen des wieder zurückgekehrten Vertrauens“. Zudem stieg die Anzahl der Debütemittenten: 32 Unternehmen waren 2021 erstmalig am Schuldscheinmarkt aktiv. 

Schuldscheinmarkt 2021: kaum Jumbotransaktionen

2021 machten Transaktionsvolumen von 200 bis 500 Millionen Euro mehr als die Hälfte der Transaktionen aus. Jumbotransaktionen sind seltener: Ein Volumen von mehr als 500 Millionen Euro kam nur bei einem Fünftel der Schuldscheine vor. Zudem wurden im Jahr 2021 mehrheitlich mittelfristige SSDs mit einer Laufzeit von vier bis sieben Jahren begeben. Ihr Anteil lag mit über 60 Prozent auf dem Niveau der Vorkrisenjahre. 

Wie schon im Jahr 2020 kamen die Emittenten auch 2021 größtenteils aus dem deutschsprachigen Raum – 86 Prozent der Unternehmen waren aus der DACH-Region. Besonders beliebt waren im vergangenen Jahr zudem erneut Schuldscheine, die an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt sind. Green oder ESG-linked Schuldscheine machten 2021 knapp 30 Prozent des Volumens aller Schuldscheine aus.

Auch wenn das Jahr 2021 durchwachsen war, gibt das vierte Quartal Anlass zur Hoffnung. Das Transaktionsvolumen lag in diesem Quartal bei 7,1 Milliarden Euro – das sind 20 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Außerdem wurden deutlich mehr Schuldscheine platziert als in den beiden vorherigen Quartalen. Auch die LBBW ist optimistisch gestimmt. Die Bank rechnet 2022 mit einem Emissionsvolumen von um die 20 Milliarden Euro.